Bewertung: 5

Review: #4.02 Mato (Nr. 66)

Foto: Megan Boone, The Blacklist - Copyright: 2016, 2017 Sony Pictures Television Inc. and Open 4 Business Productions LLC. All Rights reserved
Megan Boone, The Blacklist
© 2016, 2017 Sony Pictures Television Inc. and Open 4 Business Productions LLC. All Rights reserved

"The Blacklist" kommt auch in der zweiten Episode nicht recht vom Fleck und kreist weiterhin über dem Thema, das auch in der letzten Staffel nicht viel her gemacht hat – Elizabeth Keen und ihr ach so kompliziertes Familienleben.

"Do you know why I call this cottage the Summer Palace? We came here for a vacation one July, and my little princess loved it. It's been a palace ever since."

Alles steht weiterhin im Zeichen der Familienzusammenführung der Keens und am Ende der Episode sind wenigstens schon mal Mama und Papa wieder vereint, während Töchterlein Agnes auch hier in dieser Episode wieder munter von einem Kriminellen zum anderen geschachert wird. Doch auch wenn es den Anschein haben sollte, dass man sich in erster Linie um die Sicherheit des Kindes sorgt, so fokussiert man auf die Vergangenheit von Liz. Und die ist nicht einmal uninteressant dieses Mal, auch wenn man nicht wirklich etwas neues erfährt.

Liz wird zu einem Sommerpalast gebracht, an dem sie als kleines Kind immer wieder gewesen ist und als sie durch den Garten streift, da überkommen sie Erinnerung an ihre Kindheit an eben diesem Ort. Sie erinnert sich plötzlich an den Garten, an Gerüche und an ein Gespräch mit ihrer Mutter, bei dem die beiden eine Art Zeitkapsel gefüllt haben. Und tatsächlich findet sich an dem Ort, an dem sie einst die Kapsel vergraben haben noch immer das Armband, das Liz' Mutter dort versteckt hat. Und just in dem Moment scheint die Geschichte von Alexander Kirk wahr zu sein… vielleicht erzählt er tatsächlich die Wahrheit, wenn er sagt, dass er sein Vater ist. Vielleicht aber auch nicht.

Liz ist natürlich überwältigt von dem Sommerpalast und den Erinnerungen, doch gerade als sie beginnt, sich in ihrem alten Leben zu verlieren, da stürmt ihr aktuelles Leben in die Idylle und reißt sie aus ihrer Traumwelt in die harsche Realität. Das FBI unter Führung von Donald Ressler dringt in den Sommerpalast ein und befreit Liz aus ihrer kurzen Gefangenschaft. Aber natürlich ist hier noch nicht Schluss – natürlich entkommt Kirk, und mit ihm leider auch erst einmal Agnes, die weiß Gott wo von wem auch immer hingebracht wird – armes, neugeborenes Mädchen.

"I dedicated my life to you."

Während das FBI sich in erster Linie darum kümmert, Liz zu finden, setzt Reddington alles daran, um Agnes wieder zu finden. Dabei kommt es zu einem interessanten Zwischenspiel zwischen ihm und Mr. Kaplan. Letztere weiß, dass sie sein Vertrauen tief missbraucht hat, auch wenn sie noch immer der Meinung ist, dass sie richtig gehandelt hat. Aber der Graben, der zwischen den beiden entstanden ist, der ist wohl so tief, dass er nicht mehr überwunden werden kann.

Die wenigen direkten Gespräche zwischen den beiden, in denen sie einander auch ansehen, machen klar, dass die Situation beiden nicht leicht fällt. Red ist über den Vertrauensbruch tief enttäuscht, auch wenn er wohl weiß, dass sie mit ihren Worten nicht ganz unrecht hat – vor Jahren hatte er sie beauftragt, für Liz' Sicherheit zu sorgen und genau dies hatte sie im Sinn. Dass die ganze Aktion derart misslingt, ist natürlich nicht vorhersehbar gewesen und zerrüttet nun eine tiefe Freundschaft.

Kaplan weiß, dass Red, wenn er sich selbst treu bleiben will, sie für ihr Handeln bestrafen muss und was das heißt, dass weiß sie nur zu gut. Dennoch finde ich es faszinierend, wie sie ihm weiterhin zur Seite steht und ihm klar zu machen versucht, dass sie ihm lebendig mehr nützt als tot. Sie opfert ihm sogar einen Freund, mit dem sie seit Jahren verbunden ist.

Es nützt ihr jedoch nichts. Red führt sie am Ende auf eine Lichtung, hält einen seiner Monologe über die Schönheit der Dinge, nur um dann seine Waffe zu zücken und Kaplan zu erschießen. Jedenfalls hat es für den Moment den Anschein, wäre da nicht die letzte Szene, kurz vor dem Abspann, als sich Kaplans Hand in das Gras krallt. Hat er sie schwer verwundet? Absichtlich so gezielt, dass sie verletzt wird, aber nicht stirbt?

Mal wieder gibt es einen dieser "tollen" Cliffhanger, der hoffentlich in der nächsten Woche gleich aufgelöst wird. Kaplan darf nicht sterben – sie ist eine zu wertvolle Person für Red, wie auch für die Serie an sich.

Randnotizen

  • Schönste Szene: Ressler und Liz fallen sich in die Arme. Trotz allem oder vielleicht auch wegen allem, was sie aneinander durchgemacht haben.
  • Notwendigste Szene: Cooper macht Navabi klar, dass sie sich zusammenreißen muss und gefälligst seinen Anweisungen Folge leisten muss, wenn sie weiterhin im Team arbeiten will.
  • Sollte "The Blacklist" eigentlich mittlerweile umbenannt werden? Geht es überhaupt noch um die Blacklist? Die Serienmacher packen ja immer schön einen Namen und eine Nummer in den Titel der Episode, aber um die von Red etablierte schwarze Liste geht es schon lange nicht mehr. Schade eigentlich, denn ich hätte wirklich gerne erfahren, wer auf Nummer eins steht und wie er diese überhaupt nummeriert hat. Mittlerweile wirkt es ja eher so, dass Red jemanden sucht und findet, der ihm gerade im Weg steht und dann auf seiner Liste nachschaut, nur um fest zu stellen: jup, den hatte ich auch da drauf.



Fazit

Die Serie kommt trotz aufwendiger Acionteinlagen nicht recht aus ihrem kreativen Tal heraus und dreht sich weiterhin um altbekannte Dinge, für die es wohl auch in nächster Zukunft keine Auflösungen geben wird. Die wenigen interessanten Szenen können da wahrlich nicht mehr die vielen Dinge aufwiegen, die beim Anschauen der Folge sauer aufstoßen.

Melanie Wolff - myFanbase

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