Bewertung: 8

Review: #3.10 Überreste

Die Folge geht da weiter - im Prinzip auf die Sekunde genau - wo die letzte endete. Man ist sofort wieder in der Story, als ob #3.09 Bei Bewusstsein und diese eine Doppelfolge wären…

Sydney befindet sich weiterhin in ihrer Traum- und Erinnerungsphase und sieht Will in ihrer Küche stehen; vor Will steht eine Cornflakes-Schachtel, auf der erneut "St. Aidan" steht. Es scheint alles so aussehen, als ob es Sydney gesundheitlich gut geht bei dieser Phase und sie keine Probleme hat. Doch kurz bevor sie Will etwas fragen kann, greifen Vaughn und Jack ein, um sie aus ihrer Traumphase herauszuholen. Was für ein Timing, immer wenn es spannend wird! Sydney protestiert, was verständlich ist, denn nichts deutete darauf hin, dass es Komplikationen gibt - aber die Szene allein war schon verrückt. Sydney steht mal wieder kurz davor, eine Antwort zu erhalten, da wird sie aus ihren Erinnerungen herausgerissen. Echt toll... und der Professor macht sich eigentlich nur Gedanken über seine Cocktail-Mischung, während Sydney immer noch wütend ist.

Sydney: Will wusste etwas. Will weiß etwas, Dad!

Jack ruft das Zeugenschutzprogramm an, doch in diesem Moment wird Sydney klar, was das für Will bedeutet, doch es zu spät. Jack meint, sie soll bloß den Kontakt zu ihm suchen und ihn nicht aus dem Programm herausholen - mehr nicht. Mehr nicht? Als ob das nicht schon gefährlich genug ist! Die Gemüter sind bei allen ziemlich überhitzt, vor allem Sydney und Jack sind aufgewühlt.

Sydney: In meinem Traum, da habe ich gegen mich gekämpft. Ich habe mich getötet und ich habe mich sagen hören, dass ich vom Covenant festgehalten worden bin und dass es kein Zufall ist, dass ich mich nicht erinnere.

Doch auch Jack hat neue Informationen für seine Tochter, die sie sprachlos, ja fassungslos machen. Dr. Brazzel hat bei seinen Untersuchungen herausgefunden, dass man Syd die Erinnerungen der letzten zwei Jahre entfernt hat und sie muss sogar damit einverstanden gewesen sein. Syd versteht gar nichts mehr... Das wäre auch ein Ding, wenn jemand ihre Erinnerungen ausgelöscht hat! Irgendwie wäre das ganze Theater bis jetzt umsonst gewesen, die ganze Sucherei auf Antworten auf ihre Fragen.

Sloane trifft sich mit Vaughn und Jack und hat schon eine finstere Miene, die er zwar oft hat, aber ich weiß ja warum, bloß die beiden nicht und das beunruhigt mich schon sehr. Jack erkundigt sich bei ihm, ob Lindsey ihm die Geschichte geglaubt hat, was Sloane bejaht.

Sloane: Wo ist Sydney?
Jack: Sie verfolgt einen Hinweis.
Sloane: Gleich nach dem Besuch des Arztes. Er war also eine Hilfe?
Vaughn: Abgesehen davon, dass er sie fast getötet hätte… ja, er war klasse!
[…]
Vaughn: Ich wollte nur noch mal festhalten. Während dieses Austausches liegt Sydneys Leben in Ihren Händen, wenn Sie sie verraten, das schwör ich Ihnen, dann bring ich sie um, egal was mich das kostet.
Sloane: Kein Grund zur Sorge, Agent Vaughn. Ich liebe sie auch. (Da musste ich mal lachen, vor allem weil sich Vaughn ertappt fühlt.)

Aber wenn Arvin Sloane Syd liebt, wieso sagte er den beiden nichts von dem Liquidierungsbefehl von Robert Lindsey. Das ist schon ein sehr merkwürdiger Liebesbeweis!

Sydney ist in Wisconsin und sucht Will auf, der unter falschem Namen jetzt auf dem Bau arbeitet. Will sieht mit seinem Igelschnitt echt klasse aus. Eh - ich ab Bradley Cooper so vermisst. Doch als Syd hallo sagt, kommt es bei Will nicht gerade zu einer Wiedersehensfreude, er hat eher Angst, was man ihm richtig an seinem starren Blick ansieht. Das alles ist auch gut nachvollziehbar, denn er wurde schließlich schon einmal von einem Klon hereingelegt und für ihn scheint Syd auch einer zu sein.

Will: Du bist tot!

