Bewertung: 6
Lawrence Kasdan

French Kiss

"Sie kommen und Sie gehen. Sie versprechen das Eine und halten das Andere... warum sollte ich Ihnen vertrauen?"

Foto: Copyright: Kinowelt GmbH
© Kinowelt GmbH

Inhalt

Charlie (Timothy Hutton) möchte, dass seine Verlobte Kate (Meg Ryan) ihn nach Paris zu einem Ärztekonkress begleitet. Es gibt jedoch ein kleines Problem, Kate hat furchtbare Flugangst. Schließlich fliegt Charlie alleine in die Stadt der Liebe, begegnet dort einer französischen Göttin und teilt seiner Verlobten nach wenigen Tagen mit, er werde nie mehr zu ihr zurückkehren.

Die Geschichtslehrerin Kate steigt darauf, trotz panischer Angst, in das nächste Flugzeug, um ihren Verlobten zurück zu gewinnen. Während des Fluges lernt sie den Franzosen Luc Teyssier (Kevin Kline) kennen. Ihre Begegnung erweist sich als ähnlich holprig wie ihr erster Flug. Spätestens als Kate herausfindet, dass der Franzose sie nur gebraucht hat, um eine Weinrebe und ein teures Collier sicher durch den Zoll zu schmuggeln, kommt sie zum Entschluss, dass alle Männer einfach nur Schweine sind. Doch Luc möchte ihr als Wiedergutmachung helfen, ihren Ex-Verlobten und seine Göttin zu finden. Während einer langen Zugfahrt und einem Besuch bei Lucs Familie, bemerken die zwei jedoch, dass sie gar nicht so verschieden sind, wie sie zu Beginn dachten...

Kritik

Eine Lebensgeschichte, die es in unzählige Filme geschafft hat. Frau wird sitzen gelassen, kämpft um ihn und als er zu ihr zurück will, erkennt sie, dass es ihr besser ohne ihn geht. "French Kiss" ist einer der typischen Meg-Ryan-Filme. Kate ist eine neurotische, gutgläubige Lehrerin, die nichtsahnend ihren Verlobten alleine in ein fernes Land ziehen lässt, bevor sie schmerzhaft feststellen muss, dass es in anderen Städten auch hübsche Töchter gibt. Sie überwindet für den Mann ihres Lebens panische Ängste und lernt ausgerechnet einen der Franzosen kennen, über den sie so viele Vorurteile hatte. Und irgendwann ist sich die brave Kate gar nicht mehr so sicher, ob sie den untreuen Verlobten und ihr perfektes Leben überhaupt zurück will.

Besonders bei den Flugzeugszenen fällt einem rasch auf, dass die technische Ausstattung im Jahre 1995 noch einiges zu Wünschen übrig ließ. Es war die gute alte Zeit vor dem Euro, den strikten Rauchverboten überall und den verschärften Zollvorschriften. Was mich jedoch eindeutig am meisten an dem Film stört, ist, dass sich gut ein Drittel auf Französisch abspielt. Ohne irgendwelche Untertitel werden ganze Szenen in dieser Sprache abgehalten. Sollte man im Französischunterricht immer eine Siesta gehalten haben, wird man einige Informationen schlichtweg nicht mitbekommen. Zum Beispiel, warum Jean Reno in Kevin Klines Schuld steht.

Also, warum sollte man sich 111 Minuten lang vor den Fernseher setzen, um diese doch ziemlich alte Liebeskomödie anzusehen? Weil nicht alles Alte schlecht ist! Meg Ryan verkörpert Kate perfekt. Ihre Mimik, Gestik, ihre zurückhaltende und doch freche Art zaubert einem oft ein Lächeln auf die Lippen und bringt einem dazu, die Fernsehbedienung wieder weg zu legen, weil man halt doch wissen will, ob sie nun glücklich wird oder nicht. Kevin Kline, der den stereotypischen Franzosen mimt, auf den ersten Blick ein Kleinganove, doch selbst er entdeckt gegen Ende, dass noch viel mehr ihn im steckt. Und natürlich Jean Reno, als Familienmensch und Polizist. In dieser Rolle würde er übrigens noch einige Male im Laufe seiner Karriere auftauchen, zum Beispiel in "The Da Vinci Code".

Wunderschöne französische Landschaften, unterstrichen mit den passenden Klängen aus diesem Land, lassen einen in die Ferne schweifen und vom nächsten Urlaub in der Provence träumen. Es ist der Zauber, der manchen älteren Streifen trotz minimalstem technischen Aufwand so sehenswert macht.

Fazit

Eine süße Sommerromanze mit französischer Gelassenheit.

Jasmine K. - myFanbase
14.05.2010

Diskussion zu diesem Film