Bewertung: 6
George Tillman Jr.

Faster

"Gott kann dich vor mir nicht schützen." - "Vielleicht kann er ja dich vor dich selbst schützen... Ich verzeihe dir für das, was du gleich tun wirst."

Foto: Copyright: 2011 Sony Pictures Releasing GmbH
© 2011 Sony Pictures Releasing GmbH

Inhalt

Der Fahrer (Dwayne Johnson) kommt nach einer langen Zeit aus dem Gefängnis raus und begibt sich sogleich auf den Weg zu einem für ihn geparkten Auto, um kurz darauf einen Büroangestellten in den Kopf zu schießen. Diese Aktion macht die Polizei und den drogenabhängigen Polizisten (Billy Bob Thornton) auf ihn aufmerksam. Schnell stellt sich heraus, dass dies eine Racheaktion war. Der Fahrer, den sie im Gefängnis auch der Geist genannt haben, befindet sich auf dem Weg, den Mördern seines Bruders Rache zu leisten.

Kurz darauf erhält ein Hobbykiller (Oliver Jackson-Cohen), welcher gleichzeitig Millionär ist, den Auftrag, den Fahrer zu liquidieren. Was der Killer zunächst für ein Leichtes ansieht, wird für ihn zu einer großen Herausforderung, die er aber gerne annimmt.

Kritik

Gegen Ende letzten Jahres kam in den USA ein Film in die Kinos, welcher gerade noch seine Ausgaben einspielen konnte und von dem man nicht gedacht hätte, dass dieser es auch in die europäischen, geschweige denn in die deutschen Kinos schafft. Anscheinend war das Vertrauen der Produktionsfirma für diesen Film größer, als das Vertrauen der Zuschauer, denn ein Start in Deutschland wurde durchgesetzt.

George Tillman Jr. schickt die Zahnfee auf Bewährung in einem rasanten Actionfilm innerhalb von ein paar Tagen durch die Wüstenstaaten Amerikas. Dabei fällt auf, dass Dwayne Johnson in diesem Film ausnahmsweise beweisen kann, dass er nicht nur ein Hau-Drauf-Schauspieler ist, sondern richtige Emotionen zeigen kann im Körper eines teils stumpfsinnigen, aber präzisen Rächers.

Der Film wird aber nicht von Johnson getragen, sondern von der Gesamtdarbietung aller Schauspieler. Da wäre zum einen der alt bekannte, aber wenig erfolgreiche Billy Bob Thornton, am ehesten bekannt für seine Rolle des "Bad Santa", welcher in "Faster" die Rolle eines drogenabhängigen Polizisten inne hat. Neben diesem Problem hat er auch noch einen Sohn, dem er nicht immer so viel Zeit widmet, wie er gerne würde, und eine Frau, von welcher er jedoch getrennt lebt. Dann wäre da noch der unbekannte Oliver Jackson-Cohen, der einen egozentrischen Killer und Millionär spielt, welcher zu Kindszeiten nicht gehen konnte, und sich nun mit Lily, gespielt von Maggie Grace, verheiraten möchte. In Unwissenheit von dessen Beruf ist sie keinesfalls, vielmehr unterstützt sie ihn dabei.

Aus dieser Zusammensetzung an Charakteren kreierte Tillman Jr., wie es der Titel bereits andeutet, ein rasantes Kinoereignis, das trotz seiner Kürze jedem Charakter genug Zeit opfert, deren Geschichte vollends auszuschöpfen. Der Stil des Filmes orientiert sich dabei stark an denen von Quentin Tarantino. Das erkennt der Zuschauer schon von Anfang an. Eine lässige Musik, dazu noch die Beschreibung der Charaktere und ein Wagen, der die Herzen vieler Männer erwärmt. Nur ist dies nicht das Ende. Im Verlauf tritt ein alter Musikklassiker nach dem anderen auf, beziehungsweise wurde die Musik in diesem Stil komponiert. Inszenierungen von Ermordungen und die Zurschaustellung der Darsteller in einprägsamen Situationen ähneln im Verlauf dabei immer mehr einem guten Tarantino.

Der springende Punkt dabei ist, dass sie sich ihm nur ähneln und nicht bis zur Vollendung ausschöpfen. So ist beispielsweise das kürzlich erst vermählte Paar in der Wüste, welches auf Dosen schießt, sehr einprägsam, doch fehlt dabei das letzte Quäntchen Feingefühl für die Situation.

Fazit

Von vielen namhaften Produzenten belächelt, aber wohl nie wirklich begutachtet worden, kann sich diese Produktion in die Reihe guter Filme des Genres einordnen. Ein Film, der trotz seiner Schwächen vollends überzeugen kann, da er keine Erwartungen schürt und dadurch ausgezeichnet wirkt.

Ignat Kress - myFanbase
01.03.2011

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