Bewertung: 7

Review: #3.06 In Vino Veritas

Foto: Natascha McElhone & David Duchovny, Californication - Copyright: Paramount Pictures
Natascha McElhone & David Duchovny, Californication
© Paramount Pictures

Karen ist zurück und mit entsprechend hohen Erwartungen geht man in diese Episode, trifft Karen doch auf drei Nebenbuhlerinnen. Leider verläuft dieser Teil sehr unspektakulär und es bedarf dem Erziehungsthema, um die Episode zu retten.

Sexuelle Spannungen

Natürlich will Hank mit der Frau seines Lebens nicht nur reden, doch Karen lehnt mit guten Gründen die körperlichen Bestrebungen von Hank ab und setzt auch noch verbal einen oben drauf, indem sie ernsthaft behauptet, mit Bill geschlafen zu haben. Ich wollte es nicht glauben und bin so froh, dass Karen nur gelogen hat. Das ist definitiv die beste Variante gewesen, um Hank in die Schranken zu weisen, und irgendwie geschieht ihm das auch recht. Er ist nun wirklich kein Kind von Traurigkeit und Karen hatte viel durch ihn zu leiden. Entsprechend liegt sie auch dieses Mal richtig und grinst in der Uni in sich hinein. Ob sie ahnt, was da alles bereits gelaufen ist? Interessant war die sofortige Abneigung von Karen Felicia gegenüber, die Karen wohl auch nicht als potenzielle Gefahr ansieht, was Hank wiederum richtiggehend verunsicherte. An dieser Stelle fing die Episode auch langsam an, in Fahrt zu kommen. Offenbar konnte der Beginn der Episode dem Druck meiner Erwartungen nicht Stand halten. Vom Aufeinandertreffen von Karen und Jill bzw. Jackie hatte ich mehr Zweideutigkeit und bissige Dialoge erwartet und auch die Auseinandersetzung mit Felicia war lediglich auf Becca bezogen. Wollte man diese Karte noch nicht ausspielen oder will man diesen dicken Keil lieber gar nicht erst zwischen Karen und Hank stecken? Eine halbe Staffel bleibt noch für die Beantwortung dieser Frage.

Pubertär

Nein, mit dieser Überschrift ist nicht Becca gemeint, auch wenn das genauso treffend wäre. Viel außergewöhnlicher ist aber das Verhalten von Marcy, die Charlie bittere Vorwürfe wegen der möglichen Geschlechtskrankheit macht und sich nicht einkriegt, bis plötzlich der neue Klient und Jugendheld von Marcy, Rick Springfield, zum Essen kommt und sie den Teenie-Modus anwirft. Es war richtig niedlich, wie Marcy leicht verlegen den Musiker anschmachtet und dann wie eine Zwölfjährige auf ihr Zimmer bittet, um Musik zu hören. Charlie traute seinen Augen nicht und bekommt hier ein weiteres Mal die Quittung für seine Verfehlungen in den vergangenen Staffeln. Marcy ist da aber auch knallhart und offenbar nicht gewillt, Charlie entgegen zu kommen. Sie möchte ihren Spaß haben und Gelegenheiten nutzen und agiert dabei inzwischen rücksichtslos. Ob das der richtige Weg ist, um die Ehe wieder auf die richtigen Bahnen zu lenken, bleibt abzuwarten. Derzeit findet Marcy aber offenbar keinen anderen Weg, um mit den Enttäuschungen und Verletzungen umzugehen. Dass man sie trotzdem noch packen kann, beweist Sue Collini in ihrer erneut unnachahmlichen Art, als sie den Wettbewerb um den lautesten Beischlaf eröffnet und klar gewinnt. Hat jemand etwas anderes erwartet? Diese Rolle zu spielen muss so viel Spaß machen, man kann beim Zusehen nur neidisch werden. Der Überraschungseffekt hat zwar gefehlt, aber man kann sich immer wieder über diese Momente der Sue Collini amüsieren. Vielleicht war das auch für Marcy der richtige Anstoß, sich über ihre Ziele klar zu werden.

Feindbilder

Man kann leicht behaupten, dass es Becca ihren Eltern im Moment nicht einfach macht, doch eigentlich ist die Lage eher andersrum. Hank und Karen machen es ihr nicht gerade leicht. Die Basis für eine glückliche Familie fehlt. Streitereien mit Hank haben in der Vergangenheit stark zugenommen und nun kommt Karen auf die Idee, ihre Familie einfach mit nach New York zu nehmen. Welch ein Dilemma. Zu allem Überfluss macht Karen auch einfach Chelsea für die Veränderung ihrer Tochter verantwortlich, was ihr ziemlich leicht fällt, weil sie Felicia und ihren arroganten Ehemann Stacy, mit dem man besser nie Tennis spielen sollte, nicht leiden kann. Doch wenn es etwas gibt, dass Becca derzeit glücklich macht, dann ist es ihre erste beste Freundin Chelsea und nachdem Hank schon zu spüren bekam, was passiert, wenn sich jemand zwischen die beiden unzertrennlichen Seelen stellt, kommt Karen nun mit der New-York-Idee. Für Hank ist das fast eine gute Sache, weil er nun nicht mehr der Feind ist. Die Frage ist, ob die erste große Liebe wichtiger ist als die erste echte Freundin. Für Damien, von dem man leider nichts mehr gehört/gesehen hat, hat Hank Karen ziehen lassen und ist in Kalifornien geblieben. Diese Strategie können sie wegen Chelsea nun unmöglich ändern. Da hätte man früher drauf kommen müssen. Die Rotweineskapade war also gewiss nicht nur Chelseas Idee. Die Umsetzung ist dann wieder großartig gewesen. Stacy kümmert sich nur um den guten Rotwein und endet so selbst mit einer roten Nase und dank Becca mit einer vollgekotzten Hose. Wer in diesem Moment nicht alles Genugtuung gefühlt hat.

Das Ende der Episode glänzt dann mal wieder mit einem tollen Becca-Hank-Dialog, der hervorragend geschrieben, gespielt und musikalisch umgesetzt wurde. Es ist nicht so, dass man sich nicht denken konnte, was Becca durch den Kopf ging, aber in dieser Ausführung hört und sieht man das gerne. Wie werden Hank und Karen darauf reagieren? Ein Umzug nach New York ist schon wegen des Serientitels ausgeschlossen. Kommt Karen aber doch zurück? Warten wir es ab.

Fazit

Nach einem durchwachsenen Beginn konnte sich die Episode nach und nach steigern und endete in einem gewohnt gelungenen Vater-Tochter Dialog.

Emil Groth – myFanbase

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