Bewertung: 8
Mike Newell

Prince of Persia: Der Sand der Zeit

Defy the future

Foto: Copyright: Walt Disney Studios Motion Pictures Germany
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Inhalt

Einst ein gewöhnlicher Straßenjunge in Persien wurde Dastan (Jake Gyllenhaal) von dem König von Persien Sharaman (Ronald Pickup) adoptiert und ist nun ein edler Prinz. Mit seinen beiden Brüdern Tus (Richard Coyle) und Garsiv (Toby Kebbell) führt er das persische Heer an, um die heilige Stadt Alamut zu belagern, die angeblich Waffen an Feinde verkaufen soll. Schnell bestreiten Dastan und seine Brüder die Schlacht und treffen auf die hübsche Prinzessin Tamina (Gemma Arterton), welche als Gemahlin für Tus erwählt wurde.

Doch während der Schlacht fällt Dastan ein Dolch in die Hände, der unvorstellbare Macht besitzt. Noch am Abend, an dem der Sieg in Persien gefeiert wird, wird König Sharaman vergiftet und Dastan wird als Mörder verdächtigt. Gemeinsam mit Tamina flieht er und erfährt, dass man mittels des Dolches die Zeit zurückdrehen kann. Damit möchte er seine Unschuld beweisen und den Tod seines Stiefvaters verhindern. Doch schon bald steht mehr auf dem Spiel, denn auch andere sind hinter dem Dolch her und wenn er in die falschen Hände geriete, wären die Folgen katastrophal.

Kritik

Comicverfilmungen, Biographien über prominente Persönlichkeiten, Geschichten nach wahren Begebenheiten heutzutage werden vielversprechende Themen massenhaft an Filmproduktionen geliefert, um die Kinokassen zu sprengen. Bei "Prince of Persia" jedoch ist es etwas anders, denn ursprünglich ist der Titelgeber ein animiertes Computerspiel, welches aus verschiedenen Teilen besteht. Regisseur Mike Newell, der schon in dem erfolgreichen Harry-Potter-Streifen "Harry Potter und der Feuerkelch" Regie führte, hat sich nun an dieses Gebiet herangewagt mit Erfolg.

Immerhin hat der Produzent von der "Fluch der Karibik"-Reihe, Jerry Buckheimer, seine Geschicke für diesen Film zur Verfügung gestellt. Aber kann der "Prince of Persia" wirklich den legendären Jack Sparrow überbieten? Die gute Nachricht ist, dass sich der Film nicht an "Fluch der Karibik" messen oder in seine Fußstapfen treten will. "Prince of Persia" entwickelt seine eigene Richtung, voller Action und Abenteuer. So haben die beiden Filme fast nichts gemeinsam und das ist auch gut so, denn dieser Abenteuerfilm hier wäre nur halb so gut geworden, wenn er sich andere Filme zum Vorbild genommen hätte.

Es fängt an mit der phänomenalen Besetzung, die in Jake Gyllenhaal einen Helden gefunden hat. Es gibt keinen Zweifel, er ist ein guter Schauspieler und sein Talent hat er in Blockbustern wie "Brokeback Mountain" oder "The Day After Tomorrow" bewiesen. Auch hier begeistert er durch sein attraktives Äußeres und den charismatischen Draufgängercharakter nicht nur das weibliche Publikum, sondern ebenfalls durch seine großartigen Actionqualitäten die männlichen Zuschauer. Die weibliche Hauptdarstellerin Gemma Arterton, die erstmals in "James Bond 007 Ein Quantum Trost" auf sich aufmerksam machen konnte, aber darin nicht ganz so hervorstechen konnte, hat mich ebenso positiv überrascht. Ben Kingsley ist wie gewohnt überzeugend und auch für den restlichen Cast hat man ein gutes Händchen bei der Auswahl der Schauspieler bewiesen.

An einer Liebesgeschichte darf es natürlich nicht fehlen und auch, wenn sie sehr offensichtlich gestaltet ist, passt sie gut in die Story und ist nett anzusehen. Dazu taugen auch die spritzigen und witzigen Dialoge zwischen Dastan und Tamina bei. Scheich Amar, dargestellt von Alfred Molina, ist eine Klasse für sich und trägt zu den lustigsten Momenten im Film bei. Dennoch findet man all die Charaktere in jeden anderen beliebigen Actionfilmen: Eine schöne Prinzessin, der machtgierige Böse und der klassische Held. Was an Tiefgründigkeit an der ein oder anderen Stelle fehlt, wird durch die Action wieder wett gemacht. Und das bombastisch. Actionfans werden hier vollends auf ihre Kosten kommen und die fabelhaften Stunts genießen können. Der Kinotrailer war bezüglich der Action schon sehr vielversprechend, aber im Film packen die Macher erst richtig aus und präsentieren mit "Prince of Persia" eine kurzweilige und grandiose Unterhaltung. Die Effekte können hundertprozentig überzeugen und natürlich wird die Spannungskurve so weit nach oben gefahren wir nur möglich. Die Kulissen, vor allem die alten orientalischen Paläste, sind bezaubernd und der wirklich großartige Soundtrack unterstreicht alle Szenen. Selten hat mich die Filmmusik von der ersten Minute an so gefesselt wie bei "Prince of Persia". Leider muss man sagen, dass die erste Hälfte des Films deutlich besser war als die zweite, die dann zum Schluss zu viel des Guten wollte. Aber das Gesamtpaket zählt, und dieses kann überzeugen, sodass man über kleinere Schwächen hinwegsehen kann.

Fazit

Das nennt man großes Kino. "Prince of Persia" hält was er verspricht und ist trotz kleinerer Schwächen definitiv einen Kinobesuch wert.

Tanya Sarikaya - myFanbase
16.06.2010

Diskussion zu diesem Film