Bewertung: 3
Charles Shyer

Alfie

"Ich halte mich an die europäische Philosophie von Weib, Wein und.... ehrlich gesagt, das war's: Weib und Wein. Oder auch mal Weib und Weib." - Alfie

Foto: Copyright: Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Inhalt

Der stylische und gutaussehende Alfie (Jude Law) lebt in New York City. Er verdient seinen Lebensunterhalt als Chauffeur, liebt das Leben und liebt die Frauen, aber ganz besonders liebt er sich selbst.

Alfie hat mehrere Freundinnen, mit denen er sein Leben aufhellt. Da wäre zum einen die alleinstehende Mutter Julie (Marisa Tomei), mit der er eine offene Beziehung führt, welche Julie aber für eine feste hält. Zum anderen wären da aber auch noch die schöne Dorie (Jane Krakowski), die unglücklich verheiratet ist und sich ab zu mit Alfie vergnügt, sowie die blutjunge Schönheit Nikki (Sienna Miller) oder die Unternehmerin Liz (Susan Sarandon).

Als Alfie dann mit Lonette (Nia Long), der Freundin seines besten Freundes Marlon (Omar Epps), ins Bett steigt, merkt er schnell, dass dies ein Fehler war. Doch wird er es schaffen, sein Leben wieder in die richtige Bahn zu bringen, und was lernt er daraus?

Kritik

"Alfie" ist ein Remake des 1966 mit Michael Caine veröffentlichen Films "Der Verführer lässt schön grüßen". Durch seine Rolle in "Der Verführer lässt grüßen" wurde Michael Caine bekannt und später zum Weltstar.
Das Drehbuch für "Alfie" stammt aus den Federn des Ex-Mannes von Nancy Myers: Charles Shyver. Da er nun nach der Trennung von seiner Frau keine Co-Autorin mehr hatte, musste eine neue gefunden werden. Die eigentlich für TV-Serien schreibende Elaine Pope ("Seinfeld") sprang ein.

Der Film hatte ein Budget von 60 Millionen Dollar. Er spielte in den USA aber gerade mal 15 Millionen Dollar ein, was ein wahrer Verlust für das Filmstudio war. Woran das lag? Es lag wohl daran, dass der Film nicht gerade "moralisch" ist: denn die Hauptfigur ist der typische Macho und eigentlich ist man, wenn man solchen Leuten auf der Straße begegnet, ja schon genervt. Warum also noch einen ganzen Film mit einem in der Hauptrolle sehen?

Auch wenn man wahrscheinlich keinen besseren Hauptdarsteller als Jude Law hätte finden können, so wird man nicht warm mit ihm. Er ist zynisch, herzlos und extrem egoistisch. Es ist fast unmöglich an Alfie mit Ausnahme seiner Kinderliebe auch nur eine Sache zu mögen. Vielmehr hasst man ihn von Anfang an und fühlt sich an diverse alte Klassenkameraden und fiese Ex-Freunde erinnert. Und genau das wollten die Autoren meiner Meinung nach gerade nicht erreichen. Man sollte wohl Alfie dabei beobachten, wie er von einem harten Menschen zu einem weichen wird. Das tut man aber nicht. Gut, am Ende scheint es so, als ob er eine Lektion gelernt hat, aber wer sagt mir, dass er morgen nicht wieder genauso anfängt?

Es liegt auch nicht an Jude Law, dass man mit seinem Charakter nicht warm wird, es liegt am Drehbuch. Es hat für die Figur des Alfie einfach kein Tiefgang vorgesehen. Gerade bei der alleinigen Hauptfigur hätte man dies machen müssen. Auch an den übrigen Darstellern gibt es nichts auszusetzen. Ganz im Gegenteil, Marisa Tomei als alleinerziehende, eifersüchtige Mutter spielt sich direkt in die Herzen der Zuschauer, was es noch schwieriger macht, Alfie zu mögen. Auch "Ally McBeal"-Star Jane Krakowski überzeugt in ihrer Rolle, genauso wie Susan Surandon, Sienna Miller und Nia Long.

Die Gestaltung des Films ist aber gut. Law kommt mit seiner Vespa, mit der er durch New York rast, extrem cool rüber und auch sein Kleidungsstil ist ansprechend. Auch die übrigen Kostüme und Kulissen sind super ausgesucht und spiegeln die Story wieder. Der Soundtrack ist ebenfalls wirklich "hörenswert". Die meisten der Songs wurden für diesen Film von Mick Jagger und Dave Stewart geschrieben und eingespielt. Der Golden Globe für den besten Soundtrack ging demnach verdient an die beiden.

Fazit

Nur die Darsteller und die Musik machen diesen Film einigermaßen sehenswert.

Eva Klose - myFanbase
01.06.2007

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