Bewertung: 6
Joel Schumacher

Trespass

When terror is at your door, you can run, or you can fight.

Foto: Copyright: 2012 ASCOT ELITE Home Entertainment GmbH
© 2012 ASCOT ELITE Home Entertainment GmbH

Inhalt

Das Ehepaar Kyle (Nicolas Cage) und Sarah Miller(Nicole Kidman) lebt zusammen mit ihrer sich im Teenager-Alter befindenden Tochter Sarah (Liana Liberato) in einer prunkvollen, mit modernster Sicherheitstechnik ausgestatteten Villa. Das perfekte Leben des scheinbaren Vorzeigeehepaars gerät aber mächtig aus den Fugen, als eine Gruppe von brutalen Gangstern in das Haus eindringt und den Diamantenhändler Kyle und seine Frau als Geiseln nimmt. Die Gangster wollen an den Safe und versuchen Kyle dazu zu bringen, diesen zu öffnen, doch Kyle denkt gar nicht daran, den Anweisungen der Gangster zu folgen. Ein gnadenloses Katz-und Maus-Spiel beginnt, bei dem nichts so ist, wie es zunächst scheint.

Kritik

Es gibt Filme, wie zum Beispiel die des indischen Regisseurs M. Night Shyamalan, die am Schluss mit einem Twist aufwarten, der das zuvor gesehene in ein völlig neues Licht rückt und es gibt Filme, wie der Thriller "Trespass" von Regisseur Joel Schumacher, die den Twist nicht an den Schluss setzen, sondern permanent dabei sind, sich von einem Twist zum nächsten zu hangeln. So entsteht ein Film, der ständig seine Richtung ändert, bei dem permanent nichts so ist, wie es scheint. Das kann ganz schnell in eine nervige, störende Richtung abdriften oder auch, wie in diesem Film, durch die beschleunigte Art der Inszenierung durchaus unterhaltsam sein. "Trespass" ist ein Film, der auf erzählerischer Ebene Altbekanntes zusammenrührt, dies aber auch aufgrund des charismatischen Hauptdarstellers auf eine überwiegend kurzweilige Art und Weise tut, welche Spaß macht und stets spannend bleibt.

Trotz der mit Oscar-Preisträger Nicolas Cage und Oscar-Preisträgerin Nicole Kidman prominent besetzten Hauptdarstellerriege war der Film in den USA ein kommerzieller Flop und kam hierzulande erst gar nicht in die Kinos, sondern wurde gleich auf dem Heimkinomarkt veröffentlicht. Dies ist durchaus nachvollziehbar, macht es Regisseur Joel Schumacher dem Zuschauer doch nicht leicht: Sein Film ist als Kammerspiel anngelegt, bei dem die Protagonisten größtenteils wüst und lautstark durcheinander diskutieren. In manchen Momenten strapaziert das leicht die Nerven, aber vor allem durch Nicolas Cages wahnwitzige Art, seinen Charakter zu interpretieren, hat diese Schreiorgie immer auch seine Glanzpunkte.

So ist es gut, dass Schumacher den Familienvater nicht als eingeschüchterten Angsthasen in Szene setzt, sondern als einen, der den Gangstern Paroli bieten kann und durch raffinierte psychologische Tricks permanent verunsichert. Neben Cages überzeugendem Spiel wissen auch die zu Anfang schon thematisierten Storytwists zu gefallen, die manchmal zwar durchaus zu gewollt und konstruiert sind, die Spannungsschraube aber trotzdem ordentlich anziehen. Manche Elemente der Story werden aber leider zu offensichtlich vorweggenommen und funktionieren dadurch nicht wirklich. So ist die ganze Hintergrundgeschichte des von Nicole Kidman gespielten Charakters wenig überzeugend und größtenteils überraschungsfrei gestaltet. Kidman selbst kann leider auch nicht wirklich Akzente setzen und verblasst zusehend neben ihrem formidablen Schauspielpartner.

In seiner Gesamtheit ist dieser Film alles andere als perfekt, was an der Formelhaftigkeit und Konstruiertheit der Story und der Inkomptenz der Gegenspieler liegt, die sich an vielen Stellen wenig klug anstellen. Aufgrund Schumachers rasanter Inszenierung, die keine wirkliche Verschnaufpause zulässt, ist der Film aber trotzdem ein sehenswerter Psycho-Thriller, der qualitativ zwar nicht an den ähnlich angelegten David-Fincher-Thriller "Panic Room" heranreicht, trotzdem aber spannende 90 Minuten bietet.

Fazit

Ein Nicolas Cage in Top-Form und eine temporeiche, viele Storywendungen beinhaltende Rahmenhandlung führen dazu, dass dieser Psycho-Thriller insgesamt kurzweilig-spannende Unterhaltung bietet.

Moritz Stock - myFanbase
13.03.2012

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