Bewertung: 7
David Dobkin

Gebrüder Weihnachtsmann, Die

Fred Claus, der ältere Bruder des Weihnachtsmanns, muss erstmals seit Jahren seinen Bruder besuchen...

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Inhalt

Als Nick geboren wurde, hat sein großer Bruder Fred ihm ein Versprechen gegeben: er würde für immer versuchen, ein guter großer Bruder zu sein. Doch nach und nach merkt er, dass er das Versprechen vielleicht nicht halten könnte, denn immer ist Fred derjenige, der in der Familie benachteiligt wird.

Nachdem sie sich schon lange nicht mehr gesehen haben und Fred in riesigen Schwierigkeiten steckt, soll ihm nun der Weihnachtsmann aus der Patsche helfen. Fred soll seinem Bruder aber erstmal bei den Weihnachtsvorbereitungen helfen und mitarbeiten. Doch sie haben nicht mit dem "Rationalisierungsexperten" Clyde Northcut gerechnet, der einen Bericht über Santas Fabrik abgeben muss und alles tut, um diese zu ruinieren und in schlechtes Licht zu stellen.

Kritik

Selbst nachdem man die ersten 15 Minuten des Films gesehen hat, weiß man zunächst nicht so richtig, in welche Richtung er nun gehen wird. Ist es nun eine Kritik an der Kommerzialisierung von Weihnachten? Die Story um Freds Verhaftung? Oder, dass er seinen "Erzfeindbruder", den Weihnachtsmann höchstpersönlich, nun wiedersehen muss, weil dieser ihm das Geld für die Kaution und einen eigenen Casinoladen geben soll? Oder aber geht es hauptsächlich um Clyde Northcut, der unbedingt will, dass die Fabrik des Weihnachtsmannes lahmgelegt wird? Außerdem gäbe es da noch eine Liebes(oder -trennungs)geschichte, die zwischen Fred und Wanda stattfindet, beziehungsweise kaputt zu gehen droht.

Nun, im Prinzip greift der Film alle diese Storys irgendwo auf. Der Anfang entpuppt sich aber trotz einiger Gags als sehr langweilig, doch was man schon bei der Verfolgungsjagd zwischen Fred und einigen verkleideten Weihnachtsmännern mitbekommt, ließ mich fragen: da standen doch nicht tatsächlich ein paar Superman-Figuren in dem Geschäft? Es war tatsächlich so, doch zunächst machte ich mir da nicht allzu viele Gedanken darüber, außer, dass ich es klasse fand und es auf WB und Kevin Spacey schob, dass die Figuren überhaupt gezeigt wurden. Dass diese eine wichtige Bedeutung für den gesamten Streifen haben, hätte ich nie für möglich gehalten.

Als Fred dann endlich bei seinem Bruder angekommen ist, kommt der Film in Fahrt. Kevin Spacey in dieser Rolle zu sehen, war schon etwas Besonderes. Als er da diese Brille auf der Nase hatte, erinnerte er schon sehr an Clark Kent. Später stellte sich das in der besten Szene des ganzen Films als wahr heraus. Clyde hat sich in seiner Kindheit ein Superman-Cape gewünscht, es aber nicht bekommen und von da an schürte sich sein Hass gegen den Weihnachtsmann. Dieser übergibt ihm "etwas" spät das Cape und Clyde muss es sich überziehen und das, obwohl er ein "45-jähriger Mann" ist. Was soll man da noch tun außer lachen? War es nicht der talentierte Mr. Spacey, der in "Superman Returns" gegen den Superhelden kämpfte? Dann folgt eine brillante Szene, die leider nur wenige Augenblicke dauert, in der Clyde und der Weihnachtsmann sich über Clark Kent und Superman unterhalten. Dieses scheinbar sinnlose Gespräch aber ist ausschlaggebend für das Ende des Films und für die Antwort, wieso Clyde sich dann doch verändert hat. Diese Veränderung ging zwar viel zu schnell und plötzlich, aber für den Film war es passend. Noch nie habe ich es mitbekommen, dass man in einer späteren Rolle so sehr auf eine frühere Rolle verweist. So wurde Spaceys Auftritt doch gleich nochmal lohnenswerter gemacht.

