Bewertung: 7
Michael Winterbottom

Ein mutiger Weg

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Foto: Copyright: Paramount Pictures
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Inhalt

Am 23. Januar 2002 reist der Wall-Street-Journal-Journalist Daniel Pearl (Dan Futterman) mit seiner schwangeren Frau, die ebenfalls Journalistin ist, von Karachi nach Dubai. Einen Tag zuvor arrangiert Pearl ein Interview in einem Cafe mit einem islamischen fundamentalistischen Kleriker. Als "Danny" von diesem nicht zurückkommt, startet seine Frau Mariane (Angelina Jolie) eine Suchkampagne. Die pakistanische Polizei, das amerikanische Botschaftspersonal und das FBI examinieren Zeugen, Telefonaufzeichnungen, E-Mails und die Autofahrer. Wer hat ihn? Wo ist er? Gleichzeitig ist die Frage des Wieso: Weil Gefangene in Guantanamo misshandelt werden, weil Danny unterstellt wird, er hätte in der Vergangenheit mit der CIA zusammengearbeitet, oder weil er Jude ist? Mariane muss in diesen schweren Zeiten direkt und entschlossen sein, und dabei einen klaren Kopf behalten.

Kritik

Ein mutiger Weg ist eine dramaturgische Meisterleistung der US-amerikanischen Schauspielerin Angelina Jolie. In keinem Film zuvor habe ich sie so exzellent eine Rolle spielen sehen, wie hier die der Mariane Pearl. Es war ein großes Erstaunen, sah Jolie gar nicht aus wie Jolie, und damit atemberaubend anders schön. Die Bezeichnung einer durchschnittlichen Schauspielerin trotz Millionengagen hingen ihr lange nach, doch dieser Film sprengt die Grenze zwischen Können und Perfektion bei ihr. Das Ende des Filmes ist kein Geheimnis, was schon zu Beginn klar wird. Daniel Pearl stirbt, wie die Nachricht aufgefasst wird, spiegelt sich dann in der Schauspielkunst wieder. In Julia Franks "Mittagsfrau" nimmt die Protagonistin erst einmal tief Luft, um die Tatsache zu realisieren. In Michael Winterbottoms "Ein mutiger Weg" wird auf einer Stufe höher gearbeitet. Frust - Trauer - Wut - Angst - ein Schrei. Ein Schrei in der Stille einer der größten Städte der Erde. Er reißt einen in den Bahn und verursacht Mitgefühl, obwohl keinerlei persönliche Verbindung besteht.

"Ein mutiger Weg" ist aber nicht nur eine Schauspielerin. Er ist ein einmaliges Relikt einer Branche, die um ihre Rechte kämpft und ihre Gefahren aufzeigt, die vollführt werden müssen, damit Menschen reale Aufklärung erhalten können. Er steht für die Redefreiheit und für die Pressefreiheit. Er steht für sämtliche Journalisten, die ihr Leben lassen mussten für die Wahrheit. Und das sind eine Menge. 2006 waren es über 100 als Rekordhoch. Das Risiko als Journalist durch merkwürdige Umstände zu sterben, ist wohl deutlich höher als bei einem Durchschnittsbürger. Dank Wikileaks wurde auch aufgezeigt, dass nicht nur Fundamentalisten am Tod von unzähligen Korrespondenten verantwortlich sind, sondern auch der Freund. Ein Freund, von dem wir genau wissen, dass er gegen Menschenrechte verstößt, und nicht immer alles unternimmt, um jemanden zu retten - besonders auf politischer Ebene.

Der nötige Anstand gegenüber den Verwandten und Bekannten wird zu jedem Zeitpunkt bewahrt. Daniel Pearl, gespielt von Dan Futterman, wird nie in Pose der Gefangenschaft gezeigt, außer bei der Verkündung einer Botschaft. Die Bilder in diesem Film sind die Worte. Die Bilder sind die Tränen in den Augen der Polizisten, Agenten und Angestellten. Wer benötigt ein Streamvideo aus dem Internet, um zu sehen, wie er gestorben ist? Vielleicht lediglich ein kleiner Kreis von Beamten und Militärs, nicht der normale Einwohner eines Landes. Es reicht schon vollkommen das Wissen einer Tat, um Abscheu zu empfinden, selbst für jemanden, der kein Pazifist ist.

Letztlich ist dieser Film ein Dokument dafür, wie die Welt sich allmählich nach dem 11. September 2001 in westliche und arabische, antisemitische Ideologie teilte .

Fazit

Ein mehr als nur empfehlenswerter Film, der trotz gefühlten Längen und Schwächen in der spannenden Phase überzeugen kann.

Ignat Kress - myFanbase
16.08.2010

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