Bewertung: 7
Beeban Kidron

Bridget Jones Am Rande des Wahnsinns

"Man fragt sich doch immer, wie eine Geschichte am Ende ausgeht. Maria und Baron von Trapp. Schneewittchen und die sieben Zwerge. Marc Darcy und Bridget Jones." - Bridget Jones

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Inhalt

Sechs Wochen sind Bridget Jones (Renée Zellweger) und Marc Darcy (Colin Firth) nun schon ein Paar. Die allererste rosa Wolke ist weg und die beiden stellen die jeweiligen Macken des anderen fest. Bridget fühlt sich zu dick und sieht in Marcs gutaussehender Kollegin Rebecca (Jacinda Barrett) eine ernst zunehmende Konkurrenz. Ein gemeinsamer Skiurlaub in Österreich bestärkt dieses Gefühl noch. Zudem kommen doch sehr unterschiedliche Lebenseinstellungen hinzu. Dazu dann noch wohlmeindende Eltern auf beiden Seiten, die nach den ersten Wochen schon zum Läuten der Hochzeitsglocken drängen.

Irgendwann sind die Differenzen beiden zu viel und sie trennen sich. Zu allem Unglück muss Bridget für ihren Job als Reporterin mit ihrem Ex-Freund Daniel (Hugh Grant) eine Auslandsdokumentation in Thailand drehen. Bridgets beste Freundin Shazza (Sally Philipps) begleitet sie. Beim Rückflug wird sie allerdings des Drogenhandels bezichtigt und muss ins Gefängnis. Ihre einzige Hoffnung ist da nur noch Marc als Staranwalt für Internationales Recht...

Kritik

Wer kann an Bridget nicht Züge von sich selbst erkennen? Unbeholfen und tollpatschig fühlt sie sich gerade in der Gegenwart von Rebecca. Das macht sie als Protagonistin so sympathisch. Die Information, dass Zellweger für ihre Rolle so zugenommen haben soll, finde ich, wie auch beim ersten Teil, überflüssig. Zellweger hat in diesen beiden Filmen einfach eine normale Figur.

Streng genommen ist es eine Literaturverfilmung und zwar von Helen Fielding mit dem gleichnamigen Titel. Der Film weicht aber an einigen Stellen erheblich von seiner Vorlage ab, hat aber den gleichen zeitlichen Beginn: einige Wochen nach dem Ende des ersten Buches beziehungsweise Films. An erster Stelle wurde die Rolle von Daniel Clever ausgebaut, wohl um Hugh Grant eine angemessene Rolle zu geben. Dann weicht das Finale sehr vom Buch ab. Im Film geht es zum Schluss wesentlich kitschiger zu. Wobei es dann wohl Geschmackssache ist, welches Ende bevorzugt wird. Im Buch ist es realistischer, im Film romantischer und witziger. Anders ist auch die Entwicklung der Figur Rebecca. Die Entwicklung der filmischen Rebecca finde ich hier wesentlich origineller.

Wie im ersten Teil wurde auf lustige Szenen nicht verzichtet, sondern es gibt sie zu Hauf. Bridget stolpert von einer Falle in die nächste: ihr Versuch im rosa Dress Ski zu fahren, ihr Versuch thailändisches Essen zu probieren, der kurze "Trip" von Bridget, als sie mit ihren Mitinsassinen "Like a Virgin" von Madonna singt und so weiter - es finden auch gewisse Highlights vom ersten Film hier ihren Niederschlag. Daniel freut sich auf jenen gewissen Schlüpfer und es gibt auch wieder eine Prügelei zwischen Marc und Daniel.

Auch in den Nebenrollen wurde keiner der Schauspieler vom ersten Teil ersetzt, was das Ganze als Fortsetzung wesentlich stimmiger macht. Das Gute an dieser Fortsetzung ist, dass es das Leben zeigt, dass einsetzt, wenn man den Traumprinzen gefunden hat. Auf einmal stellt sich raus, dass auch der perfekte Mann so seine Macken hat und man schauen muss, ob die Beziehung gerade deswegen Bestand hat oder eben daran scheitert. Und, dass es eben leider nur im Märchen heißt: "... und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende."

Was mir an einigen Stellen nicht gefiel, war, dass sehr subtil Werbung für bestimmte Marken gemacht wurde. Fraglich bleibt auch, ob man die Zustände in einem Frauengefängnis in Thailand doch relativ menschlich darstellt, wenn dies aber in keiner Weise der Realität entspricht.

DVD

Diese DVD bietet viel an Zusatzmaterial. Neben geschnittenen Szenen, einem Audiokommentar der Regisseurin sowie der Originaltonspur, bietet es vor allem ein Interview zwischen Bridget Jones und Colin Firth. In der Literaturvorlage führt Bridget dieses Interview mit ihrem großen Idol aus der BBC-Verfilmung "Stolz und Vorurteil", in der Firth Mr. Darcy spielte. Hier schlüpft Zellweger in ihre Rolle und Firth spielt sich selber. Eine tolle Idee!

Dann gibt es noch Specials über die Dreharbeiten in Thailand, über die Prügelszene, den Skiurlaub, die Trennung von Bridget und Marc sowie die Beziehung zwischen den beiden. Auch kann man ein Quiz spielen und feststellen, wer besser zu einem passt Marc oder Daniel, das ist dann aber bei den Fragen doch sehr vorhersehbar.

Fazit

Auch wenn der Film sehr von seiner Buchvorlage abweicht, ist es doch eine schöne Fortsetzung des ersten Teils. Vor allem kann man den Film auch unabhängig von seinem Vorgänger gut ansehen.

Miriam Ahrenholz - myFanbase
19.07.2008

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