Doch während Syd versucht, alles zu erklären und sich auch schon auf ein Gespräch mit ihm freut, holt Will seine Waffe und bedroht sie damit. Sydney redet auf ihn ein, doch dieser will gar nichts hören. Ich glaube, zu viele Erinnerungen kommen hoch und er hat zu große Angst. Jedenfalls glaubt er Syd kein Wort. Als er Langley anrufen will, gerät Sydney in Panik, da sie auf der Flucht ist. Schließlich soll er sie irgendetwas fragen, was nur sie wissen kann.

Will: Sydney Bristow ist bei einem Brand vor zwei Jahren umgekommen. Ich weiß von Projekt Helix, ich weiß, was Sie sind!
[…]
Will: Am Tag meines Vorstellungsgespräches bei der Zeitung ist mir etwas passiert. Ich hab es dir erzählt, was war das?
Sydney: Jemand hat dich im Fahrstuhl angerempelt und dir Kaffee übers Hemd geschüttet. Du warst außer dir, aber Litvack fand, du siehst aus wie ein arbeitender Reporter und hat dir den Job gegeben.

Will wird verunsichert und Syd reist ihm die Waffe aus der Hand, was ihn noch mehr verunsichert - man könnte eigentlich jetzt glauben, dass Sydney wirklich ein Klon ist und Will eine Falle gestellt hat, doch sie geht auf Nummer sicher und entschärft die Situation. Aber ich hab geheult, als die beiden sich endlich in den Armen lagen. Ein aufregendes Wiedersehen allemal! Will und Sydney unterhalten sich in einem Imbiss über die Nacht, die ihr ganzes Leben veränderte und sie muss ihm leider mitteilen, dass Allison Doren noch lebt und aus Wills breitem Lächeln wird ein finsterer Blick. Von Will erfährt Syd dann auch, was "St. Aidan" bedeutet: er war Wills Kontaktperson, als er noch bei der CIA arbeitete.

Will: Ich hab mich bisher eigentlich immer für einen Pazifisten gehalten. Dass ich jemand das Leben nehmen könnte, war unvorstellbar. Wenn ich jetzt die Gelegenheit hätte, Allison zu töten…
Sydney: Ich wäre nie gekommen, wenn es anders gegangen wäre.
Will: Machst du Witze? Dich zu sehen, ist das Schönste, was mir seit langem passiert ist.

Sloane trifft sich mit Lindsey und sagt ihm, dass er einen Scharfschützen für Bristow besorgt hätte. Ja... Sloane, der Syd doch so liebe, will sie umbringen lassen!? Ich halte bekanntlich nichts - überhaupt nichts - von Sloane, doch bei dieser ganzen Sache stinkt es gewaltig, schließlich geht es auch um Rambaldi.

In New Haven taucht Sark bei Dr. Brazzel auf und foltert aus ihm die Informationen heraus, die Sydney ihm gegeben hat. Woher weiß dieser eigentlich, dass Syd dort war - langsam glaube ich, Sloane arbeitet wirklich gegen alle oder da gibt es einen Maulwurf. Sark erfährt somit auch, dass Will noch lebt und tötet Brazzel schließlich.

Will nimmt mit "St. Aidan" Kontakt auf, obwohl Syd anfangs strikt dagegen war, weil sie Will nicht in die Sache hineinziehen wollte - ich meine, dann hätte sie ihn auch nicht aufsuchen dürfen… Außerdem möchte er ja helfen und ist vermutlich ihre einzige Chance, an diesen Mann heranzukommen. Schließlich sind sie in Warschau und bereiten sich auf das Treffen vor, was Will aber alleine machen soll; Syd gibt ihm lediglich Anweisungen. Fast wie in alten Zeiten!

Sydney: Wenn du noch aussteigen willst, dann jetzt.
Will: Was, machst du Witze? Ich liebe so was.

"St. Aidan" trifft ein und es ist kein anderer als Lazarey, was ich mir jetzt auch schon seit der letzten Folge irgendwie gedacht habe, allein schon wegen dem Namen "Aidan" - vom Vornamen abgeleitet. Und somit wird auch meine Vermutung bestätigt: der Mann lebt. Leider können sie sich nicht lange unterhalten, weil plötzlich - als ob ich es geahnt hätte - Sark aufkreuzt und seinen eigenen Vater entführt. Einen Anhaltspunkt haben Will und Syd jedenfalls: Graz. Lazarey scheint aber einen netten Eindruck zu machen, denn er reagierte besorgt als er den Namen "Julia" hörte. Zu Sark: Woher konnte er denn jetzt schon wieder wissen, wo Syd und Will sich mit Lazarey treffen? Da ist doch was oberfaul!

