Bewertung: 6
John Whitesell

Blendende Weihnachten

Ich will, dass man mein Haus vom Weltall aus sehen kann.

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Inhalt

Steve Finch (Matthew Broderick) ist ein wahrer Weihnachtsfreund und will, dass das diesjährige Weihnachten richtig schön wird, damit auch die Familie wieder enger zusammenrückt. Er und seine Frau Kelly (Kristin Davis) haben nämlich einige Probleme mit ihren Kindern. Zudem ist Steve auch für die Feierlichkeiten in dem Städtchen verantwortlich.

Doch dann bekommen die Finchs plötzlich die Halls als neue Nachbarn. Nach einer ersten freundlichen Begegnung wird schnell deutlich, dass auch Buddy Hall (Danny DeVito) Weihnachten über alles liebt. Es beginnt ein regelrechter Wettkampf zwischen Steve und Buddy, bei dem Steve regelrecht vom Pech verfolgt wird. Als auch noch der lange ausgewählte Weihnachtsbaum ausbrennt und Buddy die Einwohner auf seine Seite bringt, erklärt Steve seinem neuen Nachbarn den Krieg. Er will Buddy nun auch das Weihnachtsfest ruinieren und um jeden Preis verhindern, dass dieser sein ehrgeiziges Ziel, durch Weihnachtsbeleuchtung sein Haus bis ins All sichtbar zu machen, verhindern. Die Familie gerät dabei völlig in den Hintergrund.

Kritik

Langsam verliert man regelrecht den Überblick bei den zahlreichen Weihnachtsfilmen, die sich in den Fernsehprogrammen um Weihnachten herum tummeln. Da ist es fast dem Zufall überlassen, in welchen Film man gerade reinzappt und ist es durchaus sinnvoll, wenn man dabei sofort auf bekannte Gesichter trifft. So erging es mir mit "Blendende Weihnachten", bei dem man hängen bleibt, weil man sofort mindestens zwei Schauspieler erkennt. Da die Uhrzeit verriet, dass der Film gerade begonnen hat und ich mich immer freue, Gesichter aus Serien zu sehen, musste ich quasi dranbleiben. Nach Kristin Davis, die sich als liebende Mutter und Ehefrau insgesamt recht unauffällig gibt, tauchte kurz darauf auch noch Kristin Chenoweth auf, die eine überdrehte Mutter geprägt durch Schönheitsköniginnenambitionen spielt und mit den inzwischen jugendlichen Zwillingen Ashley und Emily ihre klischeebehafteten Nachfolger heranzieht. Da auch die Ehemänner in ihrem Weihnachtswahn sehr ausgeflippt wirken, ist die Richtung des Filmes schnell klar. Es geht um humorvolle Unterhaltung, die von Pleiten, Pech und Pannen durchzogen ist und recht eindimensional einen Konflikt aufbaut, der den Schauspielern nicht besonders viel abfordert.

Die Halls sind sehr freundlich und zuvorkommend und trotzdem in jeder Hinsicht ein Dorn im Auge von Steve Finch, der sich viel vorgenommen hat und nun völlig in den Schatten gestellt wird. Er vermutet nur Böses dahinter und hadert mit seinem Schicksal, das ihn dadurch erst recht trifft. Buddy tippelt als unschuldiges Lämmchen durch die Gegend, erhofft sich seinen Durchbruch als Autoverkäufer und will seinen ehrgeizigen Traum umsetzen, zu welchem er auch gerne mal den Strom der Nachbarn anzapft. Es steckt also durchaus eine leichte, kriminelle Energie in Buddy, der mit so viel Widerstand nicht gerechnet hat. Seine Hausbeleuchtung, ein Lieblingsthema der Amerikaner (fernab von jeder Klimadebatte), ist dann entsprechend prunkvoll und mit kitschig fast nicht mehr ausreichend zu beschreiben. Das Ziel ist zudem weihnachtlich naiv und eigentlich unerreichbar. Aber so sind die Weihnachtsfilme eben und natürlich ist auch hier der Grundaufbau dann so, dass der Wettkampf der Väter die eigentliche Freude an Weihnachten und die Absicht des Festes aus den Augen verlieren lässt. Die fehlende Harmonie bringt dann Beschwerden der Frauen mit sich und das Weihnachtsfest ist für alle ruiniert, es sei denn, es gibt noch eine weihnachtliche Wendung.

Was bleibt also nach einer netten, unkomplizierten Geschichte, viel Humor, der gerne auch mal vorhersehbar, übertrieben und unlustig ist, und einem Cast, der nicht so viel zu tun hat und für Serienfans auch noch Kal Penn und Cory Monteith in Minirollen zu bieten hat? Ein typisch amerikanischer Weihnachtsfilm, der unterhaltsam und kurzweilig auf das Fest einstimmt, keine stetige Aufmerksamkeit erfordert und somit einen gemütlich-leichten Fersehnachmittag oder –abend mit der ganzen Familie ermöglicht. In diesem Sinne also fröhliche Weihnachten.

Fazit

"Blendende Weihnachten" ist letztlich ein Weihnachtsfilm von vielen, der mit seinem Cast und seinen schrägen Charakteren etwas aus der Masse herausragen kann, aber nicht zu den Filmen gehört, die man jedes Jahr zu Weihnachten sehen sollte.

Emil Groth - myFanbase
21.12.2009

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