Bewertung: 5
Clint Eastwood

Flags of Our Fathers

"Was denkst du Doc? Denkst du sie sind tot?"

Foto: Copyright: Warner Home Video Germany
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Inhalt

1945: Ein Foto fasziniert die kriegsmüde amerikanische Öffentlichkeit. Darauf hissen sechs Soldaten die US-Fahne auf einer kleinen Insel vor Japan. Die Fahnenhisser werden nach Hause geschickt, um sich als Helden feiern zu lassen und Kriegsanleihen zu verkaufen, mit denen der Krieg finanziert werden soll.

Sie spielen ihre Rollen in der PR-Maschinerie perfekt, doch innerlich empfinden sie anders - sie spüren, dass ein Teil ihrer Seele auf dem schwarzen Sand von Iwo Jima zurückgeblieben ist... zusammen mit ihren gefallenen Freunden und Kameraden.

Kritik

Ein Kriegsfilm der besonderen Art, oder doch ein weiterer patriotischer Schund aus dem Hause Hollywood? Freilich ist jeder Kriegsfilm in irgendeiner Art und Weise patriotisch. Meistens gibt es nur einen Spalt zwischen Patriotismus und keinem Patriotismus. Dazwischen findet sich wenig. Clint Eastwood versucht in diesem Film beide Seiten irgendwie zusammenzufügen, was ihm nicht unbedingt geschickt gelingt. Er ist eben selbst ein Amerikaner und fühlt selbst schon mit dem Land. Dennoch, seine Kritik an der damaligen Zivilbevölkerung, sowie dem Militär und den Anfängen der modernen Werbemaschinerie, kommt an.

Seltsamerweise nimmt man im Film kein Blatt vor den Mund, wenn es sich um Gefechtssequenzen handelt, womit hier die Altersbegrenzung in Frage gestellt wird. So kommt es nicht selten vor, dass abgetrennte Köpfe in Nahaufnahme gezeigt werden, oder nicht identifizierbare Leichenteile herumliegen, und sie einem sehr genau dargestellt werden. Womit Eastwood entweder die Schrecken des Krieges darstellen oder einfach nur mit solchen Bildern Zuschauer anlocken wollte.

Die Schauspieler der drei überlebenden Helden spielen ihre Rollen sehr gut. Jeder ist ein eigenes Individuum und reagiert auf die Ereignisse völlig unterschiedlich. Faszinierend und psychologisch gar nicht untypisch, dass der scheinbar Stärkste von allen sich am Ende zu Grunde richtet.

Am Ende stellt sich einem wieder die Frage, weshalb das Ganze. In dem Fall ist die Antwort einfach. Es war die strategisch wichtigste Insel, um Japan im zweiten Weltkrieg angreifen zu können. Letzten Endes brachte es doch wenig, da der Sieg über Japan durch zwei Atombomben entschieden wurde. Und die Küste von Iwo Jima erwartete nur das Blut der Amerikaner.

Fazit

Ein Kriegsfilm, der ein wenig Zynismus gegenüber der amerikanischen Gesellschaft mit sich bringt.

Ignat Kress - myFanbase
02.03.2008

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