Bewertung: 7
Seth MacFarlane

Ted

"Lori was right about you: you cannot take responsibility for anything that goes on in your life." - "Oh, and you can?" "I dont have to, Im a fucking teddy bear!"

Foto: Copyright: 2012 Universal Pictures Germany
© 2012 Universal Pictures Germany

Inhalt

John Bennetts (Mark Wahlberg) größter Kindheitswunsch erfüllt sich. Sein Teddybär erwacht zum Leben und wird sein bester und einziger Freund. Jetzt ist John 35 Jahre alt, ist mit der hübschen Lori (Mila Kunis) zusammen und Ted ist noch immer sein ständiger Begleiter. Zusammen machen sie die Gegend unsicher, benehmen sich nicht selten wie Teenager und haben Angst vor dem Donner. Vier Jahre lang musste Lori Johns kindliche Seite ertragen. Jetzt hat sie die Nase gestrichen voll und möchte, dass Ted endlich auszieht. Für John ist es aber gar nicht so einfach, Ted loszulassen und das harte Erwachsenenleben zu führen. Und Ted ist ebenfalls nicht bereit, einen Rückzieher zu machen.

Kritik

Eine Komödie mit einem süßen Teddybär, der zum Leben erweckt wird. Klingt nach einem harmlosen Familienspaß - wäre da nicht die Altersbeschränkung ab 16 Jahren. Und tatsächlich hat Regisseur und Drehbuchautor Seth MacFarlane ("Family Guy", "American Dad") mit "Ted" keinen normalen Teddybären zum Kuscheln, sondern zum Kiffen und Mist bauen geschaffen, einen besonders mit vulgären Ausdrücken um sich werfenden Kumpeltyp.

Mit einem kleinen Vorspann über John Bennetts Kindheit und einigen lustigen Fotocollagen startet der Film sofort im Alltag von John und seiner Freundin Lori. Auf eine große Einleitung oder die Kennenlernphase des Paares wird verzichtet. Stattdessen ist man mitten in der unaufgeräumten Wohnung und sieht John und Ted beim Kiffen zu. Der Einstieg funktioniert dennoch wunderbar und man kann sich nach den ersten Minuten mit dem dynamischen Duo anfreunden. Denn Ted ist alles andere als ein langweiliges Plüschtier, das reden kann, und ist zusammen mit John für jeden Spaß zu haben. Mark Wahlberg kommt mit seiner lässigen Art und seinem Talent für lustige Situationskomik sehr natürlich an. Zusammen brechen sie Tabus, machen das, worauf sie gerade Lust haben und benehmen sich teilweise wie pubertierende Teenager. Das alles aber auf eine amüsante und sympathische Art und Weise, so dass man beide sofort ins Herz schließen kann. Mila Kunis wird von Mark Wahlberg und Ted immerzu in den Hintergrund gedrängt, wirkt aber stets sympathisch und holt das Beste aus ihrem Part heraus.

Die guten Manieren und seichten Witze wirft man bei "Ted" schon von Anfang an über Bord. Stattdessen wird alles und jeder veralbert, wobei die Gags auch gern mal bis unter die Gürtellinie gehen. Die Witze wirken aber nie Fehl am Platz und im Gegensatz zu anderen Komödien kann man hier, zumindest bei den meisten Witzen, offen lachen. Außerdem, und das muss man der Komödie wirklich hoch anrechnen, wurden die lustigen Szenen nicht schon alle im Trailer verpuffert. Das Highlight bleiben aber Ted und Johns Dialoge, ihre geniale Chemie und die gute Laune, die sie versprühen. Außerdem ist Ted sehr gut animiert und wirkt sofort menschlich, was es einem nur noch leichter macht, ihn gernzuhaben. Ted ist ein herrlich erfrischender Charakter und zieht wirklich jeden Zuschauer auf seine Seite.

Bemüht hat McFarline sich bei der Handlung durchaus, die jetzt zwar nichts Außergewöhnliches ist, aber zumindest viel Raum für die Gags schafft. Seien es die Auftritte von Norah Jones, Sam J. Jones oder anderen Überraschungsstars, die für richtige Knaller sorgen oder die kleinen Details, die bedacht wurden. Das Phänomen um den lebenden Teddybären geht natürlich um die ganze Welt und der Ruhm und die Schlagzeilen um Ted sind so dargestellt, wie man sie wahrscheinlich auch erwarten würde, wenn es Ted wirklich geben würde. Vorhersehbar ist die Geschichte dennoch. Dass Johns Beziehung kriselt, ist nur eine Frage der Zeit. Ebenso, was es mit dem mysteriösen Donny und seinem Sohn auf sich hat.

Die Handlung ist eben nur ein Mittel zum Zweck, um so viele Gags wie möglich hinzuklatschen. Es funktioniert aber tatsächlich. Man muss zugeben, auch wenn die Witze zum Teil böse, schroff und eben "bärvers" sind: Bei "Ted" kann man dank den sympathischen Charakteren die Lachmuskeln stärken - vorausgesetzt, man hat gegen diese Art von Humor nichts einzuwenden. Der Film ist jedenfalls alles andere als mild, sondern provoziert mit Absicht und veralbert alles, was gerade in den Weg kommt.

Fazit

Ganz nach dem Motto "berühmt, besoffen, bärvers" bietet Ted zusammen mit Mark Wahlberg und Mila Kunis eine schräge, vulgäre und saulustige Komödie, bei der man aber wissen muss, worauf man sich einlässt.

Tanya Sarikaya - myFanbase
05.08.2012

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