Bewertung: 6
Zack Snyder

Dawn of the Dead

"Wenn in der Hölle kein Platz mehr ist, kommen die Toten auf die Erde."

Foto: Copyright: 2010 Universal Studios
© 2010 Universal Studios

Inhalt

Über Nacht bricht auf der Welt eine Epidemie aus, die alle infizierten Menschen nach einer kurzen Verweildauer zu blutrünstigen Zombies werden lässt. Die junge Krankenschwester Ana (Sarah Polley) entkommt nur knapp ihrem Freund, und flüchtet mit ihrem Auto. Nachdem sie einen Unfall gebaut hat, wird sie von dem Polizisten Kenneth (Ving Rhames) aus ihrem Schock ins Leben gerufen. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg, einen sicheren Ort zu finden. Dabei stoßen sie auf drei weitere Menschen, von denen eine auch noch schwanger ist.

Sie finden Zuflucht in einem Einkaufscenter, wo sie jedoch von bewaffneten Wächtern begrüßt werden. In diesem Center harren sie tagelang aus, beobachten im Fernsehen die Geschehnisse auf der Welt und warten auf irgendeine Rettung durch die Regierung. Derweil gehen auch noch die Reserven nach und nach zu Neige. Da sind weitere Hinzukömmlinge in einem LKW nicht unbedingt eine erfreuliche Nachricht, zumal sich vor dem gewaltigen Einkaufscenter die Zombies nur so anhäufen. Es gibt ja schließlich Frischfleisch im Gebäude...

Kritik

Wer sich mit Filmen auskennt, der kennt auch den Namen Zack Snyder. Dabei ist es doch fast unglaublich, dass in seiner Filmografie nicht sonderlich viele Filme vorzufinden sind. Wenn wir seine zwei Filme aus den 90er Jahren missachten, da diese sowieso nicht sonderlich relevant sind, so bleiben nur noch dieser Horrorthriller, das pathetische Actionspektakel "300" und die Comicverfilmung über Antihelden in "Watchmen" übrig. Im Grunde könnte man behaupten, dass dieser Horrorfilm Synders Sprung in eine erfolgreiche Regiekarriere war. Und dies sogar zu Recht, schließlich erlangen Horrorfilme selten eine große Beachtung bei den Filmpreisen.

Was diesen Horrorfilm so außergewöhnlich gestaltet, sind nicht nur die Massen an Zombies, die jeden Augenblick die Menschen im Einkaufszentrum fressen möchten, sondern die innere Zerrissenheit aller Beteiligten. Es sind die humoristischen Einlagen in dieser aussichtslosen Situation, die Beziehungen der Charaktere zu einander, und der ausgeschaltete oder übertriebene Egoismus, die auf so kurzem Raum auf einander treffen. Natürlich sind auch die Splatter-Szenen nicht zu verachten. Es ist sichtlich immer wieder interessant anzusehen, wie Menschen von Biestern verfolgt und getötet werden. Ebenso wurde viel Wert darauf gelegt, die Entwicklung vom Menschen zum Zombie wahrheitsgetreu - sofern dies überhaupt möglich ist - aufzuzeigen. Aber so wie es bei vielen Filmen ist, erzeugt auch hier eine künstliche Leiche nicht die selbe Gänsehaut, wie eine reale.

Da die Produktionskosten in einem gewissen Rahmen bleiben sollten, und die Kostümdesigner einen Großteil davon verschlungen haben, durften hier keine Superstars mitspielen. Das wäre vielleicht sogar eine schlechte Entscheidung gewesen. Stattdessen nahm Snyder angesehene und etablierte Film- und Serienschauspieler mit nicht allzu hohen Gagen, obwohl ihr Bekanntheitsgrad - auch wenn der Name unbekannt ist - sehr groß ist. Der Charakter Ana, gespielt von Sarah Polley, hat hier zwar die Hauptrolle ergattert, aber im Grunde war es eine ohne große Herausforderungen. Fast schon stupid stereotypische Filmheldenglorie hängt ihr in diesem Film nach. Eine Vertiefung ihres seelischen Konfliktes mit dem Verlust ihres Freundes, der Ausrottung der Menschheit und ihrer Situation gibt es nicht. Es wäre schön gewesen, aber dies ist ganz sicher nicht der Plan bei einem solchen Film. Ein ebenso bekanntes Gesicht ist Ving Rhames ("Pulp Fiction", "Surrogates - Mein zweites Ich"). Seine Rolle beschränkt sich auf den coolen Policeofficer, der zunächst nur nach seinem eigenen Vorteil Ausschau hält, aber letztlich sich für alle einsetzt.

Weiter in den Nebenrollen agieren recht zuverlässig Jake Weber, der sich erst in den letzten Jahren durch die Serie "Medium" einen Namen machen konnte, und Mekhi Phifer, dessen Name schwerer einzuprägen ist, als sein Gesicht. Er war sehr begnadet in der Erfolgsserie "Emergency Room - Die Notaufnahme" und schlug sich sehr wacker in der Serie "Lie to Me".

Fazit

Ein überaus sehenswerter Horror-Splatter, welcher nicht sonderlich viel Angst einjagt, dafür aber durch extraordinäres Zerfetzen, Verstümmeln und Töten überzeugen kann.

Ignat Kress - myFanbase
29.09.2010

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