Bewertung: 3
Steven Spielberg

Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels

"Komm, du Genie."

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Inhalt

Indiana Jones (Harrison Ford) und Kriegsveteran Mac (Ray Winstone) haben ernste Probleme. Von Russen entführt, werden sie in ein amerikanisches Testgelände gebracht. Dort soll Indy die Anführerin der Russen, Irina Spalko (Cate Blanchett), zu einem Objekt führen, das 1947 in Roswell geborgen wurde und hier in einer Lagerhalle aufbewahrt wird.

Nach Indys abenteuerlicher Flucht wird er jedoch sowohl vom FBI als auch vom KGB überwacht und zu allem Überfluss noch seines Lehramtes enthoben. Gerade als er die Stadt verlassen will, taucht ein junger Bursche auf, der einen Professor Oxley (John Hurt) erwähnt und Indys Hilfe erbittet. Der junge Draufgänger heißt Mutt (Shia LaBeouf). Seine Mutter und Oxley sind in der Gewalt der Russen. Jedoch ist es seiner Mutter gelungen, ihm eine Nachricht und eine verschlüsselte Botschaft Oxleys zukommen zu lassen, damit er Indiana Jones aufsucht.

Indy erkennt tatsächlich nach Durchsicht von Oxleys Unterlagen, auf welch phantastisches Geheimnis der alte Professor da gestoßen war. Anscheinend hatte er El Dorado gefunden und einen mysteriösen Kristallschädel, der von dort stammte. Für Indy Grund genug, um der Sache nachzugehen. Zusammen mit Mutt macht er sich also auf den Weg nach Südamerika, auf ihren Fersen der KGB...

Kritik

Die Freude war wohl sehr groß bei allen "Indiana Jones"-Fans, als sie verkündet bekamen, dass es einen vierten Teil geben wird. Mit Spannung erwarteten sie das Erscheinen dieses Filmes, die ersten Kritiken erschienen, und das Ergebnis war ernüchternd. Doch als wahrer Fan lässt man sich von einigen alten, verwöhnten Kritikern nicht beeinflussen und gönnt sich einen unterhaltsamen Besuch im Kino, oder wie es die neue Generation macht, unterhaltsames Genießen auf der Couch daheim.

Doch eigentlich könnte man in diesen zwei Stunden, so lange dauert dieser Film, viel bessere Dinge machen, wie zum Beispiel schlafen oder ein Aquarium betrachten. Beide Male würde man mehr Spannung erleben als in diesem Film, dafür eventuell weniger Action, aber das sind zwei Paar Stiefel. Nicht nur hat es George Lucas geschafft, einer atemberaubenden Legende das Legendäre wegzunehmen, nein, er und Spielberg haben es sogar gemeinsam geschafft, sämtlichen Charme eines echten "Indiana Jones"-Filmes verschwinden zu lassen.

Zwar ist die Haupttätigkeit von Jones immer noch die Archäologie, doch hin und wieder fragt man sich tatsächlich, ob man sich bei der Recherche mysteriöser Geschichten und Artefakte tatsächlich Mühe gemacht hat, diese auch filmgerecht zu machen. Krankhaft soll uns Harrison Ford Zusammenhänge vermitteln, die so erscheinen, als ob man ein Puzzlespiel mit Gewalt zusammensetzen möchte. Auch wenn alle drei vorherigen Filme fernab der Realität waren, so übertreibt es dieser Film maßlos. Es scheint, als hätten Spielberg und Lucas komplett die reale Welt vergessen, als ob sie in ihrer eigenen Traumwelt leben würden. Nein, dieser Film ist kein Glanzstück eines guten Regisseurs und Drehbuchautors. Es ist das Werk zweier Fachidioten, die immer noch denken, dass ein Film nur noch mit Science-Fiction und CGI-Effekten bestehen kann. Doch diesem Film hätte weniger von den beiden Dingen wohl mehr geholfen als geschadet. Insbesondere sollte man vermerken, dass man während des gesamten Filmes sich von einem Logikfehler in den anderen stürzt, nur um einen Lacher zu landen, oder damit die Geschichte so stimmig ist, dass sie irgendwer abnimmt, nur nicht die Fans. Ganz großes Fragezeichen, was das wohl sollte.

Doch sollte man nicht die schauspielerische Leistung außer Acht lassen, aber Moment, die gab es ja so gut wie gar nicht. Ausnahme hier: Harrison Ford. Man merkt ihm an, dass er Indiana Jones liebt, und es kommt einem so vor, dass Indiana Jones Harrison Ford ist und nicht umgekehrt. Dieses Ausnahmetalent schafft es, dem Film noch einen positiven Hauch zu hinterlassen, doch vermiest ihm diese Tour der junge Shia LaBeouf, was aber eher an seiner undankbaren Rolle liegt. Ein Gag ist gut, doch ins Lächerliche sollte man es nicht ziehen – ich spreche vom Haare kämmen. Desweiteren fällt Cate Blanchett in ihrer Rolle negativ auf, da ihr Charakter gar keine Tiefe aufweist, was alte Nazi-Bösewichte wenigstens konnten. Aber es gibt auch ein Wiedersehen: Karen Allen aus dem ersten Film kommt zurück, aber so sympathisch wie im ersten Film ist sie einem nicht, vor allem deswegen, weil sie etwas macht, was man von Jones nie erwartet hätte, was man aber auch positiv auffassen kann, je nachdem mit welchen Erwartungen man den Saal betritt.

Fazit

Letztlich möchte ich mich ganz herzlichst bei Lucas und Spielberg bedanken, die mir einmal mehr bewiesen haben, dass Erfolg überheblich macht. Dieser Film ist eine reine Zeitverschwendung und verdient nicht den Titel eines "Indiana Jones"-Filmes. Das bemerkt man schließlich dann, wenn man das Kino verlässt, und die Reaktionen der Besucher mitbekommt.

Ignat Kress - myFanbase
27.05.2008

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