Es gibt aber auch noch andere Highlights. So ist Jeffrey Dean Morgan, den wir aus "Grey's Anatomy" oder "Supernatural" kennen, in einer kleinen Szene mit Rachel Weisz zu sehen, die Freds Freundin spielt. In dieser Szene kommt raus, dass sie Fred doch nicht wirklich zu lieben scheint. In einer Gesprächsrunde "Anonyme Geschwister" sieht man zudem echt die Brüder von Sylvester Stallone (Frank Stallone), Bill Clinton (Roger Clinton) und Alec Baldwin (Stephen Baldwin). Sehr unerwartete Szene, aber leider war sie viel zu langatmig.

Eine andere Story, die noch zum Vorschein kommt, ist die, dass Größenunterschiede egal sind und man sich trotzdem lieben kann. So geschehen zwischen Willie, Freds elfischem Begleiter, und Charlene, die für die Zahlen in der Weihnachtsmannfabrik zuständig ist. Zudem wird ein Thema angesprochen, über das man vielleicht nachdenken soll: Sind alle Kinder nett? In "Die Gebrüder Weihnachtsmann" gibt es wegen Clyde schon seit langer Zeit ein System, durch das jedes Kind eingeteilt wird in "gut" oder "böse". Fred findet dieses System richtiggehend sinnlos, da er einen (lieben) Jungen kennt, der auf der Liste der Bösen an erster Stelle steht und Fred selbst nicht allzu perfekt ist.

Da fragt man sich auch als Zuschauer: Wie soll diese Einteilung denn funktionieren? Und nur, weil man mal einen Fehler macht, ist man gleich ganz oben auf dieser Liste? Übrigens soll laut dem Weihnachtsmann jedes Kind ein Geschenk bekommen, was als lieb eingestuft wurde. Was ist das denn für ein Unsinn? Ich weiß, dass es eigentlich ein Fantasy-Film ist, aber bei so etwas vermischen sich Realität und Fantasie schon und es gibt wirklich genug Länder, in denen man nicht mal auf die Idee kommen würde, jemand anderem ein Geschenk zu machen, da man einfach kein Geld für so etwas hat und die Menschen dort bekommen auch nichts vom Weihnachtsmann. Außerdem stellt sich die Frage, ob denn Erwachsene keine Geschenke vom Weihnachtsmann bekommen? Immer ist nur die Rede von den Kindern, die ihre Geschenke bekommen sollen.

Es gibt auch noch andere Logikfehler, die jedoch nur mit der (amerikanischen) Überlieferung der Weihnachtsgeschichte selbst zu tun haben. Wie soll es Fred (oder Santa) denn schaffen, in zehn Stunden alle Kinder der Welt mit Weihnachtsgeschenken zu beliefern, den Kamin herunterzurutschen und dann auch noch alle Kekse zu essen? Aber das ist wie gesagt nicht dem Film anzurechnen. Überhaupt erscheint es einem nicht so, als sei Fred der ältere der beiden Brüder, denn der Weihnachtsmann sieht durch seinen Bart und das Kostüm doch gleich mal um 40 Jahre älter aus. Und wie um Himmels willen ist es überhaupt möglich, dass Fred und Nick überhaupt nicht altern - hab' ich da was verpasst?

Fazit

Der Film ist keine Komödie, obwohl ich (auch nachdem ich den Trailer gesehen habe) dachte, es wäre eine. Auch wenn es einige Mängel gibt, ist es ein guter und nicht wirklich typischer Weihnachtsfilm mit tollen Darstellern und Gaststars.

Elsa Claus - myFanbase
08.12.2007

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