Bewertung: 3
Alex Proyas

Knowing - Die Zukunft endet jetzt

"What happens when the numbers run out?"

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Inhalt

1959, an einer Grundschule in Massachusetts: Schüler planen zur Einweihung der Schule eine Zeitkapsel mit selbst gemalten Bildern über ihre eigenen Vorstellung der Zukunft zu füllen, in den Boden zu versenken und 50 Jahre lang dort zu belassen.

50 Jahre später: In einer großen Zeremonie wird besagte Zeitkapsel aus dem Boden gehoben, um die damals gemalten Bilder unter der derzeitigen Klasse um Caleb Koestler (Chandler Canterbury) zu verteilen. Caleb erhält hierbei anstatt eines Bildes die anscheinend nichtssagende Zahlenreihe der damaligen Grundschülerin Lucinda (Lara Robinson). Durch einen Zufall stößt Calebs Vater, der alleinerziehende Astrophysiker John Koestler (Nicolas Cage), darauf, dass diese Zahlen mitnichten sinn- oder zusammenhangslos sind, sondern das Datum, die Zahl der Opfer und die GPS-Koordinaten jeder größeren Katastrophe der letzten 50 Jahren enthalten – und zusätzlich auch drei Katastrophen, die erst noch geschehen werden. Zusammen mit Diana Wayland (Rose Byrne), der Tochter von Lucinda, versucht John, die bevorstehenden Katastrophen zu verhindern…

Kritik

Roger Ebert, der wohl angesehenste Kritiker der heutigen Zeit, der bereits einen Pulitzerpreis und einen Stern am Hollywood Walk of Fame erhielt und dessen Kritiken in 200 unterschiedlichen Zeitungen der USA erscheinen, gibt "Knowing" die Bestwertung von 4 Sternen und stellt sich damit deutlich gegen die anderen Kritiker, die "Knowing" bestenfalls Mittelmaß unterstellen. Dies hat Ebert sogar dazu veranlasst, eine eigene Kolumne darüber zu schreiben, weswegen er denkt, dass der Großteil der Kritiker den Film regelrecht hasst, und ist dabei auf zwei Hauptkritikpunkte gekommen, die immer wieder erwähnt werden und auch Einzug in die folgende Review gefunden haben: Nicolas Cages Overacting und die zahlreichen biblischen Referenzen.

Was Nicolas Cage angeht, so ist festzuhalten, dass dieser es tatsächlich etwas zu gut meint und in einigen Szenen deutlich übertreibt. Er schlägt auf einen Baum mit einem Baseballschläger ein, schreit praktisch jeden hysterisch an, der ihm über den Weg läuft, und erwartet dann auch noch allen Ernstes, dass man ihn ernst nimmt, als er eine Katastrophe telefonisch per "This is NOT a crank call!" ankündigt. Er scheint sich von seinen ohnehin schwachen Filmrollen der letzten Jahre noch einmal spürbar ein Stück nach unten zu begeben und spielt genauso unglaubwürdig wie in dem unterirdischen "The Wicker Man". Aber auch Rose Byrne als Diana Wayland überzeugt mitnichten, sondern weist sogar einen noch größeren Nervfaktor auf. Sie bremst als durchgedrehte Mutter die Story in erheblichem Maße, ohne ihr zusätzliche Facetten bieten zu können. Einzig Chandler Canterbury vermag teilweise positiv zu überraschen, scheitert aber oft daran, dass ihm gänzlich unglaubwürdige Worte in den Mund gelegt werden, die zu seinem Alter einfach nicht passen.

Der Plot selbst klingt grundsätzlich zwar hochinteressant, weist aber aufgrund altbekannter Motive sehr schnell deutliche Längen auf. Eine Laufzeit von 90 Minuten mit weniger ungläubigen Menschen, denen John versucht, seine Prophezeiung zu erklären, und geringerer Schlagzahl an hysterischem Geschrei von Diana und John, hätte "Knowing" gut getan.

Im Bezug auf die biblischen Referenzen stellt man zudem sehr schnell fest, dass diese tatsächlich zahlreich auftreten und die Metaphorik des Öfteren per Holzhammer verabreicht wird, was vielen sauer aufstoßen könnte. Dabei spielt insbesondere die Auflösung des Films eine wichtige Rolle, da man diese wohl nur lieben oder hassen kann.

Dazu kommt, dass Alex Proyas, der auch bereits für die Inszenierung von "I, Robot" und "The Crow" verantwortlich war, in seinem Film CGI-Effekte benutzt, denen man deutlich ansieht, dass es eben solche sind, so dass so mancher Special Effect kaum Wirkung beim Zuschauer entfachen kann, obwohl dies an bestimmten Stellen des Films äußerst wichtig wäre, damit man sich auf das Geschehen einlässt und über die zahlreichen offenen Fragen hinweg sieht.

Fazit

"Knowing" scheitert letzten Endes daran, dass Proyas es nicht schafft, eine interessante Grundidee auf die Leinwand zu projizieren und sich stattdessen darauf verlässt, dass sich niemand aufgrund der ausufernden religiösen Symbolik Gedanken über die zahlreichen offenen Fragen macht, die auch noch nach Ende des Films Bestand haben. Allein an den Besucherzahlen in den USA erkennt man, dass die Entscheidung für das Zugpferd Nicolas Cage richtig war, aus dramaturgischer Sicht aber falsch. Roger Ebert hat schlichtweg Unrecht.

Andreas K. - myFanbase
07.04.2009

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