Selena: Die Serie - Review des Piloten

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Seit längerem war bekannt, dass Netflix eine Serie zur ermordeten Sängerin Selena Quintanilla-Pérez entwickeln lässt, die nun eben den Titel "Selena: Die Serie" trägt. Ich war gespannt auf die Serie, zum Teil weil es sich um Musik drehen sollte. Zum anderen aber auch weil ich durch das Casting von Christian Serratos und Ricardo Antonio Chavira darauf aufmerksam geworden bin. Ich muss allerdings auch gestehen, dass ich zuvor noch nie etwas von Selena gehört habe und erst durch die Serienentwicklung auf sie aufmerksam geworden bin. Aber das ist durchaus von Vorteil, denn ich habe keine Erwartungen gehabt und ließ den Piloten einfach auf mich zukommen.

Foto: Christian Serratos, Selena: Die Serie - Copyright: 2020 Netflix, Inc.
Christian Serratos, Selena: Die Serie
© 2020 Netflix, Inc.

Selena bereits in jungen Jahren eine begnadete Sängerin?

Bei "Selena: Die Serie" handelt es sich um eine biografische Erzählung und diese behält auch der Streamingdienst Netflix bei. Das heißt, dass uns die Tragödie rund um die talentierte Sängerin von vorne, also von ihrer Geburt im Jahr 1971 bis zum Jahr ihres Todes, erzählt wird. Finde ich ehrlich gesagt nicht mal schlecht, denn so wird das Ganze noch emotionaler. Wobei man auch bei dieser Serie erst einmal die erwachsene Selena (Serrantos) kennenlernt. Diese soll 1994 alleine vor einer Menge jubelnder und kreischender Fans auftreten und das ohne ihre Geschwister AB (Gabriel Chavarria) und Suzette (Noemi Gonzalez). Da stellt sich mir als Zuschauer natürlich die Frage, warum? Sicher, Selena sollte berühmt werden und hatte und hat die beste Stimme, doch warum war es nicht möglich, dass sie nicht weiter zusammen mit ihren Geschwistern auftreten sollte? Zumal man ihr in der Szene von 1994 deutlich anmerkt, diesem Druck gar nicht gewachsen zu sein.

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Foto: Ricardo Chavira, Selena: Die Serie - Copyright: 2020 Netflix, Inc.
Ricardo Chavira, Selena: Die Serie
© 2020 Netflix, Inc.

Wie schon erwähnt, wird die Geschichte von Selenas Geburt an erzählt. So lernen wir erstmals ihre Eltern Marcella (Seidy López) und Abraham (Chavira) kennen, die eigentlich darauf vorbereitet waren, einen Jungen zu bekommen (wie man sich doch täuschen kann) und gar keinen Mädchennamen parat hatten. Marcellas Bettnachbarin war auf ein Mädchen vorbereitet und bekam einen Jungen. Netterweise bietet sie an, dass Marcella und Abraham den Namen Selena nutzen können. Somit war das Kind also samt Namen geboren.

Ganze acht Jahre springen wir im Piloten weiter und lernen mit AB und später auch Suzette, Selenas ältere Geschwister kennen, die durch Vater Abraham in musikalischen Belangen unterrichtet werden. Schnell wird dabei klar, was der Vater vorhat: Seine Kinder zur Band formieren, zumal Selena bereits als kleines Mädchen eine Stimme hat, aus der man etwas machen kann. Wobei man auch hier sagen muss, dass wohl nur Selena die Begeisterung mit ihrem Vater teilt, während die anderen beiden insbesondere Suzette wenig bis gar nicht davon angetan sind, von ihrem Vater zum Bandmitglied gecoached zu werden. Jener hat außerdem noch ein Restaurant, was einigermaßen gut läuft bis die Wirtschaftskrise kommt. Diese ist so schlimm, dass die Familie nicht nur für Essensmarken anstehen muss, sondern zu Abrahams Bruder Hector und dessen Familie ziehen muss. Vater Abraham fühlt sich da natürlich in seiner Ehre verletzt und an seinem Stolz gepackt. Hier erinnerte mich er tatsächlich ein bisschen an Carlos Solis, den Chavira bei "Desperate Housewives" gespielt hat. Jener war anfänglich auch recht gekränkt, wenn er sich in seinem Stolz angegriffen fühlte.

Foto: Madison Taylor Baez, Selena: Die Serie - Copyright: 2020 Netflix, Inc.
Madison Taylor Baez, Selena: Die Serie
© 2020 Netflix, Inc.

Durch diese Notlage der Familie fühlt sich Abraham nur noch mehr davon getrieben, eine richtig tolle und vor allem erfolgreiche Band aus seinen Kindern zu machen und kämpft um Auftritte, doch diese wollen alle nicht so ganz fruchten und beim Publikum ankommen. Schließlich beschließt er, dass Selena fortan spanisch lernen muss, um dann auch in dieser Sprache singen zu können. Eine Einblendung von 1986 zeigt Selenas Erfolg.

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Fazit

Ich finde es ehrlich gesagt schade, dass der Pilot so wenig von Selena und vielmehr von ihrem Vater Abraham preisgibt. Mir ist zwar klar, dass alles seine Anlaufzeit braucht, doch wenn der Serientitel schon auf die Hauptfigur bezieht, dann erwarte ich auch in der allerersten Episode, dass man mehr von dieser (erwachsenen) Figur sieht und nicht nur ein paar Ausschnitte und der Rest dreht sich um den Vater. Dabei zeigt Christian Serrantos, die ich bisher nur als Rosita Espinosa in "The Walking Dead" kannte, in den kurzen Szenen, dass sie sehr charismatisch ist. Ich hoffe einfach, dass wir in den verbliebenen Episoden etwas mehr von Selena zu sehen bekommen werden. Ansonsten hat sich Netflix hiermit nämlich keinen großen Gefallen getan.

Daniela S. - myFanbase

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