Bewertung: 9

Review: #3.08 Von Rittern und Kannibalen

Ungewohnt war die Anfangsszene, als nicht Brennan, sondern Cam zu Booth an den Tatort des Verbrechens kam, schon. Doch ich finde Cam inzwischen genauso witzig. Wenn man bedenkt, dass sie sich mehr Sorgen um ihre Designerhose machte. Brennan hätte sich im Ballkleid neben die Leiche gehockt, so wie ich sie kenne. Nichtsdestotrotz, seit der dritten Staffel mag ich Cam mehr als während der zweiten. Da konnte ich mit ihr gar nichts anfangen. Diese Folge entwickelte sich zu einer sehr interessanten, aber auch unterhaltsamen, was den Fall und Brennans Familie betraf.

Der Fall

Diese Episode konnte mich mehr überzeugen, was den wieder aufgenommenen Fall betrifft. Während der gesamten Folge ging es zur Sache, auch wenn es ab und an um Brennans Familie ging, sodass trotzdem der Handlungsstrang und die Spannung um den Kannibalen beibehalten werden konnte. Das war im Staffelauftakt der 3. Staffel nicht der Fall. Ich erinnere mich, dass der Zuschauer doch zu sehr auf andere Dinge, wie Angela und Hodgins Nachforschungen sowie Zach und Brennans und Booth' Probleme, abgelenkt wurde und der Fall in den Hintergrund geriet. Doch was Hodgins in #3.01 Ein Kannibale und der Hunger auf mehr noch aus Spaß zu allen sagte, dass sie auf sich aufpassen sollen, daraus wurde nun Ernst. Denn in dieser Folge hatte der Killer es sogar auf Brennan und Booth abgesehen.

Dass der Killer oder die Serienkiller Brennan die Kniescheiben nach Hause schickten, das war schon sehr eklig und ziemlich Angst einflößend. Wie kommen die an ihre Adresse oder gibt es einen Maulwurf im Institut oder sogar beim FBI? Doch Brennan denkt nicht mal im Traum daran, bei einem Bekannten oder einer Freundin zu schlafen, auch wenn Cam sie daran erinnern muss, dass Mr. Kniescheibe ihre Privatadresse kennt. Das nenne ich verdammt mutig oder verdammt stur. Als blöd möchte ich sie noch nicht abstempeln... Sweets, der bei den ersten Funden im Staffelauftakt der 3. Staffel noch gar nicht anwesend war und sich jetzt einschaltet, war immer, wenn er zu sehen war, der Brüller. Erst amüsiert er sich prächtig, als sich die Blinzler wie im Kindergarten benehmen, dann wird ihm speiübel von Cams Autopsie und schließlich, nachdem er die Akte über den Fall gelesen hat, löst er diesen fast. Wie er allen eine Lehrstunde gab, war schon bemerkenswert. Jedenfalls sah es so aus, als ob ein Lehrer vor seiner Klasse spricht. Das Szenario fand ich interessant und lustig zugleich. Interessant, weil Sweets binnen ein paar Stunden Sachen herausfindet, auf die das gesamte Team inklusive Booth nicht gekommen sind und Brennan nur noch mit offenem Mund da saß.

Wieso allerdings Brennan so ausgetickt ist, weil Booth Sweets die Akte gab, das soll einer verstehen. Sie kann ruhig Hilfe von anderen - auch Sweets - annehmen. Es ist doch nicht IHR Fall oder macht sie ihn jetzt zu einem persönlichen Fall, weil der oder die Killer ihr per Post die Kniescheiben geschickt haben? Wenigstens lobte Hodgins Sweets für sein Wissen, ob er es nun ernst gemeint hat oder nicht, das war mir in diesem Moment so ziemlich egal. Hauptsache jemand würdigte endlich mal Sweets' Arbeit. Aus Dank hielt Sweets Hodgins später für paranoid - aufgrund seiner ewigen Verschwörungstheorien, die, wenn wir ehrlich sind, oft hilfreich sind bei den Fällen, auch wenn sie seine Kollegen langweilen. Nicht dass Sweets noch glaubt, Hodgins sei der Kannibale! Also das kommt mir sogar zu weit hergeholt vor. War zum Glück auch nur ein Gedanke, doch wer weiß… Zach ist schon ein verrückter Typ, dazu ein wirklich verrücktes Genie. Wieso haben die Techniker, Blinzler und die, die damals die Fundstelle untersucht haben, nicht entdeckt, dass sie überwacht werden? Das nenne ich mal eine Panne. Der Kannibale ist somit voll up to date.

