Bewertung

Review: #2.14 T. Earl King VI (Nr. 94)

Die Episode fühlt sich seltsam fehl am Platz an. Sie ist nicht gänzlich uninteressant und verbindet auch ein paar Geschichten miteinander, doch irgendwie passt sie nicht so recht zu den letzten paar Episoden, was zum einen daran liegt, dass ganz plötzlich Elizabeth Keen ganz plötzlich wieder etwas an Raymond Reddington zu liegen scheint, zum anderen aber auch mit dem plötzlichen und vollkommen unerwarteten Auftauchen von Tom Keen zusammenhängt.

"Going away for a long time, and I thought I'd... I don't know. I just wanted to say..." - "I think the word you're looking for is goodbye."

Am Ende der ganzen Berlin-Geschichte verschwand Tom von der Bildfläche und musste Reddington versprechen, nie wieder mit seiner Ex-Frau in Kontakt zu treten, was Tom auch hoch und heilig versprochen hatte. Damals war nicht klar, ob Ryan Eggold noch einmal zur Serie zurückkehren würde, beziehungsweise wie man ihn überhaupt wieder sinnvoll integrieren könnte, doch ein kleines Hintertürchen blieb. Ich würde nicht sagen, dass diese Tür mit dieser Episode wieder aufgestoßen wurde, doch es scheint, als planen die Serienmacher, Tom Keen noch nicht völlig unter den Teppich zu kehren.

Komisch wirkt es allerdings schon, dass er vor Sehnsucht nach Liz zu vergehen scheint, so dass er sich gezwungen fühlt, eine äußerst zweifelhaften Auftrag in Deutschland anzunehmen, für den er sich Nazi-Parolen auf die Haut tätowieren lassen muss und auch noch den Schädel rasiert, um sie aus seinen Gedanken zu scheuchen. Just bevor er den Auftrag jedoch annimmt, telefoniert er noch einmal mit seiner Ex, die er jahrelang hintergangen hat und gibt ihr noch schnell Tipps, wie man sich undercover richtig verhält. Waren die Gefühle, die er ihr vorgespielt hatte, am Ende also doch echt. Liegt ihm tatsächlich etwas an Elizabeth Keen? Nach der ganzen Geschichte wirkt das doch arg weit hergeholt und ich frage mich, was man mit seiner Wiedereinführung bezwecken will, vor allem da die Geschichte so rein gar nichts mit Reddington zu tun haben scheint.

"I've heard he's far more trouble than he's worth."

Überhaupt wirkt die Episode im Kontext der letzten Episoden ziemlich zusammengeschustert und deplatziert. Zwar werden zwei Storylines ganz kurz angedeutet, nämlich dass Liz das Fulcrum hat und Cooper an einer unheilbaren Krankheit leidet (einem Hirntumor übrigens! Jetzt ist es endlich raus), doch die beiden kleinen Szenen können nicht darüber hinweg täuschen, dass die Episode wirkt, als sei sie vorgezogen oder nachgestellt worden. Das wird vor allem am Ende deutlich, als Liz mit Reddington im Wagen sitzt und sie ihm klipp und klar sagt, dass ihr etwas an ihm liegt. Nach der Auseinandersetzung der letzten Woche wirkt das ein wenig… eigenartig, vor allem, als ihr dabei auch noch eine kleine Träne über die Wange rollt. Wann genau hat sie beschlossen, dass Reddington wieder mehr als nur der Mann ist, der ihnen Verbrecher liefert? Klar, sie hatten sich bei ihrem Gespräch im Café etwas angenähert, doch dass sie ihm direkt ins Gesicht sagt, dass er ihr mehr bedeutet, als er weiß, das finde ich komisch.

Zumal der Fall nichts dafür tut, dass die beiden sich einander wieder annähern. Keen geht nicht undercover, weil sie einem guten Freund aus der Klemme helfen will, sondern weil sie einen für das FBI wertvollen Informanten behalten will, auch wenn dieser ihr das Leben schwer macht. Dass es am Ende soweit kommt, dass die beiden sich einander endlich wieder auch auf persönlicher Ebene annähern, war nicht zu erwarten und auch während der Episode wird nicht klar, was außer Professionalität Keen eigentlich treibt.

Leider ist der Fall der Familie King dieses Mal auch alles andere als interessant. Eine reiche Familie stiehlt und sammelt kostbare Dinge, die anschließend per Auktion an die meistbietenden Verbrecher, Schurken oder andere Milliardäre feilgeboten werden. Reddington landet ebenfalls auf der Liste begehrter Dinge und kann dank Madeleine Pratt auch dingfest gemacht werden (an dieser Stelle hoffe ich doch inständig, dass es Dembe gut geht!). Als dann auch noch ein alter Bekannter aus #2.01 Lord Baltimore auftaucht, um Rache an Reddington zu nehmen, musste ich kurz schmunzeln. Reddington hatte Yabaari wirklich übel mitgespielt im Staffelauftakt, so dass es mich nicht wundert, dass er Vergeltung suchte, was sich dann jedoch schon wieder als Trugschluss entpuppte. Anscheinend hat Reddington einen neuen, mächtigen Feind in Johannesburg sitzen, der eine großen Batzen Geld auf seinen Kopf ausgesetzt hat. Leider erfahren wir über ihn nicht sonderlich viel und auch Reddington scheint im Moment nicht allzu erpicht darauf zu sein, herauszufinden, wer der Fremde ist.

Randnotizen

  • Die Kings sind wohl die uninteressantesten Antagonisten der gesamten Serie. Der Patriarch versprüht nicht eine Sekunde lang auch nur den Hauch von Gefährlichkeit und die beiden Brüder sind nichts als weinerliche, verwöhnte Gören, die sich um Papis Geld streiten. Unglaublich langweilig.
  • Harold Cooper als Badass funktioniert für mich auch überhaupt nicht. Dass ein Mann wie er in einer Situation wie dieser tatsächlich mit Folter droht, um an Informationen zu kommen, soll wohl zeigen, wie ernst seine Erkrankung zu sein scheint. Dennoch glaube ich nicht, dass der Gehirntumor, um den so ein Wirbel und so eine Geheimniskrämerei gemacht wurde, tatsächlich zu einem Tod führen wird.
  • Der Rest des Casts ist zum Nichtstun verdammt, auch wenn sie mal wieder äußerst aufgebracht und gehetzt durch die Episode eilen. Zu tun haben sie in der Reddington/Keen-Show wenig.

Fazit

Mit Abstand die bisher langweiligste und uninteressanteste Episode von "The Blacklist", da sie weder mit einer guten Geschichte, noch mit tollen emotionalen Situationen punkten kann. Das kleine Gespräch zwischen Reddington und Keen am Ende, sowie Toms plötzliches Auftauchen sind einfach nicht genug, um darüber hinweg zu täuschen, dass die Episode zusammengestöpselt und aus dem Zusammenhang gerissen wirkt.

Melanie Wolff - myFanbase

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