Bewertung: 2
Mike Newell

Liebe in den Zeiten der Cholera, Die

Eine Geschichte, die auf dem Roman "El amor en los tiempos del cólera" von Nobelpreistäger Gabriel García Márquez basiert.

Foto: Copyright: 2008 Universum Film GmbH
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Inhalt

1879, Cartagena, Kolumbien: Der Telegrammbote Florentino Ariza (Unax Ugalde, später Javier Bardem) lernt während seiner Arbeit Fermina Daza (Giovanna Mezzogiorno) kennen und verliebt sich in sie. Die Begegnung mit dem Mädchen aus reichem Hause verändert sein Leben. Er schreibt Fermina zig Liebesbriefe und hält schließlich um ihre Hand an, doch Ferminas Vater (John Leguizamo) ist gegen diese Beziehung und verbietet seiner Tochter den Umgang mit Florentino. Als sie von einer Reise zurückkehrt, lernt sie den Arzt Juvenal Urbino (Benjamin Bratt) kennen und heiratet ihn. Florentino, der in der Zwischenzeit ein Frauenheld geworden ist, muss über 50 Jahre warten, damit er seiner Geliebten seine Liebe erneut gestehen kann.

Kritik

Regisseur Mike Newell und Drehbuchautor Ronald Harwood ist es nicht gelungen, dem Roman gerecht zu werden. Obwohl beide den Roman mit dieser Adaption nicht total verrissen haben, sind jedoch die Dramatik, Romantik und Gefühle viel zu kurz gekommen. Vor allem die gefühlsbetonten Momente habe ich in diesem Drama vermisst. Während man eine halbe Stunde noch davon überzeugt ist, dass man eine wundervolle und großartige Liebesgeschichte à la "Romeo & Julia" präsentiert bekommt, wird dem schon bald der Boden unter den Füßen weggezogen. Denn mehr als Langeweile hat der in die Länge gezogene Film nicht zu bieten, und so ist man mehr als enttäuscht.

Die parallelen Storylines von Florentino Ariza und Fermina Daza werden darüber hinaus einfach nicht überzeugend und glaubwürdig erzählt. Sie werden schlicht und einfach ins Lächerliche gezogen, da dieses sogenannte Drama sehr schnell in die Pornografie abrutscht, was ich vollkommen sinnlos fand. Dies machte den Film kaputt, und die Liebesgeschichte war im Nu dahin. Ebenfalls der Eindruck, dass es je eine war. Man hätte die 622 Affären des Hauptcharakters, gespielt von Javier Bardem, kurz in einem Prolog erwähnen können, als den Großteil dieser Affären eben auf der Leinwand zu präsentieren.

Während Giovanna Mezzogiorno die Rolle der Fermina noch teilweise überzeugend darstellte, wurde Javier Bardem doch recht schnell zur Witzfigur. Man kaufte ihm den Romantiker in keinster Weise ab und schon gar nicht, dass er in der Lage war, für nur eine Frau Gefühle zu hegen. Von Mezzogiornos Storyline war ich ja noch angetan, weil ihr Leben eben weiterging, im Gegensatz zu Florentinos, der seiner großen Liebe nachtrauerte und von einer Frau zur nächsten sprang. Dass die Darsteller ihre Rollen während eines Zeitraumes über 50 Jahre darstellten und somit auch altern mussten, machte das Ganze noch schwieriger und fadenscheiniger. Fermina sah mit 70 Jahren immer noch aus wie mit 30 Jahren, von Florentino Ariza ganz zu schweigen.

Der Film heißt "Love in the Time of Cholera", doch wer jetzt glaubt, dass diese schwere Infektionskrankheit im Film integriert wurde, den muss ich enttäuschen. Man wird durch den Titel in eine Irre geführt und erwartet dementsprechend mehr. Die Cholera ist einfach nur präsent zu dieser Zeit und wird zum Finale unheimlich ausgenutzt. Auch die Musik von Antonio Pinto und Shakiras Songs, die Emotionen beim Zuschauer hervorrufen sollten, und pure Dramatik waren, hinterließen nur noch einen bitteren Beigeschmack. Insgesamt ist der Film seine Produktionskosten nicht wert und man hätte sich das Geld im Prinzip sparen können.

Fazit

Der Film enttäuscht auf ganzer Linie.

Dana Greve - myFanbase
16.11.2009

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