Bewertung: 5
Mark Brokaw

Feind in dir, Der

Nothing is as simple as black and white.

Inhalt

Sarah Daniels (Sarah Jessica Parker) hat mit großem Idealismus an der Lancaster School unterrichtet, einer Schule voller ethnischer Minderheiten in einem Problembezirk. Als sie das Angebot von einem College in Belmont bekam, hat sie sich dorthin begeben und versucht nun dort, die wenigen Studenten mit Migrationshintergrund zu fördern. Als Simon Brick (Paul James), ein afroamerikanischer Student, allerdings Drohbriefe erhält, gerät die heile Welt in Belmont ins Wanken. Die Verantwortlichen des College wollen die Probleme intern regeln und Sarah soll ihre Rolle als Bindeglied zu den ethnischen Minderheiten erfüllen. Doch als Aaron Carmichael (Mykelti Williamson), ein Journalist, auf dem Campus auftaucht, wird nicht nur die College-Leitung unruhig. Auch Sarahs Vergangenheit und ihre Beweggründe, die Lancaster School zu verlassen, werden auf den Grund gegangen. Unterdessen versuchen auch die Studenten sich zu positionieren und die Drohungen gegen Simon Brick gehen unverhohlen weiter.

Kritik

"Spinning Into Butter" ist in den USA ein gefeiertes Theaterstück, welches hier mit prominenter Besetzung verfilmt wurde, aber offenbar nicht an die Erfolge auf der Bühne anknüpfen konnte. Bereits 2007 wurde der Film in Cannes gezeigt. Zwei Jahre später erst wurde er in den USA veröffentlicht, erst in ein paar Kinos, später dann auf DVD. In Deutschland ist er lediglich im Fernsehen zu sehen gewesen. Es ist also alles andere als eine Erfolgsgeschichte, die dieser Film mit sich bringt. Wenn man sich den Film dann angeschaut hat, verwundert das auch nicht. Thematisch kann man natürlich nichts daran aussetzen und der Film bietet viele Ansätze zu langen Diskussionen, weil er das Thema Rassismus schon anders angeht, als man es vielleicht gewohnt ist. Das College ist nämlich überaus bemüht, sehr tolerant zu sein und sich nichts zu schulden kommen zu lassen. Man ist freundlich, richtet Foren ein, ein Begegnungshaus und auch die Einstellung von Sarah Daniels ist in dieser Hinsicht nicht ganz uneigennützig.

Doch ist es eben genau dieser blinde Aktionismus, der schließlich für Unruhen sorgt, weil man dadurch die Andersartigkeit proklamiert, Stipendien für Minderheiten vergibt und somit derart tolerant ist, dass einem die Intoleranz nur so ins Gesicht geschrieben steht. Besonders Sarah muss sich hier einiges eingestehen, nachdem sie vom afroamerikanischen Reporter immer wieder dazu getrieben wird, ihren aufgestauten Gefühle heraus zu lassen. Zumal sie es von allen Seiten abbekommt. Der Dekan setzt sie unter Druck, die Studenten sind unzufrieden und der Reporter stellt unangenehme Fragen. Man kann also durchaus verstehen, warum das Theaterstück der Autorin einen Namen eingebracht hat. Leider kann die filmische Umsetzung trotz der Besetzung nicht viel davon transportieren.

Die Szenen wirken teilweise aneinander geklatscht, die Dialoge sind schlecht (vielleicht auch nur durch die Synchronisation bedingt) und Emotionen scheinen teilweise aus dem Nichts heraus plötzlich aufzutauchen, ohne dass man genau nachvollziehen kann, wie sie entstanden sind. Überhaupt hat man nicht das Gefühl, als Zuschauer abgeholt zu werden und sich in die Problematik richtig hineinfühlen zu können. Man hat während des Filmes immer wieder den Eindruck, als hatte man nur ganz wenig Zeit für die Dreharbeiten und konnte mit den Möglichkeiten, die ein Film bietet, nicht umgehen. Die Nähe, die ein Theaterstück mit sich bringt, muss man im Film eben anders herstellen. Das ist leider nicht gelungen.

Fazit

Das Potenzial des Themas kann der Film nicht nutzen und so kann man ihn bestenfalls als gute Diskussionsgrundlage zum Beispiel für den Unterricht in der Schule nutzen. Ansonsten ist der Film emotional blass geblieben und höchstens noch wegen der Besetzung einen Versuch wert.

Emil Groth - myFanbase
30.01.2011

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