Bewertung: 6

Tropic Thunder

"Wanna make this movie right? You take these boys up there, put them in the trees. Shoot the whole thing Guerrilla style."

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Inhalt

Tugg Speedman (Ben Stiller) war einmal ein großer Schauspieler, ein Riesiger. Immer wieder hat er die Welt gerettet. Immerhin in sechs Teilen seiner großen Filmreihe. Doch irgendwann ging auch das nicht mehr, also musste eine neue Rolle her. Speedman fand diese in dem Streifen "Simple Jack", wo er einen Behinderten spielte. Doch der erhoffte Erfolg, ja sogar mit einem Oscar hatte er gerechnet, blieb aus. Nun ist der Film "Tropic Thunder" seine letzte Chance. Gemeinsam mit seinen Schauspielkollegen, dem mehrfachen Oscargewinner Kirk Lazaruz (Robert Downey Jr.), der sich für diesen Film extra in einen Schwarzen hat umoperieren lassen, dem drogensüchtigen Pupskomiker Jeff Portnoy (Jack Black), dem vielversprechenden Jungstar Kevin Sandusky (Jay Baruchel) und dem neuschauspielenden Rapper Alpa Chino (Brandon T. Jackson) ist er nun in Vietnam, wo sie den größten Kriegsfilm aller Zeiten drehen wollen. Doch schon nach wenigen Tagen ist Krisenstimmung angesagt. Nichts läuft wie geplant und so schickt Regisseur Damien Cockburn (Steve Coogan) seine Schauspieler in den echten Dschungel und filmt sie mit versteckten Kameras. Nun sind sie auf sich gestellt. Doch schon bald könnten sie eindeutig Hilfe gebrauchen, denn sie geraten in einen Drogenkrieg, da sie fälschlicherweise für amerikanische Polizisten gehalten werden.

Kritik

Viel hatte man von dem Film gehört. Er soll die Schauspielerei auf die Schippe nehmen, er soll behindertenfeindlich sein, aber auch unglaublich witzig. Zumindest zu einem Teil stimmt alles. Aber eine Komödie ist eine Komödie und wer sie ernst nimmt, braucht sich nicht zu wundern, wenn er immer wieder neue Sachen findet, über die er sich aufregen kann. Dem Film hat dieser ganze Ärger vermutlich wenig geschadet, immerhin war er es, der den großen "Dark Knight" von der Spitze der US-Kinocharts schubbste und dort erst einmal ein paar Wochen verweilte.

Gemeinsam mit Justin Theroux und Etan Cohen (nicht zu vergleichen mit Ethan Coen) schrieb Ben Stiller das Drehbuch zu dem Film. Die Idee ist ihm schon früh gekommen. Auch durch sein persönliches Kriegstrauma: Damals, 1984, wurde er von Steven Spielberg persönlich vom Set geschmissen, als er beim Dreh des Films "Der Krieg der Sonne" seinen Text vergaß und "Cut" rief. Nun ist er es auch, der Cut rufen darf. Denn neben seiner Arbeit als Co-Autor, Hauptdarsteller und Produzent ist Ben Stiller bei "Tropic Thunder" auch als Regisseur tätig.

Der Film beginnt vielversprechend, mal anders. Denn kurz nachdem noch ein Trailer eines "richtigen" zukünftigen Filmes gezeigt wird, läuft auch schon eine Werbung, in der einen Brandon T. Jackson alias Alpa Chino von einem Zuckergesöff überzeugen möchte und dann folgen Trailer zu den letzten Filmen der drei Hauptdarsteller vom fiktiven "Tropic Thunder". Nach dieser genialen Vorbereitung geht der Film erst einmal genauso toll weiter. Es wird gedreht in Vietnam. Mit vielen Explosionen und zerfetztem Fleisch wird der Schauplatz eines vergangen Krieges nachempfunden. Doch die Schauspieler bekommen sich in die Haare und eine riesige Explosion findet statt, ohne dass auch nur eine Kamera sie aufgezeichnet hat. Gut, das ist lustig und auch das, was danach kommt, ist zumeist wirklich witzig, überdreht und ironisch. Aber irgendwie hätte man aus diesem Film eine Menge mehr rausholen können. Der Film ist mit so vielen Seitenhieben versetzt, dass es fast schon weh tut und gerade am Ende teilweise zu blöd zum Zuschauen ist. Das hätte man alles durchaus besser hinkriegen können.

Die Darsteller sind aber allesamt großartig in ihren Rollen. Da wäre erst einmal Multitalent Ben Stiller, der den absteigenden Tugg spielt und überzeugt. Jack Black hat da mit seiner Rolle weniger Glück. Sein Jeff ist ein drogensüchtiger B-Klasse Schauspieler, der bloß durch eine Reihe von Pups-Filmen berühmt wurde und das auch nur tut, um sich Drogen zu beschaffen. Robert Downey Jr. hatte da mehr Glück. Kirk Lazarus ist wohl die Herausforderung, die sich jeder Schauspieler einmal wünscht. Als weißer Amerikaner spielt er einen weißen Australier, der sich anhand einer Pigmentoperation in einen Schwarzen verwandelt hat und nun akute Identitätsprobleme bekommt, da er nicht mehr so ganz weiß, wer er eigentlich ist. Auch der bislang eher unbekannte Schauspieler Jay Baruchel kann durchaus überzeugen. Die Überraschung des Films dürfte aber Tom Cruise sein, der als jüdischer Studioboss Les Grossman zu überzeugen weiß. Gerade er verpasst dem Film wohl einen der besten Abschlüsse, die man in den letzten Jahren gesehen hat.

Fazit

Ein durchaus witziger und ironischer Film mit vielen Seitenhieben auf die heutige Gesellschaft und Hollywood. Leider wurde viel Potenzial nur wenig genutzt. Dennoch durchaus ansehbar, schon allein der Schauspieler wegen.

Eva Klose - myFanbase
20.09.2008

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