Bewertung: 8

Review: #6.01 Das Leben danach

Foto: David Duchovny, Californication - Copyright: Paramount Pictures
David Duchovny, Californication
© Paramount Pictures

Wir springen nur ein paar Tage nach das Finale der fünften Staffel und können miterleben, wie Hank wieder aus dem Koma erwacht und so weit erst mal wohlauf ist. Doch es hatten nicht alle so viel Glück wie er.

She loved you, Hank.

Carrie hat es nämlich nicht überlebt. Bei all der Tragik ist das natürlich nur ein kurzer Nebenschauplatz gewesen, denn Carrie ist nicht gerade ein Mittelpunkt der Serie. Insofern gibt es nur eine Szene mit Carries bester Freundin und Hank, die aber richtungsweisend für diesen Staffelauftakt und eventuell für die gesamte Staffel ist. Hank bekommt in gewisser Weise zu Recht sein Fett weg. Er fühlt sich für Carries Tod (mit-)verantwortlich und sucht sein Seelenheil im Alkohol. Sicherlich nicht die beste Idee, aber immerhin mischt er nichts mit Drogen. Dass er seinen Kummer irgendwie betäuben will und muss, kann man natürlich verstehen. Die Serie schafft es dann mal wieder gekonnt, diesen bedenklichen Absturz komödiantisch zu untermalen. Erst versaut er einen Heiratsantrag (wobei der Typ jetzt auch nicht gerade den schönsten Ort für solch einen Moment ausgewählt hat), dann erschreckt er das Kind des Nachbarn trotz Bestechungsversuches. Herrlich. Überhaupt konnte diese Episode mit wunderbaren Dialogen aufwarten, die teils zum Schmunzeln teils zum laut Loslachen geeignet waren, manchmal auch, weil bzw. obwohl es regelrecht eklig war.

I'm not sure, but I think that is the part where you tell me your name.

Was im Zusammenhang mit Carries Ableben auch wunderbar funktioniert hat, waren die Rückblicke auf das Kennenlernen von Hank und Karen. Es ist jetzt nicht so, dass diese Szenen eine ungeheure Dynamik in die Episode gebracht hätten, aber es war schon sehr interessant, mit wie viel Direktheit Hank damals um Karen buhlte. Wie so oft (und ich wiederhole mich da gerne), zeigen die Szenen mit Hank und Karen, wie wunderbar dieses Paar doch funktioniert, ob in der Vergangenheit oder in der Gegenwart. Hier war es also vor allem die Stimmung, die diese Szenen vermittelten, die punkten konnten.

I grieved and I moved on.

Becca bekommt in dieser Episode auch einen Auftritt, um die Brücke von Staffel 5 zu Staffel 6 zu schlagen. Hanks Wunsch ist in Erfüllung gegangen, denn Tyler und sie sind nicht mehr zusammen. Dafür schmeißt Becca jetzt die Schule und will ebenfalls Schriftstellerin werden. Was Schlimmeres kann Hank sicherlich nicht zu hören bekommen. Ich glaube ja, dass Becca eine hervorragende Autorin ist, weil sie im Prinzip seit fünf Staffeln jeden Vater-Tochter-Moment dominierte und immer die richtigen Worte gefunden hat. Die Frage ist nur, ob sie Hanks Lebensweise annimmt oder sich dem Metier über eine andere Klientel annähert. Eigentlich wäre es für Hank aber wohl die einzige Möglichkeit, sich selbst zu bessern, damit seine Tochter nicht seine Fußstapfen in jeder Hinsicht füllt.

Worst Intervention EVER

Dass es mit Hank so nicht weiter gehen kann, wurde in den ersten zwei Dritteln der Episode absolut deutlich. Insofern mussten die Menschen, die ihn lieben, dringend eingreifen. Witzigerweise fehlte dem Quartett jegliche Linie und Zielstrebigkeit, sodass auch diese Szene in erster Linie urkomisch war. Becca und Karen konnten dann die Kohlen aus dem Feuer reißen und Hank deutlich machen, warum es wirklich geht. Wenn das Hank nicht hilft, sich wieder zu fangen, dann ist ihm auch nicht mehr zu helfen. Ich hoffe ja immer noch, dass er endlich mal die Kurve bekommt und all seine Eskapaden hinter sich lassen kann. Ob diese Staffel einen Schritt in diese Richtung machen wird, bleibt abzuwarten. Ich kann mir aber eigentlich nicht vorstellen, dass Hank in der Reha keine Frau kennen lernen wird.

I have an offer for you!

Charlie hat den Altrocker Atticus Fetch an Land gezogen, der von "God hates us all" schwärmt und den Film dazu liebt. Er will daraus nun ein Musical machen, das die Liebe in den Mittelpunkt stellt. Hank ist absolut abgeneigt und legt sich mit Atticus an. Der Einstieg zeigt, dass man davon ausgehen kann, dass dies nicht der letzte Auftritt von Atticus war. Da haben die Autoren aber wieder einen skurrilen Charakter ausgegraben. Seine Ladys im Flieger waren schon sinnbildlich. Das grenzt doch an Sklaverei. Atticus' Enthusiasmus und Charlies Wirken lassen auch vermuten, dass das Musical umgesetzt werden wird. Auch das passt eigentlich super, weil seit einigen Jahren Musicals wieder und mehr an Bedeutung gewinnen. Ich hatte bei der spontanen Klavier-Session schon meinen Spaß, vor allem als Charlie einstimmte. Ich hoffe, dass es nicht der letzte musikalische Beitrag in der Staffel war und man diesen Humor weiter verfolgt.

You don't need a man to be happy

Auch Marcys Leben muss irgendwie weiter gehen und wird in der Episode schon kurz angeschnitten. Sie hat sich in die Idee von Ophelia verliebt, die überzeugt ist, keinen Mann im Leben zu benötigen, um glücklich zu werden. Nachdem Marcy zwei Mal in ihrer Ehe betrogen wurde, ist es natürlich genau das, was sie hören wollte. Man darf hier gespannt sein, in welche Richtung das noch gehen wird, denn Marcy wirkte schon sehr bedient. Mich interessiert aber vor allem der neue Charakter Ophelia, weil er von Maggie Wheeler gespielt wird, die man als Chandlers aufdringliche Freundin Janice aus der Serie "Friends" nur zu gut kennt. Sicherlich wird sie noch häufiger auftreten, denn einen solchen Namen wird man nicht für diese kleine Szene verpflichtet haben.

Fazit

Diese Episode musste vor allem erst mal alle Geschichten auf den Weg bringen, damit die Ereignisse aus Staffel 5 abgeschlossen und die Auswirkungen nun aufgenommen werden konnten. Insofern war es inhaltlich jetzt keine Offenbarung, aber die Ansätze machen definitiv Lust auf mehr. Überzeugen konnte diese Episode vor allem durch die zahlreichen humorvollen Momente, die sich im Dialog, durch One-Liner oder auch durch die Situationskomik pausenlos aneinander reihten.

Emil Groth - myFanbase

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