Das wollen Brennan und Booth jetzt ausnutzen, um Gormogon eine Falle zu stellen und geraten bei ihrer Undercoveraktion selbst in Lebensgefahr, denn sie werden erkannt und sie fliegen mit ihrem Taxi prompt in die Luft. Das wirft natürlich wieder eine Menge Fragen auf.

Familie und Vertrauen

Ich fand es interessant, Russ' Freundin kennenzulernen. Sie macht einen sympathischen Eindruck und von Brennan fand ich sehr anständig, Amy und ihrer kleinen Tochter auf Anhieb zu helfen, obwohl sie sie nur vom Erzählen kannte. Die Familie wird immer größer.

Dass sich das Verhältnis zwischen Brennan und Max allmählich bessert, ist an ihren Gesprächen zu bemerken und keiner provoziert den anderen mehr. Das ist toll. Es bleibt nur zu hoffen, dass es dabei bleibt, denn wenn sich Max doch wieder ändert, dann weiß ich nicht, was das für Brennan bedeuten würde. Sie hat ihn doch mittlerweile wieder so in ihr Herz geschlossen und er ist ihr auch nicht egal, ganz egal (um es milde auszudrücken) was er getan hat. Sie braucht eben neben dem Institut und ihren Freunden doch eine richtige Familie, auch wenn die im Gefängnis sitzt. Dass er Russ eine falsche Nachricht zukommen ließ, war jetzt nicht das Vernünftigste, aber ich finde es jetzt für Russ ebenfalls besser, als ständig auf der Flucht zu sein.

Ich weiß nicht, ob Max sich immer alles so schön redet oder bloß so blöd tat, weil er es nicht fassen konnte, dass Booth Russ tatsächlich festgenommen hat. Ich meine, wie hat er sich das vorgestellt? Dass Booth einfach so zuzieht, wie Russ wieder verschwindet. Das hatten wir schon einmal und da war Max derjenige, den Booth festnahm. Jetzt hat Russ die Möglichkeit mit seiner Familie zusammen zu sein, auch wenn es im Gefängnis ist. Außerdem muss er nur für 30 Tage ins Gefängnis. Für ihn sind 30 Tage schon die Hölle, doch es gibt Schlimmeres. Da geht es Max mit Brennan nicht anders. Bei den beiden kann man wenigsten behaupten, dass sich zwischen ihnen langsam, aber wirklich sehr langsam, ein Vertrauen aufbaut, was man von Russ und seiner Schwester nicht behaupten kann, da er glaubt, sie hätte ihn an das FBI verraten, doch wie heißt es so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt und ich hoffe, das Verhältnis zwischen den Geschwistern verbessert sich. Auch wenn Brennan immer jedem alles recht machen will und Gerechtigkeit möchte, auch wenn derjenige es gar nicht verdient hat, sollte sie in manchen Situationen einfach mal einen Gang zurückschalten.

Fazit

Eine tolle Folge, auch wenn der Schluss ein ziemlicher Schock-Cliffhanger war und dazu nach langem Überlegen so abwegig. Booth war bei Potter und hat ihn vor dem Kannibalen gerettet. Danach war Potter immer noch der Nächste auf der Liste - warum hat er keinen Polizeischutz bekommen? Jetzt hätte er doch einsehen müssen, dass er ihn braucht und dass er nötig ist. Doch darüber sehe ich mal hinweg. Bleibt abzuwarten, wann es mit der Gormogon-Story weitergeht, ich hoffe bald. Des Weiteren fand ich diese Episode sehr emotional und lustig. Die Macher der Serie haben die ständigen Wechsel zwischen Brennans Familie, dem spannenden Fall und den witzigen Dialogen dazwischen sehr gut umgesetzt, sodass keine lange Weile aufkam.

Dana Greve - myFanbase

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