Bewertung: 9
Neil Jordan

Interview mit einem Vampir

"Am allermeisten sehnte ich mich nach dem Tod, das weiß ich jetzt. Ich habe darum gebeten, um vom Schmerz des Lebens erlöst zu werden." - Louis

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Inhalt

In einem Hotelzimmer in San Francisco hört ein Reporter die unfassbare Geschichte des Vampirs Louis (Brad Pitt): dieser offenbart ihm alles über seine Verwandlung zu einem Vampir, seinen mörderischen Gefährten Lestat (Tom Cruise), der Kinderfrau Claudia (Kirsten Dunst) und über seine schaurig-grausame Reise durch die Jahrhunderte, die bis zu dem heutigen Tage noch nicht vorüber ist.

Kritik

Brad Pitt, Tom Cruise, Antonio Banderas und Kirsten Dunst, wer kennt diese Namen nicht? Und wenn alle vier Schauspieler in einem Film vereint sind, kann er ja nur super werden. Und so ist es auch: "Interview mit einem Vampir" ist ein großartiger Vampirfilm, der hält, was er verspricht. Das liegt zum größten Teil an den oben genannten Schauspielern, welche die Vampire genial verkörpern. Tom Cruise und Brad Pitt harmonieren perfekt miteinander und man kauft ihnen ihre Rollen sofort ab. Dasselbe gilt für Kirsten Dunst, die gerade mal elf Jahre alt war, als sie in diesem Film mitspielte. Der großartige Antonio Banderas darf zwar erst gegen Ende hin glänzen, macht seinen Job aber umso besser.

Die Namen der Darsteller sind nicht das einzige, was den Film so attraktiv macht. Es ist die Handlung, die den Zuschauer fesselt. In letzter Zeit haben Vampirmythen an Popularität gewonnen, man nehme nur die "Twilight"-Reihe. Vampirgeschichten haben etwas sehr Anziehendes und Mystisches, und davon profitiert der Film. Mit düsteren Elementen und genialen Special Effects ruft der Film die Vampire ins Leben und fesselt den Zuschauer gnadenlos. Die Augen, Gesichter und Reißzähne der Vampire sowie ihre Fähigkeiten sind sehr gut dargestellt und die Maskenbildner haben gute Arbeit geleistet. Die spannende Story um den Vampir Louis, der einem Reporter seine Geschichte erzählt, ist einfach genial. Man lernt alles über den Mythos Vampir, zum Beispiel, wie sie in Särgen schlafen, Menschen zu Vampiren verwandeln, im Sonnenlicht versteinert werden und so weiter. Logischerweise ist in vielen Szenen Blut mit im Spiel, was nichts für schwache Nerven ist, und Zuschauern, die keine allzu blutigen oder ekligen Szenen anschauen möchten, ist der Film abzuraten.

Aber der Film hebt sich nicht durch die mystischen Elemente und die Spannung von anderen Vampirfilmen ab. Vielmehr ist es die emotionale Ebene, auf der der Film spielt. Der Vampir Louis ist weder tot noch lebendig und muss sich von Blut ernähren. Aber er kann mit der Schuld nicht leben, Menschen zu ermorden, und bekommt ein schlechtes Gewissen. Damit steht er im Gegensatz zu Vampir Lestat, der gerne mit Menschen spielt und ohne zu zögern ihr Blut trinkt. Man kann sich sehr gut mit Louis identifizieren und hat Mitleid mit ihm. Er erscheint einem durch sein schlechtes Gewissen immer noch "menschlich", was man von Lestat nicht behaupten kann. Nichtsdestotrotz kann auch der böse Vampir Lestat durch seinen schwarzen Humor das Publikum für sich gewinnen. Die kleine Claudia ändert sich im Verlauf des Films am meisten und so hat mich ihr Charakter ebenfalls sehr beeindruckt.

Fazit

Egal ob Vampirfans oder nicht, diese Geschichte zieht einfach jeden in ihren Bann.

Tanya Sarikaya - myFanbase
28.07.2009

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