Bewertung: 8
Francis Lawrence

I am Legend

"Falls es irgendwo noch jemanden gibt... irgendjemanden. Bitte. Du bist nicht allein."

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Inhalt

Es sollte das neue Wunderpräparat gegen Krebs sein und wurde auch schon erfolgreich getestet. Die Erfolgsquote lag bei 100 Prozent und schnell fand das Mittel eine weite Verbreitung. Drei Jahre später ist die Weltbevölkerung extrem dezimiert. Das Mittel entpuppte sich als Virus und raffte die meisten Menschen dahin. Ein paar Infizierte leben noch als Mutanten, die das Sonnenlicht meiden müssen. Aus unbekannten Gründen ist Robert Neville immun und somit der einzige Mensch in ganz New York. Er versucht fieberhaft, ein Gegenmittel gegen das Virus zu finden und somit alles wieder hinzubiegen. Über das Radio sendet er in Endlosschleife einen Funkspruch an die Ferne, mit der Hoffnung, dass sich jemand um 12:00 Uhr mittags bei ihm einfindet. Doch das scheint vergebene Lebensmüh.

Als einzigen Kommunikationspartner hat Neville seine Hündin. Mit ihr versucht er sich einen schönen Tag zu machen, auf Jagd zu gehen und vor allem die Dunkelheit zu meiden, weil dann die Mutanten frei herumlaufen können. Zu festgeschriebenen Zeiten zieht er sich zurück, um nicht angreifbar zu sein. Doch zum Testen seiner möglichen Gegenmittel muss er Infizierte in seine Gewalt bringen und macht sich somit Feinde und es wird immer schwieriger, ihnen aus dem Weg zu gehen. Sie warten nur auf eine Unachtsamkeit des womöglich letzten Menschen auf Erden.

Kritik

Dem ein oder anderen wird die Story in ihren Grundzügen bekannt vorkommen, was das Bedürfnis, den Film zu schauen, nachvollziehbar schmälern könnte. Allerdings ist das Thema bei all den Epidemiewarnungen und medizinischen Entwicklungen aktuell wie nie und deswegen auch in verschiedenen Varianten ansehnlich. Zudem kann der Stil des Films voll überzeugen und Will Smith als potenzieller Weltretter wird eigentlich auch nicht langweilig, zumal er in dieser One Man Show den Alleinunterhalter spielen muss.

Mit einer rasanten Autofahrt durch die ausgestorbenen Straßen von New York wird gleich zu Beginn verdeutlicht, dass die Autoren alle Möglichkeiten einer leeren Stadt ausnutzen wollen, um den Kinogänger zu unterhalten. So wird in der ersten halben Stunde eigentlich vor allem der Alltag von Robert Neville dargestellt. Alte Aufnahmen vom Frühstücksfernsehen bilden den Anfang, die auch dazu dienen, dass der Zuschauer etwas über die unmittelbare Zeit vor dem großen GAU erfährt. Der tägliche Besuch in der Videothek darf nicht fehlen. Robert hat sich dazu ein paar Schaufensterpuppen in das Geschäft gestellt, mit denen er sich unterhalten kann. Sehr witzig ist dabei seine Scheu, eine Frau ansprechen. Er versucht, sich eben das Alleinsein so angenehm wie möglich zu gestalten. Um 12:00 Uhr wartet er dann auf Leute, die seine Nachricht empfangen haben könnten. Den Rest des Tages geht er auf die Jagd, genießt die Zeit mit seiner Hündin und erfreut sich an Filmen, seiner Lieblingsmusik und testet weitere Medikamente. Will Smith spielt dies alles so gut, dass wirklich nie Langeweile aufkommt und die Zeit wie im Flug vergeht.

Was den Film für mich dann aber wirklich zu etwas Sehenswertem macht, ist der Einsatz von Musik. Es wird wirklich immer nur das eingespielt, was auch Robert Neville hören kann. Kein inszenierter Score, der unnötig dramatisiert. Keine Lieder im Hintergrund, die unterhalten. Nein, nur der Motor des Autos, das schwere Atmen von Neville, Fußstapfen, das Galoppieren der Herde und die Stille. Dadurch wird man als Zuschauer unglaublich gut in die Situation von Robert Neville hineingezogen, kann die Einsamkeit gut nachvollziehen und ist richtig gefesselt, wenn er ein dunkles Gebäude betritt, um seine Hündin zu holen und in jedem Moment so ein Mutant angreifen könnte.

Über Rückblenden wird dann auch nochmal genauer erzählt, was unmittelbar vor dem Ausbruch der Epidemie geschehen ist, warum Robert in New York ist und was mit seiner Familie geschehen ist. Diese kurzen, normalen Szenen mit vielen Menschen sind eine gute Abwechslung, klären ein paar Fragen und lockern diese Einsamkeit für den Zuschauer immer wieder auf. Das Ende ist dann nicht weiter überraschend, eher sogar diskussionswürdig, schmälert den gesamten Film aber nicht.

Fazit

Ein gut aufgelegter Will Smith in einem sehenswerten Film, der vor allem durch die Machart als durch den Inhalt überzeugen kann, aber weniger Science Fiction sein könnte, als man vielleicht hofft.

Emil Groth - myFanbase
06.01.2008

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