Bewertung: 5

Review: #3.06 Isabelles Rache

Foto: Megalyn Echikunwoke & Patrick Flueger, 4400 - Die Rückkehrer - Copyright: Paramount Pictures
Megalyn Echikunwoke & Patrick Flueger, 4400 - Die Rückkehrer
© Paramount Pictures

Der Cliffhanger aus der letzten Episode, als Tom einen Umschlag erhielt, in dem sich eine Spritze mit der Notiz "Töte Isabelle" befand, war einer der Hauptgründe, warum ich mich auf die Episode gefreut hatte. Hinzu kam der äußerst interessante Titel "Isabelles Rache" und ich machte mich für eine spannende Episode dieser bisher noch nicht ganz so überzeugenden dritten Staffel bereit.

Toms vs. Isabelle

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich Isabelle als Charakter bisher noch überhaupt nicht mag und deswegen eigentlich sehr froh war, dass Tom den Auftrag bekommen hat, sie zu töten. Dieser Auftrag wurde für mich noch wichtiger, als klar wurde, dass Isabelle dazu da ist, die 4400 zu vernichten, und als wir letztendlich mit ansehen konnten, wie kaltblütig Isabelle sein kann, als sie Matthew getötet hat.

Ihre Verbindung zu Shawn, die mir ehrlich gesagt überhaupt nicht zusagt, scheint der einzige Grund zu sein, der Isabelle stoppen könnte, wobei mir auch dies ehrlich gesagt ein wenig zu "kitschig" ist, da es eben eine Liebe ist, die entscheiden könnte, ob Isabelle das ultimative Böse der Serie wird oder nicht.

Das einzige, was mir zurzeit an der Entwicklung von Isabelle gefällt, ist der Bezug zum Finale der ersten Staffel (#1.06 Das weiße Licht, da wir nun eine Erklärung dafür bekommen, warum Jordan damals diesen Schmerz gespürt hat, als er Lilys schwangeren Bauch berührt hat. So wurde ein Bogen gespannt, der meiner Meinung nach immer wichtig bei Serien ist.

Die Konfrontation am Schluss zwischen Isabelle und Tom hatte definitiv was für sich, allerdings bin ich mir dennoch sehr unsicher, ob die Autoren sich wirklich ausgiebig Gedanken um den Charakter von Isabelle gemacht haben, da sie auf der einen Seite immer noch sehr kindlich ist, was zu verstehen ist, da sie noch nicht sehr lange eine erwachsene Frau ist, auf der anderen Seite wirkt sie jedoch schon jetzt sehr erwachsen, reif und reflektiert. Die einzelnen Sprünge gefallen mir bisher noch gar nicht.

Auch wenn es letztendlich abzusehen war, dass Tom sie (noch) nicht umbringt, was ich sehr schade finde, wird er es sicherlich bald bereuen, da wir am Ende erfahren haben, dass Isabelle nun mit Dennis Ryland zusammenarbeiten wird.

Shawn außer Kontrolle

Während wir in #1.02 Die Rückkehr (2) eine beeindruckende Szene präsentiert bekommen haben, in der Shawn seine Fähigkeiten einmal anders einsetze, und zwar zum Bösen und nicht zum Guten, haben wir im Folgenden eigentlich keine nennenswerte Szene mehr präsentiert bekommen, was ich persönlich sehr schade finde, da ich denke, dass genau dieser Zwiespalt des Charakters interessante Handlungsstränge versprechen könnte.

Diesmal haben wir direkt zum Einstieg gesehen, dass Shawn seine Kräfte scheinbar nicht mehr unter Kontrolle hat und so Maia fast das Leben "ausgesaugt" hat. Kurz darauf haben wir erfahren, dass Shawn unter einer Art Schizophrenie leidet, die dazu geführt hat, dass er seine Kräfte falsch eingesetzt hat – was natürlich sofort als ein "Angriff" von außen gehandelt wurde.

Der Knackpunkt an der ganzen Geschichte war meiner Meinung nach jedoch, dass auch hier zu viel in Verbindung mit Isabelle geschehen ist und die eigentliche Handlung um Shawn gar nicht so sehr in den Fokus gerückt ist, da er im Grunde nur ein Mittel zum Zweck war, um eine andere Handlung voran zu treiben. Genau das finde ich sehr schade, da man die Thematik auch anders hätte angehen können.

Hinzu kommt, dass ich ganz ehrlich fand, dass Patrick Flueger den Wahnsinn nicht wirklich gut darstellen konnte, sondern die ganze Zeit so schien, als würde er einfach übertreiben. Ruhigere Szenen liegen ihm definitiv besser...

Der Ruf der Vergangenheit

Gerade die zwischenmenschlichen Beziehungen in "4400 – Die Rückkehrer" haben mich von Beginn an begeistert. Wie die einzelnen Personen in den verschiedenen Konstellationen miteinander umgehen und sich durch die verschiedenen Fähigkeiten, die einzelne besitzen, selbst entdecken. Eine sehr starke Szene in dieser Episode war für mich das Gespräch zwischen Alana und Todd Barstow, bei dem Alana ihm eigentlich helfen wollte, sich in seiner alten Umgebung wieder einzufinden, aber letztendlich einsehen musste, dass er vielmehr ihr helfen konnte, sich mit ihrem eigenen Schicksal auseinander zu setzen.

Auch ihr anschließendes Gespräch mit Tom zeugte von sehr vielen Emotionen, auch wenn es nur eine kurze Szene war. Da ich mit Alana bisher noch nicht so viel anfangen konnte, war ich dankbar für diese Szenen, da sie mir den Charakter doch um einiges näher gebracht haben und ihr eine Tiefe verliehen haben, die ich bisher ein wenig vermisst hatte.

Dass sie am Ende den Tod des Mannes, wenn auch nur indirekt, zu verantworten hat, ist eine Entwicklung, bei der ich mir bisher noch nicht sicher bin, was ich davon halten soll. Man wird sehen, ob das noch mal zur Sprache kommt, oder nun einfach als gegeben dargestellt wird.

Fazit

Ich ging mit einigen Erwartungen an die Episode heran, musste jedoch feststellen, dass mir die Entwicklung der Handlung absolut nicht zusagt. Isabelle als Racheengel für Shawn, die nicht davor zurückschreckt, zu morden, um ihren Liebsten zu retten, konnte mich nicht überzeugen und ist mir definitiv zu dick aufgetragen. Shawns Handlung diente nur als Mittel zum Zweck, was ich sehr schade fand. Es gilt zu hoffen, dass die restliche Staffel ein wenig mehr überzeugen kann.

Annika Leichner - myFanbase

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