Bewertung: 5
Wai-Keung Lau

Flock, The - Dunkle Triebe

Wenn du lange genug in den Abgrund starrst, starrt der Abgrund auch in dich.

Foto:

Inhalt

Seit 18 Jahren betreut Bewährungshelfer Erroll Babbage (Richard Gere) verurteilte Sexualstraftäter. Das Leid der Opfer und deren Angehörigen hat Spuren bei ihm hinterlassen und lässt ihn immer öfter zur Selbstjustiz greifen. Kurz vor seiner Zwangspensionierung wird ihm die Anfängerin Allison Lowry (Claire Danes) zur Seite gestellt. Ihr Bemühen, sich streng an die Vorschriften zu halten, gerät ins Wanken, als Erroll alles aufs Spiel setzt, um einen vermissten Teenager zu finden.

Kritik

In den USA werden aus dem Gefängnis entlassene oder auf Bewährung befindliche Sexualstraftäter in für alle Menschen zugängliche Karteien erfasst, doch die Anzahl der Beamten, die diese Straftäter kontrollieren und betreuen, ist sehr gering. Auf tausend Sexualstraftäter kommt ein Bewährungshelfer. In "The Flock - Dunkle Triebe" sehen wir einen dieser Beamten, der Beruf– und Privatleben kaum mehr zu trennen vermag und von Wut und Gewaltfantasien gegen seine kriminellen "Schützlinge" beherrscht wird. Bei dem Versuch, ein siebzehnjähriges Mädchen zu retten, riskiert er sein Leben und das seiner jungen Kollegin Allison.

Wie so oft in solchen Filmen, glänzen bis auf die Hauptcharaktere alle zuständigen Personen durch geballte Inkompetenz. Die Polizei steht nur ahnungslos in der Gegend rum und ist in den entscheidenden Momenten weit und breit nicht zu sehen. Errolls und Allisons Kollegen erfüllen in beeindruckender Manier das Klischee der faulen Beamten und bekommen ihre Hintern nur nach Feierabend für eine Party hoch, in der sie über Erroll herziehen. Errolls und Allisons Vorgesetzter schließlich, fällt auf den einfachsten Trick der Entführer rein. Der Film hätte die Chance gehabt, zu zeigen, wie überlastet die Bewährungshelfer sind und welcher psychische Druck auf ihnen lastet, doch diese Chance wurde vertan, in dem sich die Aspekte der Überarbeitung, des psychischen Druckes und auch der Kompetenz allein in einem Charakter, in Erroll Babbage, konzentrieren und alle anderen Protagonisten, außer Allison, nur Hefe im Hirn haben.

Wenn man von diesem, wenn auch deutlichen Schwachpunkt, absieht, ist "The Flock - Dunkle Triebe" so schlecht nicht. Die Darsteller machen ihre Sache sehr gut, die Kulissen sind recht abwechslungsreich und die Thematik an sich ist durchaus mutig, denn es geht um entsetzliche Verbrechen an jungen Mädchen.

Fazit

Insgesamt ist "The Flock - Dunkle Triebe" ein solider Thriller, der jedoch viel Potential verschenkt hat und unnötige Klischees aufweist.

Maret Hosemann - myFanbase
21.01.2008

Diskussion zu diesem Film