Bewertung: 6
Dean Parisot

Dick und Jane

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Inhalt

Dick (Jim Carrey) und Jane (Téa Leoni) führen ein perfektes Leben: Sie sind glücklich verheiratet, haben einen lieben Sohn und gut bezahlte Jobs, wodurch sie sich ein luxuriöses Leben leisten können. Als Dick dann auch noch befördert wird und Jane ihren Job aufgeben kann, um sich um ihren Sohn und den Haushalt zu kümmern, scheint das Leben der beiden vollständig perfekt zu sein. Doch dann geht Dicks Firma plötzlich und völlig unerwartet pleite und er steht arbeitslos auf der Straße. Als all seine Bemühungen, einen neuen Job zu finden keine Früchte tragen, das Geld immer weniger wird und letztlich noch sein Rasen gepfändet wird, platzt Dick der Kragen und er greift zum für ihn allerletzten Ausweg: Er startet zusammen mit seiner Frau eine Karriere als Gauner.

Kritik

Jim Carrey ist ein Phänomen: Angefangen und berühmt geworden ist er mit dümmlichen Slapstick Komödien, wie den beiden "Ace Ventura"-Filmen, dem Kultstreifen "Dumm und Dümmer" oder dem "Dummschwätzer". Dass Carrey ein brillanter Komiker ist und über ein unglaubliches komödiantisches Talent verfügt, konnte danach niemand bestreiten. Dass er aber auch ein begnadeter Schauspieler ist, bewies er mit der brillanten Mediensatire "Die Truman Show". Nach dieser schauspielerischen Meisterleistung empfahl er sich für weitere, ernstere Werke, fernab von seinem Hauptgenre der Komödie. Von da an brillierte er immer öfter in kleineren Produktion, wie "Der Mondmann", dem außergewöhnlich-genialen "Vergiss mein nicht" oder dem Psychothriller "The Number 23".

Doch Carrey wechselte nicht komplett das Genre, denn um seine vielen Fans, die ihn vor allem als Grimassen schneidenden Spaßvogel liebten, nicht zu enttäuschen, drehte er auch immer wieder unterhaltsame, leichte Komödien, wie zum Beispiel diese Gaunerkomödie "Dick und Jane", in der er wieder hemmungslos herumblödeln darf.

Trotz des typischen abgedrehten Carrey-Humors verbirgt sich hinter der Story dieses Films ein Thema, das in diesem Jahr wieder brandaktuell ist: das Scheitern von großen Firmen und die plötzliche Arbeitslosigkeit von Topmanagern. Die Verzweiflung, die diese Menschen spüren und die sie ins Verbrechen treibt, wird hier herrlich überspitzt dargestellt. Ehemalig hochbezahlte Leute steigen plötzlich ins Bankraubgeschäft ein und stellen sich dabei zunächst wenig clever an. Auch die Darstellung des korrupten, geldgeilen Firmenchefs, genial gespielt von Alec Baldwin, sorgt für zahlreiche Lacher.

Gerade der Anfang der Gaunerkarriere von Dick und seiner Frau Jane sorgt für zahlreiche Lacher, vor allem wegen Carreys brillantem physischen Humor. Aber nicht nur Carrey weiß darstellerisch zu überzeugen, sondern auch seine Filmpartnerin Téa Leoni glänzt im Zusammenspiel mit Carrey in zahlreichen humorvollen Momenten.

Insgesamt wird einem hier ein Film geboten, der einem über die recht kurze Laufzeit von 87 Minuten gut unterhält, dabei sogar ein wenig Sozialkritik durchscheinen lässt und vor allem durch den spielfreudigen Cast zu überzeugen weiß.

Das Drehbuch verfasste im Übrigen der zum Start dieses Filmes noch wenig bekannte Judd Apatow, der zwei Jahre später mit der Komödie "Beim ersten Mal" seinen großen Durchbruch feiern durfte.

Fazit

Kein grandioser, aber durchaus netter Filmspaß, bei dem sich Carrey mal wieder von seiner humorvollen Seite zeigen darf.

Moritz Stock - myFanbase
15.09.2009

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