Bewertung: 9
Matthew Vaughn

Sternwanderer, Der

Es war einmal...

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© Paramount Pictures

Inhalt

Die Geschichte spielt Mitte des 19. Jahrhunderts in dem kleinen englischen Dorf Wall, das an der Grenze zum magischen Königreich Faerie liegt. Die Grenze zwischen beiden Reichen ist eine alte Steinmauer, die der junge und abenteuerlustige Dustan Thorne (Nathaniel Parker) durchbricht. Dort trifft er die schöne und geheimnisvolle Una (Kate Magowan), mit der er eine leidenschaftliche Nacht verbringt. Neun Monate später steht vor seinem Haus in Wall ein Korb mit seinem Sohn Tristran.

18 Jahre später... Tristran (Charlie Cox) ist in die Dorfschönheit Victoria (Sienna Miller) verliebt und verspricht ihr, einen gefallenen Stern (in Menschengestalt: Claire Danes) zu beschaffen. Dafür muss er jedoch in die magische Welt Faerie. Zur gleichen Zeit liegt in Stormhold, einem Teil von Faerie, der alte König (Peter O'Toole), von seinen vier Söhnen umgeben, im Sterben. Die Tradition verlangt es, dass nur der König wird, der es schafft, seine Brüder ins Jenseits zu befördern und einen Teil des Sterns zu erlangen. Um den Thron buhlen jedoch auch drei Hexenschwestern (u.a. Michelle Pfeiffer), denen ebenfalls an der schönen Sternschnuppe gelegen ist. So entspinnt sich ein spannendes Abenteuer auf der Suche nach dem gefallenen Stern und der Jagd nach dem Thron...

Kritik

Der Film basiert auf dem Buch von Neil Gaiman und schafft es, die Vorlage mit Liebe zum Detail umzusetzen und den Zuschauer auf eine wunderbare Reise mitzunehmen. Das Besondere bei "Der Sternwanderer" liegt darin, dass trotz einer schönen Romanze und dem Anspruch, ein Märchen zu erzählen (Erzähler: die Stimme von Ian McKellen), der Film sich nie zu ernst nimmt. So ist die Idee, dass nur der letzte überlebende Prinz König wird, schon makaber genug. Zu sehen, wie jedoch einer nach dem anderen den amüsantesten Todesarten erliegt, ist absolut unterhaltsam. Gekrönt werden diese Szenen nur noch durch die grandiose Idee, die Prinzen als Geister weiterleben zu lassen - und zwar in der Gestalt ihres Hinscheidens (hatten wir das nicht schon bei Harry Potter?!). Die um den Thron konkurrierenden Brüder haben als weitere Anspielung keine wirklichen Namen, sondern, in römischer Tradition, Zahlnamen (Primus, Sekundus...), um zu zeigen, dass es hier um Austauschbarkeit geht.

Eine weitere Figur, bei der die Ironie nicht zu kurz kommt, ist die von Robert De Niro als Captain Shakespeare. Für seine Crew stets die pure männliche Führungsperson, entpuppt er sich als CanCan tanzende Drag Queen. Diese Rolle mit De Niro zu besetzen, ist ein Geniestreich gewesen. Kaum ein anderer Schauspieler hätte diese "Doppelrolle" so gut verkörpern können.

Der Film ist bis in die kleinsten Nebenrollen hochkarätig besetzt. Angefangen von Altstars wie Peter O'Toole, der den zynischen König gibt, und Michelle Pfeiffer, die als böse Hexe brilliert, die ihre anfängliche Schönheit nach und nach einbüßt. Selbst eine so kleine Rolle, wie die des Prinzen Sekundus (nur zwei Minuten vom Auftritt bis zum Tod) wird mit einem bekannten Namen wie Rupert Everett besetzt.

Der Film überzeugt in jeder Minute. Es sind alle Elemente enthalten, die ein guter Fantasyfilm braucht: Romantik, Abenteuer, Action und natürlich Phantasie - nicht altbacken aneinandergereiht, sondern innovativ neu zusammengesetzt.

Fazit

Ins Kino gehen und einen der originellsten Fantasyfilme der letzten Jahre sehen, der mit einem zückersüßen Finale aufwartet und selbst mit einem ganz kleinen Seitenhieb auf das viktorianische England nicht spart.

Timm von Hoffmann - myFanbase
14.10.2007

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