Bewertung: 6

Review: #5.05 Mitfahrgelegenheit

Foto: Madeleine Martin & David Duchovny, Californication - Copyright: Paramount Pictures
Madeleine Martin & David Duchovny, Californication
© Paramount Pictures

Der Titel der Episode hatte schon vermuten lassen, dass auch dieses Mal ein Ereignis im Mittelpunkt steht und den Großteil der Episode ausmachen wird. So gut wie das in der letzten Woche mit dem Essen funktioniert hat, so langweilig ist es in dieser Episode gewesen. Zum Glück konnten die letzten Minuten entschädigen.

Auf Streife

Nein, irgendwie hat mir der Aufhänger dieser Episode überhaupt nicht gefallen. Samurai Apocalypse versprüht einfach nicht den Charme, den es braucht, um so viel Screentime produktiv und kurzweilig zu nutzen. Auch hatte ich nicht den Eindruck, dass die Fahrt durch die Stadt irgendeine neue Facette an seinem Charakter verdeutlicht hätte, die nicht auch schon vorher da war. Denn das Sam schnell eifersüchtig ist und gerne so eine Art Besitzanspruch auf Kali hätte, wusste man schon vorher. Auch der Gastauftritt von Bryan Callen als Polizist konnte trotz einiger witziger Momente nicht dazu führen, dass mich die Geschichte hätte überzeugen können. Am besten war noch ausgearbeitet, wie Hank versucht, mit der Situation zurecht zu kommen und sich selbst nicht zu verraten. Aber auch das wurde in all den anderen Episoden im Prinzip schon ausreichend thematisiert. Highlight dieser nicht enden wollenden Story war dann schon Charlie, der sich wieder mal die erste sich bietende Gelegenheit für Sex (in diesem Falle ein Blowjob) wahrnimmt und dann erschrocken feststellen muss, dass die zu kostenlosen Freundschaftsdiensten bereite Prostituierte eine Transe ist. Nach dem Schock war vor allem das Geheule im Anschluss wirklich witzig und erheiternd. Charlie zieht solche Sachen eben magisch an. Überhaupt fing mit dieser Szene die Episode für mich eigentlich erst richtig an.

Rückfall

Ich hatte fast schon befürchtet, dass man von den anderen Charakteren der Serie in dieser Episode gar nichts zu sehen bekommt, da erhält Hank den rettenden Anruf von Becca. Und was jetzt alles passiert, ist eine Wiedergutmachung für den lahmen ersten Teil. Allein Tyler konnte mit seinem Kommentar vor dem Restaurant sowohl amüsieren als auch die Spannung erhöhen. Was ist da los? Richard hat sich durch Tylers Zutun betrunken und steht nun splitternackt auf dem Tresen im Restaurant. Karen ist zurecht verzweifelt und Hank nimmt sich der Situation an. Grandiose Szene. Vor allem Jason Beghe hat das wieder perfekt gespielt. Noch besser sind aber die Konsequenzen dieser Szene. Karen findet auch mit Richard keine Ruhe und scheint erste Zweifel an ihrer Ehe aufkommen zu lassen.Dass man in dieser Staffel nach dem Zeitsprung eine Art Schlupfloch öffnen wird, um die Chance auf Hank und Karen zumindest leicht aufkeimen zu lassen, war eigentlich klar. Dass man diese Szene aber zugleich auch nutzt, um Sam als Schläger von Tyler auffliegen zu lassen und Hank damit in der Gunst von Becca (und Karen) einen herben Rückschlag zu verpassen, hätte ich an dieser Stelle noch nicht erwartet. So geht es aber Schlag auf Schlag und diese Dynamik war definitiv eine Entschädigung für die unterdurchschnittlichen ersten zehn Minuten der Episode. Die wichtigen Charaktere standen im Fokus und entscheidende Entwicklungen sind in die Wege geleitet worden. Das ist es, was uns als Zuschauer interessiert. Schlagartig wurde das Bedürfnis geschaffen, sofort weiter schauen zu wollen. Das hätte ich mir mitten in der Episode nicht vorstellen können. Vielleicht war es aber auch die Absicht der Autoren, groß auszuholen, um das Ende der Episode so verdichten zu können und dadurch intensiver werden zu lassen. Dass schlussendlich auch noch die echte Polizei auftaucht und dem Männerabend beendet, war dann irgendwie auch ein gelungener Abschluss. Strafe folgt auf den Fuße. Wie genau die ausfällt, wird vielleicht in der nächsten Episode noch mal thematisiert, aber sicher kann man sich da auch nicht sein. Ein weiterer Fakt, warum ich mich dann doch wieder sehr auf die nächste Episode freue.

Fazit

Diese Episode hat lange gebraucht, um richtig in Gang zu kommen, weil der erste Teil weder übermäßig witzig noch wirklich interessant gewesen ist. Der zweite Teil konnte das Blatt aber schnell wenden und so kam mit der Episode doch noch das wohlige "Californication"-Gefühl auf.

Emil Groth – myFanbase

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