Bewertung: 8
Matt Williams

Wo dein Herz schlägt

Das macht dann 5,55 Dollar.

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Inhalt

Novalee (Natalie Portman) ist wirklich nicht zu beneiden. Als sie fünf Jahre alt war, hat ihre Mutter sie sitzen lassen, ihre schulischen Leistungen sind nicht so gut gewesen und mit ihren 17 Jahren steht sie nun ohne Ausbildung da. Doch sie hat immerhin eine Zukunft vor Augen. Sie, hochschwanger, und ihr Freund, der Musiker werden will, möchten raus aus ihrem Städtchen und die Welt erleben. Doch das Schicksal schlägt wieder zu. Als Novalee bei einem Wal-Mart auf die Toilette geht und dann ein paar Sachen kauft, nutzt ihr Freund die Gelegenheit, sie einfach zurück zu lassen. Wieder mal auf sich allein gestellt, versucht Novalee mit dieser Situation klar zu kommen und bleibt einfach dort. Nachts lässt sie sich im Supermarkt einschließen. Als die Wehen einsetzen, wird die Presse auf die ungewöhnliche Geschichte aufmerksam.

Kritik

Wenn es das Schicksal nicht gut mit einem meint, dann muss man sich zusammen reißen und darf den Kopf nicht in den Sand stecken. Novalee hat es wirklich nicht einfach, denn immer wenn nur irgendeine Fünf in ihrem Leben vorkommt, dann gibt es eine schlechte Nachricht für sie. Mutter weg, Freund weg, Baby geklaut. Die Unglückskette reißt nicht ab, doch Novalee hat auch Glück in ihrem Leben, denn es gibt Menschen, die zu ihr stehen, die ihre Leichtigkeit zu schätzen wissen und alles dafür tun, dass es ihr gut geht. Zum Glück gibt es also noch neun andere Ziffern, die Novalee in Ruhe lassen.

Man soll ja nicht immer glauben, was auf dem Cover einer DVD steht, weil das in der Regel übertrieben ist und manchmal nicht mal den Kern des Filmes überhaupt trifft. In diesem Falle kann man aber fast keine besseren Worte finden, um es auf den Punkt zu bringen. "Eine zu Herzen gehende Geschichte über Freundschaft, Vertrauen und die große Liebe". Zugegeben, das ist eine ganze Menge und vielleicht sogar ein bisschen dick aufgetragen, aber letztlich stimmt es. Und zu Herzen geht die Geschichte auf jeden Fall, denn Novalee ist einem so schnell sympathisch, dass man mit ihr mitleidet und immer wieder hofft, dass doch alles gut ausgeht, sobald die Ziffer Fünf ihr Unwesen treibt. Das liegt natürlich an der Romanvorlage von Billie Letts, aber auch an der wirklich bezaubernden Natalie Portman, die nicht erst seit "Black Swan" eine tolle Schauspielerin ist.

Aber auch der restliche Cast kann die Werte des Films/Romans wunderbar vermitteln und transportieren. Neben Ashley Judd, die nie mein Fall war, aber in dem Film sehr zu gefallen weiß, muss man hier vor allem noch James Frain erwähnen, der in seiner Nebenrolle Bestnoten verdient. Er ist einfach so herzlich, dass er wohl schnell zum Musterschwiegersohn taugt. Verständnisvoll, rücksichtsvoll, liebend und durch und durch sympathisch. Das ist fast zu perfekt.

Der Film selbst fängt dann auch noch schön die Kleinstadtidylle ein, zeigt auf, wie Menschen mit ihrem Egoismus alles auszunutzen versuchen, was ihnen möglich ist, auch wenn es anderen Menschen Leid bringt. Auch sonst hat der Film noch ein paar kleine Seitenhiebe übrig. Allerdings gibt es auch Momente, wo es ein bisschen am Erzähltempo mangelt. Ab und an werden die Szenen zu lange ausgehalten. Das kann der Emotionalität dienlich sein, wird manchmal aber doch überreizt. Dem Gesamtbild des Filmes schadet es allerdings nicht. Es bleibt das Prädikat: Sehenswert!

Fazit

Der Film besticht durch seine Geschichten und Dialoge sowie Schauspieler und weniger durch Tempo oder Action und ist somit ein gelungenes Drama, dessen Längen schnell verziehen werden. Das macht dann 5,55 Dollar.

Emil Groth - myFanbase
27.04.2011

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