Vaughn und Jack sind bei Lindsey, damit kein Verdacht auf sie fällt, doch Lindsey ist kaum, eigentlich gar nicht, bei der Sache und provoziert stattdessen Jack. Das kann er wirklich gut, doch er hat nicht mit Jacks Kontern gerechnet (1A!). Während Lindsey ihn wegen einer alten Geschichte aus den 80er Jahren provoziert, muss Jack eine Vorahnung haben, was Lindsey vorhat, weil er ziemlich aufgebracht wird und Lindsey zu Recht oder besser gesagt endlich eine scheuert. Wurde auch Zeit, dass das mal jemand tut! Lindsey sah danach aus wie ein kleiner Junge, der jeden Moment anfängt zu heulen.

Jack: Wir reden hier über das Schicksal meiner Tochter!
Lindsey: Was glauben Sie, wo sie ist?
Jack: Tun Sie das nicht!
Lindsey: Was glauben Sie…

Und plötzlich machte es nur noch PENG! Jacks Faust grüßte Lindseys Gesicht - obwohl es keine gute Situation für Vaughn und Jack war, musste ich wegen Lindseys Gewinsel so lachen. Es kommt, wie es kommen musste: Jack und Vaughn werden festgenommen und ins Gefängnis gebracht. Auf dieser Fahrt kommt es zu einem interessanten Gespräch zwischen den beiden, was mich eher negativ überraschte von Jacks Seite aus.

Jack: Sydney darf nicht mehr Ihre vorrangige Sorge sein!
Vaughn: Was wollen Sie damit andeuten?
[…]
Jack: Sie und ich haben etwas gemeinsam. Wir beide haben durch den Tod der Frauen gelitten, die wir geliebt haben. Haben dann erfahren, dass sie doch noch leben. Ich weiß, dass das schwer ist, aber hier geht es nicht um Sie. Und ich werde nicht mit ansehen, wie meine Tochter zu Ihrer Geliebten wird.
[…]
Jack: Und wenn Ihnen an meiner Tochter so viel liegt, wie Sie behaupten, dann weisen Sie sie ab, wenn nötig, seien Sie grausam! Sie soll sie verachten, denn ihre Freundlichkeit quält Sie nur. Ich kann sehen, wie sie darunter leidet und werde es nicht zulassen.

Okay Jack, harte Worte mit einem Fünkchen Wahrheit. Sydney quält die ganze Situation zwar, aber warum soll sie denn Vaughn gleich verachten oder sogar hassen? Ich halte das für übertrieben. Ist das jetzt der Dank, dass er mitgeholfen hat, sie zu befreien? Komisch, wie man seine Meinung so schnell ändern kann, denn vor ein paar Stunden sprach Jack noch ganz anders…

Inzwischen zermartert sich Syd das Hirn, was Lazarey meinte, doch sie kommt einfach nicht drauf. Schließlich betrinken sich Will und Sydney und Syd erzählt Will von Lauren und Vaughn - die Dialoge zwischen den beiden sind einfach herrlich amüsant, gleichzeitig aber auch deprimierend. Jetzt wird einem so richtig klar, was so wertvoll in der ersten, und auch anfangs in der zweiten Staffel war - nämlich ihre einzigartige Freundschaft, und das alles hat sich auch nicht geändert, aber die Umstände - nichts ist mehr so, wie es mal war.

Sydney: Ich hasse sie. Stimmt eigentlich gar nicht, sie ist nett.
Will: Du hasst sie!
Sydney: Ja.
[…]
Sydney: Es ist, ich lieb ihn noch.
Will: Oh Gott, das ist scheiße.

Danach gehen die Gefühle mit beiden durch, was auch am Alkohol liegt. Syd redet wirres Zeug und hält sich für depressiv und sagt Will, dass sie sich so einsam fühlt. Will kann ihr nur schwer folgen, was mir nicht anders geht, weil sie eben so wirr redet. Er nimmt sie in den Arm und beide fallen übereinander her und verbringen eine Nacht miteinander. Doch beide kommen mit der Situation sehr gut klar, was ja auch nicht so selbstverständlich ist - gerade zwischen Freunden. Will gönne ich es sogar, schließlich hat er fast ein Jahrzehnt auf diesen Moment gewartet.

Sydney: Oh mein Gott! (Sie meint aber nicht die Nacht, was Will aber denkt.)
Will: Ich weiß, es ist verrückt. Ich habe fast acht Jahre drauf gewartet.

