Schmigadoon! - Review Staffel 1

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Cecily Strong & Keegan-Michael Key, Schmigadoon!
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Da ich AppleTV+ in seinen Anfängen vor allem durch die großen Hits ("The Morning Show", "Ted Lasso",… ) wahrgenommen hatte, ist eine Serie wie "Schmigadoon!" zunächst überhaupt nicht in meiner Wahrnehmung gewesen, obwohl ich alles, was mit Musik/Musical zu tun hat, aus Prinzip ausprobiere. Und so ist die Ankündigung der zweiten Staffel nötig gewesen, mich mit dieser Serie mit dem absolut nichts sagendem, eher seltsamen Namen auseinander zu setzen. Und ich bin sehr froh, dass mir das passiert ist. Die Prämisse der Serie ist zunächst einfach. Ein Pärchen (Cecily Strong und Keegan-Michael Key) mit Problemen verläuft sich im Wald, trifft auf ein kleines Städtchen, in dem alle wie in einem Musical leben und man kann es erst verlassen, wenn man die wahre Liebe gefunden hat. Da offenbar erst mal nicht die beiden Protagonisten zusammen sind, machen diese sich auf die Suche nach der wahren Liebe und erleben dabei allerlei Skurriles, um am Ende, Überraschung, wieder zueinander zu finden. Inhaltlich also kitschig und gut in sechs mal 30 Minuten zu erzählen. Eigentlich ist es ein langer Film, der nur durch die Erzählweise in die sechs Abschnitte einzuteilen ist, denn die Rückblicke auf verschiedene Beziehungssituationen von Melissa und Josh gaben den einzelnen Episoden einen schönen Rahmen.

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Keegan-Michael Key & Cecily Strong, Schmigadoon!
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Neben den Musicalsnummern und dem kitschigen Dorf rund um all diese typisch eher einfältigen Charaktere (wie es früher eben so war) begeisterte mich die Staffel aber vor allem, weil Josh mit seiner eher rationalen Beziehungsführung und Melissa mit ihrer emotionalen Herangehensweise einfach wunderbar gegensätzlich waren und trotzdem irgendwie perfekt zusammen passen. Die Rückblicke haben das ebenso wunderbar gezeigt wie der Umgang im Dorf "Schmigadoon" auf der Suche nach dem Liebesglück. Wie Josh alle Frauen über die Brücke führt, weil er mathematisch an die Sache heran geht, war grandios. Zudem konnte man sich in kleinen Dingen selbst wiederfinden und darüber einfach herzlich lachen. Seien es kleine Sprüche, herrliche Anspielungen auf die Ansichten zu Musicals oder Running Gags, die immer wieder ins Schwarze getroffen haben (Sorry, Pete!).

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Dove Cameron, Schmigadoon!
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Die anderen Charaktere im Dorf taten dann ihr Übriges und waren wunderbarer Support. Dove Cameron nach ihrer Rolle in den drei "Descendents"-Filmen wieder zu sehen, war ebenso herrlich wie Alan Cumming, Jaime Camil und Kristin Chenoweth in ihren Rollen. Allen war gemeinsam, dass sie das musicalhafte Übertriebene perfekt auf den Bildschirm brachten, sodass diese sechs Episoden einfach nur köstliche Unterhaltung waren. Zudem hat mir die Storyline um Emma (Ariana DeBose) sehr zugesagt, weil sie in dieser Musicalwelt irgendwie die Normalste war und das Herz absolut am rechten Fleck trug. Dass bei alledem gleichzeitig ganz reale Diskriminierungen thematisiert wurden und all der Kitsch trotzdem einen realen Bezug hat, gefällt mir natürlich auch. Eine Fantasiewelt mit Menschen, die im Endeffekt auch nicht anders sind als in der echten Welt. Und im Staffelfinale durfte dann der ganz große Kitsch nicht fehlen, als sich alle die Hand geben und über ihren Schatten springen, die Menschlichkeit feiern und nach vorne schauen.

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Fazit

Diese Serie ist so ein wunderbarer Ausbruch aus der Realität, der Sorgen und Ängste einfach vergessen macht. Und die Naivität, die dieser Kitsch auch mit sich bringt, rundet dieses wohlige Gefühl dann noch ab. Man ist vor Überwältigung schon den Tränen nahe und denkt sich, wenn nur jeder Mensch sich auf diesen Kitsch einlassen würde und sich das zu Herzen nähme, dann wäre die Welt ein so viel besserer Ort. Insofern ist das beste an diesem kleinen Fundstück, dass in Kürze sechs weitere Episoden als Staffel 2 zu sehen sein werden und man erneut die Möglichkeit hat, in eine Welt einzutauchen, die das reale Chaos kurz vergessen machen kann.

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Emil Groth - myFanbase

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