Bewertung: 4
Joe Nussbaum

Prom - Die Nacht Deines Lebens

Graduation is for the parents. But prom’s really just for us."

Foto: Copyright: Walt Disney Studios Motion Pictures Germany
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Inhalt

Der Abschlussball steht vor der Tür und besonders eine hat hart dafür gearbeitet, dass der Traum der Brookside High von einem perfekten Abend in Erfüllung geht. Nova Prescott (Aimee Teegarden) ist der Inbegriff einer engagierten Schülerin und als Seniorpräsidentin organisiert sie den Abschlussball ihres Jahrgangs. Alles scheint nach Plan zu gehen, bis ein Feuer ausbricht und die gesamte Balldekoration zerstört. Als wäre das nicht genug, verdonnert der Rektor den rebellischen Schulschwänzer Jesse (Thomas McDonell), Nova bei den Aufräumarbeiten zu helfen. Es sind nur noch drei Wochen bis zum Ball und während Brandon (Jonathan Keltz) Nova immer noch nicht gefragt hat, ob sie mit ihm zum Ball gehen möchte, stellt sich Jesse doch nicht als so verkehrt heraus. Jordan (Kiley Bunbury) dagegen schein mit Tyler (DeVaughn Nixon) den perfekten Begleiter gefunden zu haben, während Llyod (Nicholas Braun) traut sich niemanden anzusprechen und auch andere Paare haben mit dem bevorstehenden Abend zu kämpfen.

Kritik

Dass die Amerikaner ganz vernarrt in ihren Abschlussball sind, ist längst kein Geheimnis mehr. Es ist die wichtigste Nacht im Leben eines amerikanischen Highschoolgängers, so wird es einem jedenfalls weißgemacht. So wurde das Thema Prom, wie es so schön heißt, schon in etlichen amerikanischen Highschoolserien oder Filmen durchgekaut und immer mit demselben Ergebnis. Eine voraussehbare, stereotypische Teenieromanze, die man einmal anschaut und dann wieder vergisst. Bei "Prom - Die Nacht Deines Lebens" handelt es sich um eine Disney-Produktion, so dass die Zielgruppe nicht schwer zu erraten ist. Als eine harmlose Teeniekomödie für das jüngere Publikum eignet sich der Film also recht gut, zumal es lustige Szenen und nette Charaktere gibt.

Überraschungen kann man daher nicht erwarten, dennoch haben die Schauspieler überraschend gut ihre Charaktere auf die Leinwand bekommen. Auch, wenn man jeden Charakter in eine Schublade stecken kann, so wünscht man sich doch das nicht unwahrscheinliche Happy End, besonders für Nova und Jesse. Aimee Teegarden passt perfekt in die organisierte und zielstrebige Rolle der Nova und wusste am Besten zu überzeugen, wobei sie in "Friday Night Lights" die nahezu gleiche Rolle spielte und sich hier nicht viel umzustellen braucht. Ansonsten konnte noch die Geschichte zwischen Lucas und Simone die Zuschauerherzen erweichen und für lustige Szenen sorgen. Um die anderen Charaktere hat man sich jedoch nicht bemüht, sie sind viel zu abgegriffen und nur Stereotypen einer jeden Highschool. Das liegt vor allem daran, dass man möglichst viele Charaktere mit viel zu wenig Screentime auf die Leinwand bringt, so dass man überhaupt keine Chance bekommt, diese richtig kennenzulernen. Man wollte wohl so viele Perspektiven wie nur möglich zeigen, aber weniger wäre hier wohl mehr gewesen. So geht beispielsweise der sympathische Lloyd völlig unter, wobei gerade seine Rolle am meisten hergegeben hätte.

Auch insgesamt läuft der gesamte Film viel zu schematisch ab. Zur Handlung muss man nicht viel sagen. Das ausbrechende Feuer ist nur Mittel zum Zweck, um den Abschlussball noch etwas spannender zu gestalten. Ansonsten dreht sich wirklich alles nur um den lang ersehnten Abend. Wer schon immer mal sehen wollte, wie sich amerikanische Kids wegen einem Abend so richtig in Schale werfen oder sich komplett verrückt machen, ist hier richtig. Doch Nova und Co. nehmen dieses Thema sehr ernst und so muss fast jeder bittere, aber auch schöne Erfahrungen rund um den Abschlussball machen.

Dass man jeden Charakter schon in etlichen anderen typischen Serien gesehen hat und diese viel zu monoton agieren, stört die Produzenten nicht sonderlich. Auch, dass man sich die gesamte Handlung ohne Mühe ausmalen kann, scheint hier belanglos zu sein. Man möchte gar nicht aus den alten Klischees ausbrechen, sondern genau das abliefern, was sich unschwer aus dem Titel ableiten lässt. Kleider, Glitzer, Glamour und Beziehungsprobleme junger Liebe, unterstrichen mit einem peppigen Soundtrack. Dass sich der Zuschauer aber nur mäßig unterhalten fühlt, ist die logische Konsequenz daraus und lässt "Prom –Die Nacht deines Lebens" eben doch nur als oberflächlichen und ideenlosen Teeniefilm zurück.

Fazit

Das jüngere Publikum dürfte mit "Prom - Die Nacht deines Lebens" bestens unterhalten sein, aber im Endeffekt zeigt der Film genau das, was der Titel schon aussagt. Viel Romantik, amerikanischer Kitsch, Liebespärchen und Highschooldramatik, alles nett verpackt unter einem Schlagwort, Prom.

Tanya Sarikaya - myFanbase
26.08.2011

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