Sydney weiß jetzt, wie sie an die Informationen herankommen kann, die Lazarey Will geben wollte. Sie muss einfach nach ihrem Instinkt gehen und nicht wie jemand anderes (Thorne) versuchen zu denken. So kommt sie auch nach einiger Recherche auf das Hotel "Verlustzeit" (echt passend!), denn sie würde nur in Hotels etwas deponieren.

Doch auch Sark und Allison, die einen kurzen Auftritt in dieser Folge hatte, haben diese Information aus Lazarey herausgefoltert. Lazarey war sehr naiv, da er anfangs glaubte, sein eigener Sohn würde ihn nie foltern. Lazarey wusste gar nicht, wer Sark ist und beide mussten sich sozusagen erstmal "vorstellen" - das schreit doch nach Rache.

Der Auftritt von Will in Graz war echt megageil, zwar übertrieben, aber so ist er eben. Als sich Sydney ins System einhackt, erfahren sie, dass Julia Thorne tatsächlich hier war und ein Schließfach Nr. 23 deponiert hat. Doch Sark und Allison sind bereits da. Als Will und Syd das Kästchen aus dem Schließfach herausnehmen wollen, zieht es Sark mit einem Magneten von der anderen Seite heraus. Syd und Will trennen sich und Will wird von Allison niedergeschlagen und es kommt zu einem heftigen Kampf zwischen beide, doch Will kann ihn für sich entscheiden und sticht Allison nieder. Ich meine Allison sah ziemlich tot aus, toter geht's nicht, aber es gibt ja diese Rambaldi-Formel und mich würde es nicht wundern, wenn die wieder irgendwann von den Toten aufersteht. Auch Syd kann Sark k.o.-schlagen. In dem Kästchen befindet sich eine Flüssigkeit: menschliches Gewebe, das noch aktiv ist, vermutlich von Milo Rambaldi - krasser geht's jetzt wohl nicht.

Syd ruft Sloane an und gibt ihm die Uhrzeit und den Ort des Austausches durch. Bei diesem Gespräch erfährt sie auch ganz nebenbei, dass ihr Vater, Dixon und Vaughn verhaftet worden sind. Da sie Sloane nicht traut, ruft sie Weiss an, der eigentlich gar nicht mit ihr sprechen darf... Er soll den Transporter mit dem Rambaldi-Gerät per Satellit verfolgen, da Syd glaubt, dass das Gerät direkt an Sloane geht.

Schließlich kommt es zu dem Austausch, alles scheint, dass The Covenant das Gerät hat, doch plötzlich macht es wieder PENG! Lindsey wird von dem Scharfschützen erschossen und nicht Sydney. Über Mord kann man sich jetzt streiten, aber ich bin echt froh, dass ich Lindsey nicht mehr sehen muss - okay, er hätte auch von der Brücke springen können, doch wer macht das schon freiwillig? Syd fährt zu Sloane und meint, sie hätte seinen Plan durchschaut..., ich allerdings bin bei dieser Szene total überfordert. Da war doch jetzt gar kein Rambaldi-Gerät in der Kiste, also hat Sloane jetzt überhaupt was gemacht? Wenn Syd wüsste, dass er ihr das Leben gerettet hat, hätte sie anders reagiert? Wahrscheinlich, aber auch nur für eine Sekunde, denn Sloane bleibt Sloane.

Will und Sydney verabschieden sich und irgendwie wird klar, dass es der einzige Auftritt von Bradley Cooper in dieser Staffel war. Aber um die Freundschaft kann man die beiden echt beneiden, auch wenn sie nicht mehr wie zu den Anfangszeiten in "Alias" sein wird und kann.

Will: Wir werden uns wieder sehen. Ich liebe dich.
Sydney: Ich dich auch.

Fazit

Endlich mal eine Folge, in der Fragen beantwortet wurden, dazu zwei Storys, die vor einigen Episoden begannen und in dieser endeten: Allison Dorens und Robert Lindseys. Und schließlich die frisch aufblühte Freundschaft von Will und Sydney - schade, dass man über Syds Privatleben kaum noch etwas mitbekommt, so wie in der ersten Staffel. Doch ihr Privatleben wurde ja regelrecht getötet oder hat jetzt eine andere Identität. Jack war meiner Meinung zu hart zu Vaughn, also er widersprach sich total, nicht dass er jetzt wieder zum alten Jack mutiert! Lauren tauchte in dieser Folge zum Glück nicht auf.

Insgesamt eine sehr interessante und vor allem aufschlussreiche Episode mit einem tollen Gastauftritt von Bradley Cooper.

Dana Greve - myFanbase

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