Bewertung: 8
Steven Kloves

Fabelhaften Baker Boys, Die

Susie: "You're good, aren't you?"
Jack: "I can carry a tune."
Susie: "You're better than that."

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Inhalt

Seit 15 Jahren stehen die beiden unterschiedlichen Baker Brüder, der auf Korrektheit bedachte Frank (Beau Bridges) und der abgehalfterte Jack (Jeff Bridges), als professionelle Musiker auf der Bühne. Sie waren nie große Stars, doch das mit den Auftritten verdiente Geld reichte stets zum Leben. Zumindest bis jetzt. Nun aber, da ihnen ein Engagement gekündigt wird, begreifen sie, dass die Zeit für Veränderungen gekommen ist und beschließen, eine Sängerin anzustellen. Beim Vorsingen wird das Duo auf Susie Diamond (Michelle Pfeiffer) aufmerksam, ein ehemaliges Callgirl mit kratzbürstigem Wesen und sinnlicher Stimme. Dank ihr bricht für die Baker Boys eine neue Ära des Erfolgs an. Doch schon bald kommt es zu ersten Konflikten, denn zu Franks Ärger beginnen Jack und Susie, an einander Gefallen zu finden.

Kritik

Seinen Namen haben weltweit Millionen von Zuschauern auf der großen Kinoleinwand oder dem Bildschirm des heimischen TV-Geräts gelesen und wahrscheinlich gleich wieder vergessen. Jahre bevor der Amerikaner Steven Kloves zum alleinigen Drehbuchautoren von "Harry Potter und der Stein der Weisen" avancierte und der Filmreihe in besagter Funktion bis zum finalen achten Teil treu bleib (einzig für "Harry Potter und der Orden des Phoenix" stand er nicht zur Verfügung) lieferte er sein hochgelobtes und vierfach Oscar-nominiertes Regiedebüt "Die fabelhaften Baker Boys" ab. Ein authentisches Musikerporträt, dessen Spannung aus der Interaktion der Protagonisten miteinander erwächst. Auch hier zeigte sich Kloves fürs Skript verantwortlich.

Sie sind zwei einsame Seelen, Susie und Jack. Während Frank nach dem gemeinsamen Auftritt zu Hause zu Frau und Kindern fährt, bleiben sein Bruder und die Sängerin alleine zurück. In den nächsten Stunden werden Jack, dem Kettenraucher und Trinker, nur ein Hund sowie die vernachlässigte Nachbarstochter Gesellschaft leisten. Das ist so melancholisch, wie es sich anhört. Und doch, "Die fabelhaften Baker Boys" weist gleich an mehreren Stellen eine wunderbare, ordentliche Portion Humor auf. Charmant ist die sanfte Erzählweise des zugegebenermaßen nicht übermäßig originellen Plots, stimmungsvoll die Musik, welche man zu Recht als vierte Hauptperson bezeichnen könnte und die zur besonderen Atmosphäre des Films beiträgt.

Voller Hingabe spielt Jeff Bridges den desillusionierten Jack und es ist eine Freude, ihm zuzuschauen. Beeindruckend ist die Leinwandpräsenz der Oscar-nominierten Michelle Pfeiffer, die im Vorfeld der damaligen Verleihung als Favoritin galt, letztendlich aber gegen Jessica Tandy ("Miss Daisy und ihr Chauffeur") verlor. Die charismatische Aktrice singt gekonnt alle Songs selbst. Beau Bridges, auch im realen Leben der Bruder von Jeff, kann zwar neben den beiden Mimen nicht mithalten, betrachtet man seine Darstellung jedoch einzeln, so überzeugt auch er vollends.

Für das Pianospiel der Bridges zeigten sich Dave Grusin und John F. Hammond verantwortlich. Ersterer wurde als Komponist mit dem Grammy ausgezeichnet und zudem für den Oscar in der Kategorie Beste Filmmusik vorgeschlagen. Weitere Nominierungen erhielten der Schnitt und die Kameraführung.

Fazit

Warmherziges und realistisches Musikerporträt, in dem Witz und Ernsthaftigkeit Hand in Hand gehen. Die Story ist wahrlich nichts Besonderes, aber toll gespielt sowie mit sehr viel Charme erzählt. Ein ganz wunderbarer, zu Herzen gehender Film!

Maren Langos - myFanbase
08.01.2012

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