Bewertung: 7
Chris Miller

Shrek der Dritte

"Rapunzel, Rapunzel, lass deine goldenen Extensions herunter!" - Schneewittchen

Foto: Copyright: Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Inhalt

Im Königreich Weit Weit Weg ist alles in Butter: Die böse gute Fee hat sich in Luft aufgelöst, Prince Charming versucht sich erfolglos als Schauspieler, Esel muss die Brände seiner Dracheneselkinder löschen, der gestiefelte Kater macht die weibliche Katzenwelt unsicher und in der Ehe von Shrek und Fiona läuft alles bestens. Fast schon Happy-End-reif. Wäre da nicht die plötzliche Erkrankung des (Frosch)Königs. Während Shrek und Fiona sich bei offiziellen Anlässen als Ersatz für König und Königin versuchen müssen, wird der Gesundheitszustand von Fionas Vater immer schlimmer und er stirbt. Bevor er allerdings sein letztes Quaken aushaucht, bittet er Shrek, seinen Platz als König einzunehmen, wovon Shrek aber wenig begeistert ist. Daher macht er sich nach dem Tod des Königs auf, den letzten Erben zu suchen, der die Rolle des Thronfolgers übernehmen könnte: Fionas Cousin, Artus.

Zusammen mit Esel und dem gestiefelten Kater verlässt Shrek Weit Weit Weg, um in Worcestershire Artus zu suchen. Artie entpuppt sich allerdings als ein Loser, der von seinen Mitschülern gehänselt wird und Shrek muss viel Überzeugungsarbeit leisten, um Artie dazu zu kriegen, mitzukommen.

Während Shrek nach Artie sucht, gerät das Königreich jedoch in große Gefahr: Charming mobilisiert die zwielichtigen Märchenfiguren und überfällt Weit Weit Weg, um so König zu werden. Fiona sagt ihm den Kampf an...

Kritik

Ist dieser Shrek Dreck?

Nein. Auch wenn viele Kritiker es einem Glauben machen wollen, dem ist nicht so. Warum nun so viele enttäuscht waren, liegt wohl daran, dass das Sequel des Sequels so sehnlichst erwartet wurde, dass sich dabei die Erwartungen wohl in schwindelerregende Höhen geschraubt haben müssen. "Shrek der Dritte" sei langweilig, er sei oberflächlich, ihm würde es an Komik fehlen, so nörgelt man. Doch auch wenn der dritte Teil seinen zwei Vorgängern hinterherhinkt, so ist diese Kritik zu scharf. Denn "Shrek der Dritte" ist nicht langweilig, nicht oberflächlich und bietet eine ordentliche Portion Komik.

Die Story knüpft quasi nahtlos an Teil 2 an: Die Schwiegerelternprobleme sind geregelt und das Königreich Weit Weit Weg lebt in Ruhe und Frieden. Die Story kommt etwas langsam in die Gänge, doch nach dem Tod des (Frosch)Königs welcher absolut herrlich inszeniert ist geht's richtig los: Shreks Besuch in Worcestershire, wo er Artie finden will, bietet jede Menge Gags und Anspielungen, ebenso die Heimreise nach Weit Weit Weg, auf der Shrek, Esel, Kater und Artie auf den durchgeknallten Merlin treffen. Der alte Zauberlehrer ist mittlerweile in Rente und rennt mit seinen Ökolatschen völlig verwirrt durch die Gegend großartig! Merlin ist eindeutig eines der Highlights des Films.

Neben Artie und dem pensionierten Zauberlehrer gibt es aber auch noch weitere neue Charaktere in "Shrek der Dritte": Fionas Freundinnenkreis, bestehend aus Schneewittchen, Dornröschen, Aschenputtel, Rapunzel und der Transvestiten-Barkeeperin, zeigen diesmal, dass sie es faustdick hinter den Ohren haben und versuchen, Weit Weit Weg vor Charming zu retten. Dieser ist wie immer herrlich überspitzt dargestellt und sorgt mit seiner arrogant-überzogenen Art für viele Lacher.

Doch trotz der neuen, sympathischen Charaktere, die viel Schwung und Humor mitbringen, fehlt es dem dritten "Shrek"-Film ein wenig an diesen einprägsamen, herausragenden Gags, die die ersten beiden Teile so auszeichneten. Die Witze sind zwar auch diesmal gut, aber eben nicht so gut wie gewohnt. Gesellschaftliche Anspielungen findet man eigentlich nur in der Sequenz in Worcestershire, ansonsten basiert der Humor auf Situationskomik und Wortwitzen. Dafür aber ist die Story ordentlich konzipiert und zu keinem Zeitpunkt des Films langweilig etwas, das bei dem Sequel des Sequels eines Films gar nicht so einfach ist.

Absolut herausragend ist allerdings auch diesmal wieder die Grafik des Films: Dreamworks hat seine ohnehin schon perfekte Computeranimation nochmals perfektioniert und bietet dem Zuschauer CGI vom Allerfeinsten. Die Kombination aus realistischen Landschaftskomponenten und fiktiven Märchenfiguren ist phänomenal gelungen und kombiniert mit der wunderbaren Filmmusik, die aus tollen Songs besteht, ist das äußere Gerüst des Films wie immer fantastisch.

Fazit

Dieser Shrek ist also kein Dreck. Auch wenn "Shrek der Dritte" im Vergleich mit den ersten beiden Teilen schlechter abschneidet, ist er nicht schlecht, sondern bietet eineinhalb Stunden solide Unterhaltung. Kinder werden den Film lieben, die Erwachsenen auch diesmal wieder was zu lachen haben.

Maria Gruber - myFanbase
05.07.2007

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