Bewertung: 2
Julio DePietro

Good Guy, The - Wenn der Richtige der Falsche ist

Ein Gilmore Girl in New York? Alexis Bledel spielt die junge Beth, die sich zwischen zwei Männern entscheiden muss - den erfolgreichen Börsenmakler Tommy oder doch lieber den belesenen und sensiblen Daniel? Wie würde Rory sich wohl entscheiden?

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Inhalt

Tommy (Scott Porter) ist Broker an der Wall Street und in seinem Job einer der Besten. Auch privat scheint es ihm sichtlich gut zu gehen, da er seit etwa zwei Monaten mit Beth (Alexis Bledel) zusammen ist. Die möchte die Beziehung jedoch langsam angehen und erstmal ausloten, ob Tommy auch der Richtige für sie ist. Als einer von Tommys Kollegen kündigt, muss er Überstunden schieben und hat weniger Zeit für Beth. Zudem wird zum Mentor für seinen neuen Kollegen Daniel (Bryan Greenberg), der noch nicht sehr viel über den Job weiß und auch Frauen gegenüber sehr schüchtern ist.

Zufällig treffen Daniel und Beth eines Tages in einer Buchhandlung aufeinander, als Daniel gerade eine von Tommys Coaching-Phasen im Frauen-ansprechen durchmacht. Beth findet den Unbekannten sympathisch, erkennt aber erst, dass er Tommys Kollege ist, als sie sich auf einer Geschäftsparty erneut aufeinandertreffen. Beth möchte Daniel ihren Freundinnen vorstellen und lädt ihn zu ihrem wöchentlichen Buchclub ein. Zwischen den beiden entwickelt sich schnell eine enge Freundschaft, da sie sich durch die Bücher und ihre Interessen verbunden fühlen. Als Beth merkt, dass Tommy ihr immer weniger Aufmerksamkeit schenkt, beginnt sie an ihrer Beziehung zu zweifeln.

Kritik

Was habe ich mich auf "The Good Guy" gefreut. Endlich mal wieder ein Film mit Alexis Bledel und noch dazu zwei weitere Serienschauspieler, Bryan Greenberg und Scott Porter, in den Hauptrollen. Als Fan von Greenberg habe ich natürlich darauf gewartet, dass sich zwischen Beth und Daniel etwas entwickelt, doch wie die Storyline umgesetzt wurde, hat mich anfangs eher genervt. Bereits innerhalb der ersten Minuten erfährt man, dass Beth und Tommy nicht mehr zusammen sein werden und sie stattdessen zu Daniel gehört. Erst danach blicken wir sechs Wochen in die Vergangenheit und erleben mit, wie es dazu gekommen ist.

Dieser Blick in die Zukunft hat dem Film meiner Meinung nach nicht gut getan. Als würde man es nicht eh schon ahnen, dass sich Beth und Tommy nach einiger Zeit auseinander leben und sie stattdessen mit Daniel zusammen kommt, nein, man bekommt es direkt als Einstieg in den Film vor die Nase gehalten. Anfangs habe ich mich also schwer damit getan, der Beziehung zwischen Beth und Tommy überhaupt eine Chance zu geben, da eh klar war, dass es nicht lange hält. Der Einstieg in den Film verlief für mich als Zuschauer also etwas holprig. Ich konnte nicht nachvollziehen, warum sie überhaupt mit Tommy zusammen ist. Nebenher mit anzusehen, wie der mir eh etwas unsympathische Tommy bei Daniel eine Typveränderung durchführt und dann seelenruhig dabei zusieht, wie der sich mit seiner Freundin anfreundet, fand ich einfach zu plump. Es war alles so vorhersehbar und teilweise trotzdem so unverständlich, wie sich die Charaktere derart verhalten konnten.

Dann nahm der Film am Ende nochmal eine Wendung, die es dann doch nicht ganz so vorhersehbar machte, wie man anfangs dachte. Es war nicht einfach so, dass Daniel und Beth sich halt gut verstehen und so eins zum anderen kam. Im Prinzip haben sich beide an die Grenze zwischen platonischer Freundschaft und romantischer Beziehung gehalten und beide haben sich Tommy gegenüber fair verhalten. Und plötzlich kommen nach und nach immer mehr Details über Tommy und seine Frauengeschichten ans Licht, die man sich vielleicht teilweise schon denken konnte, aber nicht in dem Umfang. Da ich den Charakter eh nicht mochte, auch wenn's ja ganz nett war, wie er sich um Daniel gekümmert hat, fand ich es zwar nachvollziehbar, aber mit so einer Ladung schlechter Neuigkeiten für die Beziehung zwischen Beth und Tommy zu kommen, war einfach unnötig. Als hätte man nicht Beth die Entscheidung überlassen können, ob sie nun mit Tommy oder Daniel zusammen sein möchte. Stattdessen stellt man Tommy dermaßen als Buhmann dar, dass es einfach nur noch lächerlich wirkte, dass sie überhaupt mit ihm zusammen war. Irgendwie frustrierend, da diese Geschichte mehr Potenzial zum Drama gehabt hätte. So wirkt es eher als wäre das liebe Mädchen auf einen Frauenhelden reingefallen, während der Traumprinz ja schon auf sie gewartet hat. Und schon ist die Welt wieder in Ordnung und Tommy vergessen beziehungsweise wiederholt sich die gleiche Geschichte an einem anderen Ort.

Fazit

Leider konnte mich der Film gar nicht überzeugen, auch wenn es noch ein paar Überraschungen gab. Die Charaktere waren nicht liebenswert, obwohl ich ein großer Fan der Schauspieler war. Aber irgendwie haben sie keine Tiefe bekommen und ihre Handlungen waren nicht nachvollziehbar. Man hat viel zu viel Zeit für oberflächliches Geplänkel zwischen einzelnen Charakteren verschwendet, als dass man dem eigentlichen Haupttrio Zeit gelassen hätte, sich zu entwickeln und die Beziehungen zwischen einander glaubhaft darzustellen.

Catherine Bühnsack - myFanbase
25.04.2012

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