Bewertung: 7
Paul Weiland

Verliebt in die Braut

Du bist die schlechteste Brautjungfer aller Zeiten!

Foto: Copyright: Sony Pictures Home Entertainment
© Sony Pictures Home Entertainment

Inhalt

Tom (Patrick Dempsey) ist der absolute Aufreißertyp. Die Frauen fliegen auf ihn. Selbst beim Kauf eines Kaffees ergattert er sich eine Telefonnummer. Zahlreiche Bettgeschichten sind die Folge, die er nur durch bestimmte Regeln kontrollieren kann. Schon als Student hat er seinen Charme ausgespielt. Als er eine Verabredung mit einer Erstsemsterin hat, schleicht er sich in ihr Zimmer und kuschelt sich unter die Decke der vermeindlichen Willigen, doch er erwischt die Mitbewohnerin Hannah (Michelle Monaghan), die natürlich mehr als nur überrascht ist und ihn hinauswirft. Trotzdem ist dies der Anfang einer bemerkenswerten Freundschaft zwischen den beiden, die nun schon seit zehn Jahren anhält. Toms Frauengeschichten sorgen aber auch dafür, dass er sich auf keinerlei Bindungen einlässt, zumal sein Vater gerade zum sechsten Mal heiraten wird. Hannah hat auch nicht so viel Glück mit Männern und so hofft sie insgeheim immer ein bisschen, dass Tom eines Tages vielleicht doch mehr als nur eine Freundin in ihr sieht.

Als sie ihm mitteilt, dass sie beruflich nach Schottland muss, freut sich Tom zunächst für sie. Doch schon nach wenigen Tagen merkt er, dass er Hannah vermisst. Seine Dates können einfach nicht mithalten, finden Dinge, die er mit Hannah sonst immer macht, langweilig oder haben einfach kein Gefühl für die Situation. Als Hannah endlich wieder zurück ist, will Tom all seinen Mut zusammen nehmen und ihr sagen, was er empfindet, doch Hannah stellt ihm freudestrahlend Colin vor. Als wäre das nicht schon genug, sagt sie auch noch, dass sie in zwei Wochen in Schottland heiraten werden und Tom soll die erste Brautjungfer sein. Ermutigt von seinen Freunden nimmt Tom dieses Angebot an, um so seine Möglichkeiten zu nutzen, ihr Colin mies zu machen und sich selbst in ein gutes Licht zu stellen. Leider entpuppt sich Colin als echter Traummann und macht es Tom echt schwer, auch nur irgendetwas zu finden, was Hannah von ihm anbringen könnte. Doch Tom will nicht gleich aufgeben, denn nie war ihm etwas so klar wie jetzt. Er will Hannah.

Kritik

Wer im Vorfeld erwartet hat, dass dieser Film mit einer innovativen Story begeistern kann, der hat sich natürlich mächtig getäuscht. Nun sind die Vorzeichen zu dem Film "Die Hochzeit meines besten Freundes" zwar umgedreht, aber eigentlich ist grob gesehen nicht viel anders. Trotzdem weiß der Film zu überzeugen, denn es sind letztlich die Kleinigkeiten, die es ausmachen. Hier liegen zwar auch der ein oder andere Fehler vor (warum telefonieren Tom und Hannah nach zwei Wochen in Schottland nicht mehr?), aber generell hat das Team das Drumherum wunderbar inszeniert und somit mehr aus dem Film herausgeholt, als ich vorher erwartet hatte.

Ein Pluspunkt sind natürlich die beiden wunderbaren Hauptdarsteller. Patrick Dempsey ist einfach ein sehr attraktiver Mensch und weiß, wie er vor der Kamera seinen Charme spielen lassen muss. Die Fans können sich freuen. Man nimmt ihm die Rolle hundertprozentig ab und auch der Wandel zum plötzlich liebenden Menschen ist in sich sehr stimmig. Michelle Monaghan macht ebenfalls einen sehr guten Job und bringt die Emotionen des Charakters Hannah sehr gut zur Geltung. Nun muss man trotzdem erwähnen, dass die Rollen einfach nur die einer romantischen Komödie sind und gute Leistungen dadurch auch nicht so schwer zu erzielen sind. Die guten und witzigen Dialoge und Situationen beeindrucken aber als rundum gelungenes Gesamtpaket, dass auch mit zwei weiteren bekannten Seriengesichtern gespickt ist. Sowohl Busy Philipps als auch Sarah Wright, die in der letzten Staffel von "Eine himmlische Familie" mitspielte, mimten Geliebte von Tom.

Da sich neben den Hauptpersonen eine Vielzahl verrückter Charaktere in den Film einbringen und auch einige schottische Traditionen zur Schau gestellt werden (Patrick Dempsey in einem zu kurzen Kilt sollte man sich nicht entgehen lassen), ist der komödiantische Anteil allemal erfüllt. Die Romantik kommt auch nicht zu kurz, sei es durch schottische Landstriche oder das ständige Spielen mit der Tatsache, dass die beiden Menschen, die eigentlich schon so lange zusammengehören, offenbar nicht zusammenkommen werden. Kurzum, es ist alles dabei, was so ein Film braucht. Was fehlt, ist das I-Tüpfelchen, um sich vom schon mal da Gewesenen abzuheben.

Fazit

Es gibt Einiges zu lachen und viele starke Momente. Es ist die Romantikkomödie geworden, die die Leute auch bei gutem Wetter ins Kino locken mag. Gute Unterhaltung und gute Laune sind vorprogrammiert, der ganz große Hit ist es aber nicht.

Emil Groth - myFanbase
14.05.2008

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