Bewertung: 7
Jonathan Levine

Warm Bodies

"Don't be creepy. Don't be creepy. Don't be creepy."

Foto: Copyright: Concorde Home Entertainment
© Concorde Home Entertainment

Inhalt

R (Nicholas Hoult) kennt seinen richtigen Namen nicht mehr. Das liegt daran, dass er ein Zombie ist und sich nicht mehr an sein Leben als Mensch erinnert. Täglich wandert er mit seinen Zombie-Freunden durch die Gegend, auf der Suche nach Essen. Als er eines Tages auf eine Gruppe Teenager trifft, lernt er Julie (Teresa Palmer) kennen. Deren Freund Perry (Dave Franco) wird von R getötet. Er isst Perrys Gehirn und bekommt dadurch Einblick in Perrys Erinnerungen, die sich zum größten Teil um Julie drehen. Dadurch entwickelt R Gefühle für Julie und entführt sie in ein abgelegenes Flugzeug, um sie vor den anderen Zombies zu beschützen. Mit der Zeit entdeckt Julie, dass sehr viel mehr hinter R steckt, denn dieser beginnt langsam menschliche Züge zu entwickeln. Doch sicher sind beide in dieser Welt nicht. Rs Zombie-Freunde, sowie die "Bonies", eine Gruppe von Skeletten, die alle menschlichen Wesen zerstören wollen, sind hinter Julie her. Und auch ihr Vater General Grigio (John Malkovich) stellt eine Gefahr dar. Sein Ziel: Alle Zombies dieser Welt auslöschen. Doch da hat er nicht mit seiner Tochter gerechnet, die einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Zombies hat.

Kritik

Wenn man sich den Trailer zu "Warm Bodies" anschaut, geht man mit zwei Gedanken in diesen Film. Entweder der Film wird richtig gut, oder er stellt sich am Ende als großer Blödsinn heraus. Wenn man sich dann einfach überraschen lässt, ist man am Ende einfach nur begeistert. Hier handelt es sich nicht nur um eine normale RomCom, die immer gleich endet. Hier erlebt man eine RomCom der ganz besonderen Art. "Warm Bodies" ist witzig, hat sehr viele schöne Momente, wird von toller Musik begleitet und die Hauptdarsteller schaffen es, sofort zu überzeugen. Man fiebert von Anfang an mit ihnen mit und wünscht sich am Ende nur noch das Happy End.

Doch bis es soweit kommt, passiert noch sehr viel und zu Beginn weiß man nicht, womit man rechnen soll. Es handelt sich schließlich um eine Zombie-Komödie. Wer Horrorfilme und Serien mit Zombies kennt, der weiß, dass diese nur ein Ziel haben: Menschen fressen. In "Warm Bodies" passiert schließlich das, was diesen Film so besonders macht: Die Zombie entwickeln Gefühle, menschliche Züge und werden langsam wieder "lebendig". Ein Zombie mit Charakerentwicklung - was wünscht man sich mehr? Hinzu kommt noch, dass man mit Nicholas Hoult die perfekte Besetzung für den Zombie R gefunden hat. Bereits in "Skins (UK)" konnte der britische Schauspieler überzeugen, doch in "Warm Bodies" wächst er einem noch mehr ans Herz. Grund dafür sind seine Bewegungen als Zombie, sein Blick und dazu noch seine Gedanken, die dazu führen, dass man ihn einfach nur umarmen möchte. Auch wenn er ein Zombie ist, so ist er doch liebenswürdig und man vergisst das Detail, dass er ein Killer ist und die Gehirne von Menschen als Delikatesse verspeist.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass man sofort für ihn und Julie shippt. Teresa Palmer war für den Gegenpart eine gute Wahl, denn sie spielt die verängstigte Julie sehr gut und die beiden Hauptprotagonisten ergänzen sich perfekt. So schnell Julie Vertrauen zu R fasst, so schnell fiebert man mit beiden mit und möchte, dass sie am Ende zusammen kommen, auch wenn man natürlich weiß, dass R ein Zombie ist. Doch im Laufe des Films macht er viele Veränderungen durch und erwacht schließlich zum Leben. Sein Herz schlägt, er bekommt Farbe im Gesicht und fängt plötzlich an zu träumen. Das sind alles Ereignisse, die ihn menschlich und besonders machen. Der Farbton des Films passt sich hier Rs Entwicklung an und so sieht man zum Schluss die Sonne scheinen, viele Farben und weiß, dass sich nicht nur die Zombies verändern, sondern auch die Welt, in der bisher Krieg zwischen Menschen und Zombies herrschte.

A propos Zombies. Diese haben in "Warm Bodies" ein sehr gutes Make-Up bekommen. Es gibt Momente, in denen man sich wirklich erschreckt und denkt, dass eine Welt mit diesen Kreaturen unmöglich ist. Doch im Laufe der Zeit verändern sie sich auch und so freut man sich als Zuschauer, dass sie neben den Menschen existieren. Der Hauptgrund dafür ist M (Rob Corddry), der beste Freund von R. Zu Beginn grunzen sie sich nur an, doch schon kurz darauf sprechen sie miteinander, nehmen sich in den Arm und sind füreinander da, so wie echte Menschen eben. Hinzu kommen immer wieder witzige Konversationen und Situationen, die diesen Film zur Komödie machen und den Horror-Faktor senken. Dieser kommt dank der "Bonies" schließlich zum Vorschein, einer Gruppe von Skeletten, für die es zu spät ist, menschlich zu werden. Jonathan Levine führt hier eine dritte Gruppe von Kreaturen ein, die angsteinflößend ist und dadurch die Sympathie für die Zombies steigert. Es passt also eigentlich alles: Die Zombies erwecken zum Leben und es gibt den Bad Guy, der für Probleme sorgt. Und schon hat man eine Story, die zu begeistern weiß.

Das ist aber noch nicht alles, denn neben den witzigen Dialogen, einer großartigen Romeo & Julia Balkonszene und einer Liebesgeschichte der etwas anderen Art, überzeugen auch die Aufnahmen. Die dunkle Zombie-bewohnte Welt wird wunderbar in Szene gesetzt. Alles ist wie ausgelöscht und man kann sich direkt vorstellen, wie trostlos es ist und wie schlimm es sein muss, in dieser Welt zu leben. Jonathan Levine hat hier eine Welt geschaffen, die man selbst nicht erleben möchte, die jedoch mit der Charakterentwicklung der Zombies leichter zu ertragen ist. Hinzu kommt auch noch die Musik, die sehr gut gewählt wurde und einen Soundtrack bietet, der diesen Film noch viel schöner macht.

Fazit

"Warm Bodies" ist eine romantische Horror-Komödie, die allein durch diese Kombination der Genre heraussticht. Neben der perfekten Besetzung und einer Welt, die man sich kaum vorstellen kann, überzeugt die Entwicklung von Kreaturen, die eigentlich nicht möglich ist. Hinzu kommt die großartige Musik und eine Lovestory der etwas anderen Art. Man ist von Anfang bis Ende gefesselt und freut sich am Ende, diese neu geschaffene Welt erlebt zu haben.

Technische Details

Tonformat/Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bildformat: 16:9 - 2.35:1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren

Alex Olejnik - myFanbase
29.07.2013

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