Bewertung: 8
Brad Bird

Mission: Impossible - Phantom Protokoll

No Plan. No Backup. No Choice.

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© Paramount Pictures

Inhalt

Nachdem IMF-Agent Ethan Hunt (Tom Cruise) von seinen Kollegen aus einem russischen Gefängnis befreit wurde, steht auch gleich schon die nächste Mission an, die darin besteht, geheime Informationen aus dem russischen Kreml zu entwenden. Doch die Mission geht furchtbar schief, denn während der Mission im Kreml wird ein Anschlag auf diesen verübt und Ethan Hunt und seinem Team in die Schuhe geschoben. Nun muss das Team nicht nur seine Unschuld beweisen, sondern gleichzeitig auch den gefährlichen Soziopaten Hendricks (Michael Nyqvist) stoppen, der kurz davor steht, eine nukleare Katastrophe heraufzubeschwören.

Kritik

Im Jahr 1996 brachte Regisseur Brian De Palma den Agententhriller "Mission: Impossible" in die Kinos und landete damit einen Megahit. Der Film spülte weltweit über 450 Millionen Dollar in die Kassen und machte Tom Cruise zum absoluten Megastar. Kein Wunder also, dass man versuchte, diesen Erfolg zu wiederholen. So folgten im Jahr 2000 und im Jahr 2006 zwei Fortsetzungen, die aber qualitativ nie wirklich an den packenden und virtuos inszenierten ersten Teil anknüpfen konnten. Nun folgt bereits der vierte Teil des "Mission: Impossible"-Franchises und zeigt, dass mit Agent Ethan Hunt weiterhin zu rechnen ist, denn Teil 4 überzeugt durch eine rasant vorgetragene, packende Story, wahnwitzigen Actionsequenzen und einem großartig harmonierenden Cast, welcher angeführt wird von einem hochmotivierten Tom Cruise, der sich trotz fortgeschrittenen Alters mit viel Elan in die Actionszenen wirft und zeigt, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört. "Mission: Impossible - Phantom Protokoll" ist eine Unterhaltungsgranate in Reinkultur, ein Film, der mit dem sehr guten ersten Teil locker mithalten kann.

In einer Sache bleibt sich die "Mission: Impossible"-Reihe weiterhin absolut treu: Auch im vierten Teil sitzt wieder ein anderer Regisseur auf dem Regie-Stuhl. Nach Brian De Palma, John Woo und "Lost"- und "Alias - Die Agentin"-Erfinder J.J. Abrams, hat nun Brad Bird den Auftrag bekommen, dem leicht eingestaubten Franchise frischen Wind einzuhauchen. Bird, der bisher nur für Pixar im Bereich des Animationsfilms tätig war und Meisterwerke wie "Die Unglaublichen" und "Ratatouille" inszenierte, gibt hier sein Realfilmdebüt und meistert diese Aufgabe mit Bravour. Es wirkt fast so, als hätte Bird bisher nichts anderes gemacht, als Actionfilme zu inszenieren. Er reiht eine virtuos inszenierte, vor kreativer Energie überschäumende Actionsequenz an die nächste und lässt den Zuschauer so über die gesamte Laufzeit von über zwei Stunden nie wirklich zur Ruhe kommen.

Neben der toll inszenierten Action wissen auch die Schauplätze zu überzeugen. So verschlägt es Ethan Hunt und sein Team unter anderem nach Dubai und Mumbai. Am spektakulärsten und erstaunlichsten ist wohl die Szene, in der Ethan Hunt das riesige Luxushotel Burj Chalifa hochklettert, eine Szene, bei der man vor Spannung fast das Atmen vergisst. Aber auch die Anfangsszene in Moskau und die Schlussszene in Mumbai weisen Momente brillanter Spannungserzeugung auf und führen dazu, dass dieser Film ein solch kurzweiliges Erlebnis darstellt.

Letztlich ist es aber nicht die Action, die sich stetig auf einem hohen Level befindliche Spannung oder die recht einfach gehaltene Story, die den Ausschlag gibt für den hohen Unterhaltungswert dieses Filmes. Es ist der Cast und die Entscheidung, Ethan Hunt ein Team voll unterschiedlicher Charaktere an die Hand zu geben. Dabei sind der schon aus dem dritten Teil bekannte Computerexperte Benji, gespielt vom britischen Komiker Simon Pegg, die bildhübsche und toughe Jane, gespielt von der noch recht unbekannten Aktrice Paula Patton, und dem knallharten Analysten Brandt, gespielt vom momentan härtesten Typen Hollywoods: Jeremy Renner. Diese vier Charaktere harmonieren wunderbar miteinander und sorgen in den Gemeinschaftsmomenten für die besten Szenen des Films. Besonders Pegg lockert den Film durch seine humorvolle Art ungemein auf und sorgt dafür, dass sich das wuchtig inszenierte Actionspektakel nie zu ernst nimmt. Für Freunde der ersten drei Teile bietet der Film auch noch vereinzelte Gastauftritte, die das Ganze schön abrunden.

Fazit

"Mission: Impossible - Phantom Protokoll" ist das Actionhighlight des Jahres. Ein Film voll toller Action, Spannung und sympathischen Charakteren. Wenn die Reihe dieses Niveau beibehält, können gerne noch weitere Teile folgen, denn dieser Film ist Popcorn-Unterhaltung at it's best. Unterhaltungsmission geglückt!

Moritz Stock - myFanbase
28.12.2011

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