Bewertung: 5
Danny Mooney

Love and Honor

"Man fliegt nicht mitten im Krieg nach Hause, nur weil man seine Freundin vermisst!"

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Inhalt

Knapp dem Tod entkommen beschließt Dalton Joiner (Austin Stowell) während der einwöchigen Pause des Vietnamkriegs seine Freundin June (Aimee Teegarden) in Amerika zu überraschen. Sein Freund und Soldat Mickey Wright (Liam Hemsworth) begleitet ihn, drängt aber darauf, in einer Woche wieder pünktlich am Stützpunkt in Hong Kong zu erscheinen, damit keiner von der unerlaubten Reise erfährt. Bei June angekommen muss Dalton feststellen, dass sie sich einer Studentengruppe der Anti-Kriegs-Bewegung angeschlossen hat und an der Liebe zweifelt. Währenddessen trifft Mickey auf die selbstbewusste Candace (Teresa Palmer) und verliebt sich in sie. Mickey und Dalton haben eine Woche Zeit, um die Dinge zu richten und über Liebe, Ehre und Verpflichtung zu lernen.

Kritik

Das originellste Drehbuch ist "Love and Honor" nicht, ebensowenig wie der Film das Genre romantisches Drama neu erfindet. Regisseur und Schauspieler Danny Mooney wagt sich an sein erstes Langspielfilmprojekt und trumpft mit den jungen Stars aus Hollywood auf, die nicht nur gegen ihr Gefühlschaos, sondern auch tapfer gegen die kitschig-vorhersehbare Geschichte ankämpfen.

Das Setting spielt im Jahre 1969 während des Vietnamkriegs, doch bis auf die Mode und einige Studentenbewegungen merkt man nicht viel von der damaligen Zeit. Die Handlung ist zeitlos, so dass sie ebenso in der Gegenwart spielen könnte. Es ist interessant, wie Mooney den Krieg thematisiert. Bis auf die Anfangsszene, in denen Joiners Truppe unter Beschuss steht, gibt es keine gewalttätigen oder grausamen Kriegsbilder zu sehen. Die Auswirkungen des Kriegs werden durch die Erzählungen der Figuren Mickey und Dalton deutlich, die in Vietnam ums nackte Überleben gekämpft haben, und bei Dalton ist die Liebe das einzige, was ihn am Leben hält. Dieser Aspekt ist bei "Love and Honor" tatsächlich am besten gelungen, da dies einer der wenigen Kriegsfilme ist, der ohne Kampfszenen und Blut auskommt und dennoch dieselbe Wirkung erzielt.

Die Handlung fängt dann an zu stolpern, als wir das erste Mal Candace und Juniper zu Gesicht bekommen. Während Hemsworths und Stowells Charaktere eine tiefgründige Geschichte erzählen, bleiben Aimee Teegarden und Teresa Palmer hinter den Erwartungen zurück. Während bei Palmers Charakter Candace immerhin Kampfgeist aufblitzt und sie in den Szenen mit Hemsworth harmonisiert, kann Juniper nicht überzeugen. Ob es an Aimee Teegardens Schauspiel oder an der Oberflächlichkeit von Junipers Charakter liegt, ist schwer zu sagen, aber Austin Stowell allein trägt die Liebesromanze zwischen Dalton und Juniper. Gänsehaut und Emotionen kommen selten auf, ebenso wenig wie bei Mickey und Candace. Es sind zwei klassische Liebesgeschichten, die weder berühren noch überraschen, dafür aber mit viel Kitsch wie romantischen Sonnenuntergängen und schluchzenden Liebesgeständnissen gespickt sind. Romantikfans werden ihren Gefallen daran finden, ansonsten schleicht sich nicht selten bei der ein oder anderen Szenen ein Gähnen mit ein.

Spannender wird es, als Mickey und Dalton als Deserteure gelten und mit ihrem Gewissen hadern, ob sie zurückkehren oder bleiben sollen. Gerne hätte man mehr von den beiden und ihrem Kampf mit sich selbst und ihren Pflichten gesehen. Stattdessen werden immer wieder Bilder von der ersten Mondlandung eingeblendet, was Historienfans sicherlich begeistern wird, doch leider überhaupt nicht in die Geschichte passt und oftmals als Störfaktor empfunden wird. Immerhin können Austin Stowell und Liam Hemsworth durch ihr sensibles Schauspiel einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Besonders Liam Hemsworth, der sich ganz im Gegensatz zu seinem Bruder Chris Hemsworth ("Red Dawn") für den ruhigeren Kriegsfilm entschieden hat, konnte die vielen Facetten seines Charakters überzeugend darstellen.

Fazit

Fehlerlos ist "Love and Honor" sicher nicht, aber als oberflächliche Romanze funktioniert der Film mit den zwei überzeugenden Darstellern Liam Hemsworth und Austin Stowell ganz gut.

Tanya Sarikaya - myFanbase
01.03.2013

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