Die Toten der Wisteria Lane (1)

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Nach acht Jahren "Desperate Housewives" hat sich so einiges angesammelt: Von Geheimnissen über Lügen bis hin zu gebrochenen Herzen. Doch vor allem hat sich eines angesammelt: Leichen im Keller. Und das nicht nur sprichwörtlich, denn zahlreiche Nebencharaktere mussten in das saftige Gras der Vorgärten beißen, doch auch Hauptcharaktere und Charaktere, die jahrelang in der Serie zu sehen waren, wurden Opfer der Drehbuchschreiber. An dieser Stelle wollen wir euch noch einmal daran erinnern, welchen relevanten Charakteren das Leben in der Wisteria Lane zum Verhängnis wurde.

Foto: Copyright: 2004 Buena Vista Home Entertainment, Inc. und Touchstone Television
© 2004 Buena Vista Home Entertainment, Inc. und Touchstone Television

Das erste Todesopfer ließ nicht wirklich lange auf sich warten, denn bereits nach den ersten Sekunden der Pilotfolge #1.01 Schmutzige Wäsche zückte Mary Alice Young einen Revolver und drückte ab, um von nun an die Rolle der Erzählerin zu übernehmen. Das Geheimnis hinter ihrem Selbstmord beschäftigte uns Zuschauer die gesamte erste Staffel – und forderte zudem sieben Folgen später (#1.08 Schuldig) Todesopfer Nummer Zwei, nämlich Martha Huber, die von Paul Young erwürgt wurde, nachdem dieser herausgefunden hatte, dass Martha nicht ganz unschuldig am Schicksal seiner verstorbenen Frau Mary Alice war. Eine Folge zuvor (#1.07 Gewinner und Verlierer) wurde im Übrigen Carlos' Mutter Juanita von Andrew aus Versehen mit dem Auto angefahren. Juanita fiel daraufhin ins Koma und erwachte erst wieder in der Folge #1.17 Helden. Doch der Sensemann scheint ein ganz besonderes Augenmerk auf die Bewohner der Wisteria Lane zu haben, da Juanitas Erwachen nur von kurzer Dauer sein sollte. Als sie nämlich direkt nach dem Erwachen durch das Krankenhaus irrte und das gerade frisch geputzte Treppenhaus erreichte, rutschte sie aus und stürzte einige Treppen hinunter – mit tödlichem Ausgang. Tödlich endete letztendlich auch die erste Staffel, nämlich mit dem Tod von Brees Ehemann Rex in #1.23 Alles ist wunderbar, der vermeintlich an einem Herzinfarkt starb und erst später klar wurde, dass er in Wirklichkeit vom Apotheker George Williams vergiftet wurde. Eine zweite Leiche gab es während des ersten Staffelfinaels dann auch noch, wenn auch nur indirekt. Denn in Rückblenden wurde das Geheimnis um Mary Alices Selbstmord aufgelöst, der auch einen weiteren Tod beinhaltete, nämlich den von Deirdre Taylor – Zachs leiblicher Mutter, die man bereits in einigen anderen Rückblenden während der ersten Staffel immer wieder zu Gesicht bekommen hat und irgendwann klar wurde, dass sie mittlerweile tot sein müsste. In #1.23 wussten wir dann auch, dass es Mary Alice war, die für ihnen Tod verantwortlich war, indem sie ihr ein Messer in ihren Unterleib rammte. Mit diesem Tod kam die erste Staffel somit auf stolze fünf Todesopfer, die aber nur ein kleiner Bruchteil der Anzahl der Toten sein sollte, die die Serie noch so zu bieten hatte.

Foto: Copyright: 2004 Buena Vista Home Entertainment, Inc. und Touchstone Television
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Denn in Staffel 2 ging das muntere Beseitigen lästiger Charaktere weiter. In der neunten Folge der zweiten Staffel (#2.09 Die Guten und die Bösen) musste George Williams dran glauben, der für den Tod von Rex verantwortlich war. Eiskalt sah Bree zu, wie er an einer Überdosis Medikamenten starb, nachdem er diese eigentlich nur zu sich genommen hatte, um Bree seine unendliche Liebe zu beweisen. Daraus wurde wohl leider nichts. George war im Übrigen nicht das einzige Überbleibsel aus der ersten Staffel, dem die zweite Staffel zum Verhängnis werden sollte. Auch Noah Taylor, der Vater von Deirdre Taylor, wurde letztendlich vom Sensemann zu sich geholt, nachdem sein Enkel Zach seine lebenserhaltenen Maschinen abgestellt hatte, um an sein Erbe zu kommen (#2.23 Erinnerungen). Derweil forderte das Staffelgeheimnis der zweiten Staffel, das sich um Betty Applewhite und ihre Söhne Matthew und Caleb drehte und irgendetwas mit einem verstorbenen Mädchen namens Melanie Foster zu tun hatte, ebenfalls seine Opfer. Dieses Geheimnis wurde zunächst dem Privatdetektiven Kurt Monroe zum Verhängnis, als eine morsche Treppenstufe unter ihm zusammenbrach und sich dabei ein Schuss aus seiner Waffe löste, der ihn tötete (#2.11 Nur ein Kuss). Im Staffelfinale wurde dann Matthew Applewhite von einem Scharfschützen der Polizei erschossen, während zuvor aufgedeckt wurde, dass er es war, der Melanie Foster mit einer Axt erschlug. Da Melanie in einigen Rückblicken immer wieder in dieser Staffel zu sehen war, zählt ihr Tod genauso wie der von Deirdre zu den relevanten Todesfällen. Somit waren es vier Charaktere, die die zweite Staffel nicht überlebten.

