Bewertung: 5
David Dobkin

Wie ausgewechselt

"I wish I had your life!"

Foto: Copyright: 2011 Universal Pictures Germany
© 2011 Universal Pictures Germany

Inhalt

Die Kumpel Dave (Jason Bateman) und Mitch (Ryan Reynolds) leben in zwei komplett unterschiedlichen Welten. Während Dave mit Frau Jamie (Leslie Mann) eine glückliche Ehe mit drei Kindern führt und ein Spitzenanwalt in einer angesehenen Kanzlei ist, ist Mitch arbeitslos und lebt in den Tag hinein. Bei einem Männerabend schauen die Freunde zu tief ins Glas und wünschen sich leichthin, das Leben des jeweils anderen zu haben. Am nächsten Morgen erleben sie ihr blaues Wunder, denn Dave und Mitch haben tatsächlich die Körper getauscht. Verzweifelt versuchen sie, das Leben des anderen in den Griff zu bekommen und merken, dass sie mit ihrem eigenen Leben nicht zufrieden sind.

Kritik

Was machen Filmproduzenten, wenn sie mit einer Komödie einen riesigen Erfolg feiern und die Kassen klingen lassen konnten? Entweder, sie produzieren einen zweiten Teil, oder sie machen einfach einen neuen Film mit denselben Mitteln. Und da "Hangover" dieses Jahr schon eine Fortsetzung bekommen hat, wagen sich die Macher dieses Überraschungserfolges mit "Wie ausgewechselt" an ein neues Projekt, das eine ähnliche Wirkung mit sich bringen soll. Man hat es sich aber zu einfach gemacht, denn während "Hangover" eine richtige Story hat, plätschert "Wie ausgewechselt" vor sich hin. Es ist eben eine typische Bodyswitch-Komödie, die von Anfang bis Ende so durchgezogen wird, wie man es nun mal von solchen Genres gewohnt ist. "Freaky Friday" lässt grüßen - aber während diese Komödie durch eigene Kreativität und spritzige Gags Akzente setzen konnte, zeichnet "Wie ausgewechselt" nichts Besonderes aus.

Der einzige Charme, der hier versprüht wird, sind ist der der beiden Hauptdarsteller. Fans von Jason Bateman und Ryan Reynolds werden sicherlich voll auf ihre Kosten kommen, denn "Wie ausgewechselt" besteht aus einer reinen Two-Man-Show der beiden angesagten Hollywood-Schauspieler. Als Fan von einem der beiden wird man mit dem Film sicherlich besser unterhalten sein als ein objektiver Zuschauer. Voreingenommenen fällt es deutlich schwerer, das Faktum auszublenden, dass sowohl Dave als auch Mitch zwei klischeehafte Charaktere sind, die man schon zig Mal in ähnlicher Variante auf dem Bildschirm zu sehen bekommen hat. Bateman und Reynolds werden trotzdem gut in Szene gesetzt und es gelingt ihnen auch teilweise, die Oberflächlichkeit ihrer Charaktere zu vertuschen. Doch Fakt ist, dass sie auf Grund ihrer typischen Anwärterrollen nicht gerade ein dynamisches Duo abgeben, aber für den Film eine vollkommen ausreichende Performance liefern, die vor allem bei der Frauenwelt gut ankommen dürfte. Lesie Mann und Olivia Wilde sind dann wiederum ein Augenschmaus für Männer und das ist auch schon ihre einzige Funktion.

Ansonsten zielen auch die Gags eher auf das männliche Publikum ab. Mit zwei männlichen Hauptrollen und ihren Problemen, die ein Körpertausch so mit sich bringt, dürften sich besonders Männer in einigen Situationen widergespiegelt fühlen. Die neutraleren und für beide Geschlechter genießbaren Szenen sind wiederum gespickt mit gängigen Witzen, die mehr oder minder funktionieren. Dennoch stehen auf der Vermisstenanzeige die großen Lacher, denn an vielen Stellen kann dem Publikum nur ein Schmunzeln entlockt werden. Das wird noch verstärkt, in dem die richtig guten Szenen auch schon in den Trailer gepackt wurden und deshalb kaum für amüsante Überraschungen gesorgt wird.

Auch handlungstechnisch wird nicht viel vorangebracht, was aber bei solchen Filmen nicht verwunderlich ist. Dass beide zu ihren ursprünglichen Körpern zurückfinden, steht bei Bodyswitch-Komödien außer Frage. Sinn und Zweck des Ganzen ist es, sein eigenes Leben wertzuschätzen und das ist natürlich auch die Moral dieser Geschichte. So vorhersehbar der Film auch ist, wird die Vermittlung dieser Lehre zum Schluss ganz gut gelöst, wenn auch nach altem Strickmuster. Aber die Cleverness und die perfekte Dosis an spritzigen Dialogen, die man von den Drehbuchautoren von "Hangover" gewohnt ist, kommen bei "Wie ausgewechselt" leider nicht zum Vorschein.

Fazit

Für einen anspruchslosen Filmabend und für Fans der Hauptdarsteller wird "Wie ausgewechselt" auf Zustimmung stoßen. Aber ein zweites Mal kann man sich diese klischeehafte Bodyswitch-Komödie mit stereotypischen Charakteren und abgebrühten Gags nicht anschauen.

Tanya Sarikaya - myFanbase
28.10.2011

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