Bewertung: 4
Rob Minkoff

Flypaper - Wer überfällt hier wen?

Two sets of bank robbers. One very sticky heist.

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Inhalt

Für Tripp Kennedy (Patrick Dempsey) wird ein scheinbar ganz normaler Tausch eines Hundertdollarscheins in Münzen zum Verhängnis. Gerade als ihm die hübsche Bankangestellte Kaitlin (Ashley Judd) das Geld aushändigt, geschieht das Unfassbare. Die Bank wird von zwei verschiedenen Banden von Bankräubern umstellt. Während sich die zwei Amateurdiebe eigentlich nur an den Geldautomaten zu schaffen machen wollten, müssen sie nun mit professionellen Bankräubern mit schweren Geschützen konkurrieren. Tripp und die anderen Geiseln zweifeln nicht nur an dem Unvermögen der Banden, sich zu einigen, sondern zittern um ihr Leben. Langsam beginnt der übermütige Tripp, zwischen den beiden Banden zu vermitteln und den vermeintlich zufälligen Doppelraub zu hinterfragen.

Kritik

Diese Low-Budget Krimikomödie ist sicherlich nicht Jedermanns Geschmack und dass die Drehbuchautoren dieselben sind, die "Hangover" geschrieben haben, ist schwer zu glauben. Wer aber eine überspitzte Komödie mit derber Umgangssprache, planlosen Bankräubern und einen etwas anderen Patrick Dempsey sehen will, könnte einen Blick riskieren.

Fangen wir mit dem Guten an: Auch wenn der Film sich als Kritikerflop entpuppte und viele Schwächen aufweist, gibt es nicht nur schlechte Momente. Der Film ist sehr durchwachsen und so kommt es oft vor, dass man weinen und lachen zugleich möchte. Lachen, weil es unerwartet viele lustige Dialoge gibt. Natürlich nimmt sich "Flypaper – Wer überfällt hier wen?" nicht ernst. Das Sinnbild dafür sind die zwei völlig durchgeknallten Amateurräuber Puffer und Kartoffel. Während sie für einige Lacher gut sind und ganz nach der Devise "Ein Herz für Deppen" als einzige Charaktere die Zuschauer für sich gewinnen, sind andere Szenen wiederum sehr geschmacklos und driften ins Lächerliche ab. Daher schneidet man sich mit einer Anzahl von absurden Szenen selbst ins Fleisch.

Überrascht hat die Handlung, denn entgegen aller Erwartungen gibt es tatsächlich eine. Allerdings weiß man bis zur Hälfte der Spielzeit überhaupt nicht, worauf der Film eigentlich hinaus möchte. Klar ahnt man, dass es mit dem mysteriösen Doppelüberfall mehr auf sich haben muss, aber was sich die Macher als Lösung ausgedacht haben, kommt dann doch sehr unerwartet. Das muss man dem Film zugute halten, er bleibt bis zum Schluss undurchschaubar und macht den Eindruck, als wäre doch nicht alles ohne Sinn und Verstand gedreht worden.

Jetzt aber zum negativen Teil, der leider überwiegt. Insgesamt betrachtet überzeugt das Ende wie auch der Film nicht, weil man sich in keinster Weise mit den Figuren zurechtfinden kann. Sie handeln nicht nachvollziehbar und allen voran Hauptcharakter Tripp passt als abgebrühtes Weichei mit Superhirn gar nicht ins Bild. Patrick Dempsey wollte mit der Rolle etwas ganz atypisches für ihn präsentieren und von seiner langjährigen Rolle des Dr. Derek Shepherd aus "Grey's Anatomy" mal wegkommen. Das ist ihm durchaus gelungen. Tripp handelt in seiner Situation weder realistisch noch ist er sympathisch und nur die Tatsache, dass Patrick Dempsey ihn darstellt, macht die Figur etwas ansprechender. Man weiß einfach nicht, was man vom Hobbydetektiven Tripp halten soll. Dasselbe lässt sich über alle anderen Charaktere sagen. Nur Schauspieler wie etwa Ashley Judd, Octavia Spencer und Matt Ryan machen diese Charaktere ertragbar. Denn so etwas wie Tiefgründigkeit oder Realitätsnähe gibt es hier nicht. Dafür ist die Komödie zu seicht und schlichtweg zu dämlich gestaltet.

Nichts anderes wollte der Film aber sein: eine lockere, leichte und übertriebene Komödie mit ein bisschen von allem. Es wird sogar ein ansehnlicher Actionanteil mit einer guten Portion Schusswechsel geboten. Dass das Alles-in-Einem-Prinzip aber nur selten aufgeht und "Flypaper – Wer überfällt hier wen?" oft unfreiwillig dämlich rüberkommt, ist sicher nicht gewollt.

Fazit

"Flypaper – Wer überfällt hier wen?" versucht zwanghaft, clever zu sein und in der Liga von "Ocean's Eleven" mitzuspielen - leider ohne Erfolg. Teilweise funktioniert der Film als kurzweiliger Gangster-Klamauk, aber wirklich genießbar ist er nur für Fans der Schauspieler.

Tanya Sarikaya - myFanbase
24.04.2012

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