Bewertung: 7
Declan Donnellan, Nick Ormerod

Bel Ami

Sehnsucht. Verführung. Begierde.

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Inhalt

Georges Duroy (Robert Pattinson) lebt in absolut ärmlichen Verhältnissen. Ende des 19. Jahrhunderts zieht er vom Land in die Metropole Paris, um sich dort ein besseres Leben aufzubauen. Schnell merkt er, dass der Weg zu Geld und Macht durch die Betten mächtiger Frauen führt. Also verführt er eine High-Society-Lady nach der anderen. Eine von ihnen heiratet er direkt nach dem Tod ihres Mannes. Sie verhilft ihm zu einer erfolgreichen Journalistenkarriere. Seine Frau durchschaut jedoch seine Pläne und sein Tun und so hat er bald einige Widersacher. Als er sich in die schöne Clothilde de Marelle (Christina Ricci) verliebt und einige seiner Eroberungen enttäuscht, ist sein frisch gewonnenes Glück in Gefahr.

Kritik

Unumstritten kann Bel Ami mit einer überzeugenden Starbesetzung aufwarten. Neben Robert Pattinson und Cristina Ricci spielen Uma Thurman und Kristin Scott Thomas weitere Hauptrollen. Während seine weiblichen Kolleginnen gewohnt gute Leistung bringen, kann Robert Pattinson nicht zu hundert Prozent überzeugen. Noch allzu oft erinnert einen das charmante Lächeln des Georges Duroy an den verführerischen Vampir Edward. Jedoch würde ich persönlich gegen die harten Kritiken sprechen, denn einerseits hat er ein paar neue Gesichtsausdrücke dazu gelernt und andererseits kann er in der ein oder anderen Szene durchaus brillieren. Seine Leistungen sind leider noch etwas durchwachsen, doch es scheint Hoffnung zu geben.

Die Story ist an für sich sehr einfach. Es gibt jedoch eine politische Nebenhandlung. Hier geht es um viel Macht und Geld. Um eben diese Dinge wird Duroy im Rahmen der Handlung von den Ehemännern seiner Affären betrogen. Irgendwie geht es um die Besetzung Marokkos und Geldanleihen, die damit in Verbindung stehen. Wie ihr schon merkt: richtig verstanden hab ich es nicht. Vermutlich wird es den anderen Zuschauern auch so gehen. Die politischen Entwicklungen spielen eigentlich eine wichtige Rolle, werden aber nur kurz angerissen und unverständlich vermittelt.

Sehr positiv fiel mir die Vielseitigkeit des Films auf. Als Drama ausgeschrieben kann der Film amüsieren, schockieren und bewegen.

Für Robert Pattinson-Fans ist vielleicht noch diese Info wichtig: der verschmitzt grinsende Jungschauspieler lässt kaum eine Gelegenheit aus, seinen (teilweise) entblößten Körper zu präsentieren. Ob story-technisch notwendig oder nur Verkaufsargument: Fans dürfte es freuen. Ich habe lange geschwankt, ob der Film 6 oder 7 Punkte verdient. Alles in allem hat er mich persönlich unterhalten und das ist, was ich von einem Film erwarte. Also: 7 Punkte.

Fazit

Trotz einiger unbestreitbarer Schwächen kann ich mich den häufig sehr negativ ausfallenden Kritiken nicht anschließen. Der Film unterhält, weckt verschiedenste Emotionen und ist gut besetzt. Mit irgendwas zwischen 6 und 7 Punkten zählt er für mich zu den netten, amüsanten wenn auch nicht überragenden High-Budget Produktionen. Insbesondere "R-Pattz"-Fans kommen auf ihre Kosten, doch auch jeder andere kann sich den Film ruhig mal ansehen. Selbst Gegner des Vampirdarstellers dürften ihre Freude haben, da ihnen vor allem seine häufig kritisierten Schwächen auffallen.

Janina Funk - myFanbase
22.03.2012

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