Foto: Copyright: ABC Studios
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In der dritten Staffel war es die Episode #3.07 Peng, die gleich zwei wichtigen Charakteren das Leben kostete und im Übrigen noch heute von vielen als beste Episode der Serie tituliert wird. In dieser Folge platzte Hausfrau Carolyn Bigsby der Kragen, woraufhin sie in einem örtlichen Supermarkt Geiseln nahm, worunter sich auch Lynette Scavo und Nora Huntington befanden. Nora war die Mutter von Toms unehelichen Kind Kayla und sorgte die gesamte bisherige Staffel über für mächtigen Ärger. Damit sollte nach dieser Episode Schluss sein, denn Carolyn tötete Nora mit einem Schuss. Doch auch Carolyn starb noch in dieser Episode, als eine der Geiseln an Carolyns Waffe gelangte und ihr damit in den Kopf schoss. Ansonsten war es wieder einmal das Staffelgeheimnis, das einige Charaktere um ihr Leben brachte. Diesmal drehte sich das Geheimnis um Orson Hodge, seine lange als verschollen gegoltene Frau Alma sowie einer Stewardess namens Monique Polier, die tot aufgefunden wurde. In #3.15 Teuflisch wurde dann in einem Rückblick, wie bereits bei Deirdre und Melanie, die Umstände von Moniques Tod offenbart, die von Orsons Mutter Gloria mit einer Rohrzange erschlagen wurde. Noch in der selben Episode starb Alma, die von Gloria in einem Dachboden eingesperrt wurde und bei ihrem Versuch, über das Dach zu fliehen, tödlich stürzte. Damit war bereits nach der fünfzehnte Folge der letzte Charakter der dritten Staffel gestorben, die es auf eine Summe von vier Toten brachte. Selbst das Staffelfinale #3.23 Hochzeitsfieber verlief ohne Todesfälle, womit das Staffelfinale der dritten Staffel das erste war, in dem kein Charakter starb, obwohl das Ende der Staffel uns durch Edies vermeintlichen Selbstmordversuch erst einen anderen Eindruck vermitteln wollte.

Foto: Dana Delany, Desperate Housewives - Copyright: 2010 ABC Studios
Dana Delany, Desperate Housewives
© 2010 ABC Studios

In Staffel Vier mussten wir bereits in der vierten Folge #4.04 Plagen einem Charakter auf Nimmerwiedersehen sagen, was allerdings nicht schwer fiel, da der Charakter in lediglich drei Folgen zu sehen war. Daher war der natürliche Tod von Katherines Tante Lillian Simms auch durchaus zu verkraften. Sehr rund ging es dann jedoch in der Folge #4.09 Tornado zu, in der ein Tornado über die Wisteria Lane hinwegfegte und insgesamt drei Todesopfer forderte. So wurde Gabys Ehemann Victor Lang, der seit #3.16 Männer sind Schweine mitspielte und sich als intriganter und machtlüsterner Mistkerl entpuppte, während des Tornados von einer umherfliegenden Zaunlatte durchbohrt. Dann gab es da noch Sylvia Greene, die im Zusammenhang mit dem Staffelgeheimnis um Katherine einen zwei Folgen langen Auftritt hatte und vom Tornado mitgerissen und in #4.10 Nach der Katastrophe tot in einem Baum hängend aufgefunden wurde. In der gleichen Episode wurde dann auch klar, dass Ida Greenberg, ein bei den Fans sehr beliebter Charakter, der bereits seit der ersten Staffel zu sehen war, dem Tornado zum Opfer fiel. Nach dieser Episode herrschte erst einmal Ruhe nach dem Sturm – bis das Staffelfinale der vierten Staffel kam, das obligatorisch damit beschäftigt war, das Staffelgeheimnis aufzulösen. Wayne Davis, Katherines gewalttätiger Ex-Mann, spielte dabei eine große Rolle, der während des Staffelfinales #4.17 Befreiung seine ehemalige Frau in ihrem eigenen Haus unbemerkt als Geisel hielt. Dummerweise platzte dabei Ellie Leonard hinein, eine Drogendealerin, die einige Episoden zuvor Zuflucht bei den Solis' gefunden hatte und nun vor der Polizei fliehen musste. Ein schlechteres Versteck hätte sie sich dabei allerdings nicht suchen können, denn kurzerhand erschoss Wayne sie mit seiner Waffe. Da wusste er noch nicht, dass ihn das gleiche Schicksal ereilen sollte, denn als er gegen Ende des Finales von Katherines Mann Adam niedergeschlagen wurde, war es Katherine, die seine eigene Waffe nun gegen ihn richtete und abdrückte. Außerdem wurde anhand einer Rückblende auch wieder ein wenig Licht in das Staffelgeheimnis gebracht und man erfuhr, dass Katherines und Waynes kleine Tochter Dylan bei einem tragischen Unfall starb, als sie bei dem Versuch, ihre Lieblingspuppe von einem Schrank herunterzuholen, von jenem Schrank erschlagen wurde (an dieser Stelle vielen Dank an einen unserer Leser für den netten Hinweis). Damit war sie der siebte Charakter, der in der vierten Staffel starb. Ein vorläufiger Rekord, der jedoch noch von einer Staffel übertrumpft werden sollte. Welche das war, erfahrt ihr in unserem kommenden zweiten Teil, der die Todesfälle in den Staffeln fünf bis acht thematisieren wird.

Manuel H. - myFanbase


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