Bewertung: 3
David Hackl

Saw V

Wie jetzt, ihr dachtet wirklich, es wäre vorbei?

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Inhalt

John Kramer alias Jigsaw (Tobin Bell) ist tot, doch Agent Peter Strahm (Scott Patterson) ist sich sicher, dass der raffinierte Serienkiller neben der ebenfalls verstorbenen Amanda noch einen weiteren Komplizen hatte: den hochdekorierten Polizisten Mark Hoffman (Costas Mandylor). Während Hoffman versucht, seinen hartnäckigen Verfolger Strahm in eine Falle zu locken, sitzen fünf Menschen, die alle auf spezielle Weise miteinander verbunden sind, in einem von Jigsaws höllischen Spielen voller qualvoller Prüfungen.

Kritik

Das Gesamtkunstwerk "Saw" war niemals als Endlos-Filmreihe konzipiert worden, doch so lange die Kasse klingelt, schneiden, fummeln und hämmern die Autoren neue Teile zusammen und schieben sie zeitlich in die anderen. Wie mittlerweile jedem Zuschauer der Horrorfilmreihe aufgefallen sein dürfte, verlaufen die Fortsetzungen nicht chronologisch geordnet, sondern sind zeitlich ineinander verschachtelt. So auch bei Teil 5. Wieder wird vor- und zurückgesprungen und der Zuschauer findet sich plötzlich im ersten und im zweiten Teil wieder, nur eben aus einer anderen Perspektive betrachtet. Unnötig zu erwähnen, dass es so auch wieder sehr viele Szenen mit dem bereits vor zwei Filmen verendeten John "Jigsaw" Kramer gibt.

Es ist nicht wirklich optimal, wie für jeden weiteren "Saw"-Teil wieder neue Ebenen in die Gesamthandlung eingeschoben werden. Wie ein Bild, das immer wieder zerschnitten und mit einer handvoll neuer Fragmente zusammengesetzt wird. Man muss als Zuschauer inzwischen viel mehr mitdenken und aufpassen, als es dem eigentlichen Grundkonzept der fiesen Folterorgie entspricht. Zudem schleichen sich natürlich immer mehr Unstimmigkeiten oder zumindest logische Fragwürdigkeiten ein.

So komplex das Netz aus Zeitpunkten, Orten und Personen mittlerweile ist, so simpel ist die Philosophie. Jigsaws Mantra, die Menschen durch Qualen zu resozialisieren und sie dazu zu bringen, sich ihr Leben zu verdienen, wird uns wie schon in den vier Teilen zuvor wieder sehr wenig subtil aufs Auge gedrückt und zeigt ebenso deutliche Abnutzungserscheinungen wie die Foltermethoden. Für den Zuschauer ist es doch ziemlich offensichtlich, wie es die fünf unfreiwilligen Teilnehmer des höllischen Resozialisierungsprogramms, darunter ein Journalist, eine Feuerwehrbeamtin und ein Junkie, angehen müssten, um eine Chance zu haben, doch die Damen und Herren kommen natürlich nicht darauf.

Den Schauspielern kann man nichts vorwerfen. Tobin Bell spielt den Part des John "Jigsaw" Kramer an sich absolut überzeugend, doch es macht einfach kaum noch Spaß, diesen überstrapazierten Charakter, den man einfach nicht in Frieden ruhen lässt, immer wieder zu sehen und die selben Erklärungen für seine Taten zu hören.

Fazit

Es wird auch noch einen sechsten Teil geben. Leider. Die "Saw"-Reihe verheddert sich in ihren zeitlichen Verschachtelungen und bietet daneben nur noch abgenutzte Kost.

Maret Hosemann - myFanbase
01.06.2009

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