New Amsterdam - Review des Piloten

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Um Missverständnisse vorzubeugen: John Amsterdam ist kein Vampir, sondern einfach nur unsterblich. Wir haben hier also weniger "Angel" und mehr "Highlander".

Der Vorteil eines Ermittlers, der schon über 300 Jahre auf Erden wandelt, ist natürlich, dass er viel Zeit hatte, sich jede Menge Wissen und Menschenkenntnis anzueignen, so dass er kaum auf Hightech a lá "CSI" angewiesen ist. Außerdem kann man natürlich immer wieder nette Flashbacks aus der Vergangenheit zeigen. Tatsächlich bietet die Pilotfolge zu "New Amsterdam" einige gute Ideen, wie beispielsweise Johns Fotowand, die Bilder von ein und derselben Stelle im Herzen New Yorks zeigt, wie sie sich über die Jahrzehnte (seit es die Fotografie gibt) entwickelt hat. Auch dass John bei der ersten Begegnung mit der Ärztin Sara einen Herzinfarkt bekommt und im Leichenschauhaus wieder aufwacht, ist eine nette Überspitzung der typischen Metapher vom Herzflattern bzw. von den Schmetterlingen im Bauch.

Daneben gibt es jedoch auch einige Momente, die mir persönlich etwas zuviel des Guten sind, wie die Szene, in der John auf einem Pferd reitend einen Verdächtigen durch New Yorks Straßen verfolgt. Klar, als ein Mensch, der schon im 17. Jahrhundert gelebt hat, ist Reiten für John etwas vertrautes, aber dass muss doch nicht gleich so überdeutlich veranschaulicht werden. Das Zusammenwirken von Vergangenheit und Gegenwart lässt sich auch unaufdringlicher gestalten.

John an sich repräsentiert die Gattung des grüblerischen Helden, der auf andere Menschen (speziell Frauen) faszinierend wirkt. Zu seinen Hobbys (und Nebenverdiensten) zählt das Tischlern, er ist außerdem trockener Alkoholiker und hat einen Hund.

Der Punktus Knacktus ist letztlich die Frage, ob dieses Konzept für eine wöchentliche Serie taugt. Natürlich dürfte es kein Problem sein, immer wieder neue Kriminalfälle zu schaffen, in denen John ermitteln und seine reichhaltige Lebenserfahrung einbringen kann, doch die Sache mit der großen Liebe, die zur (von John ersehnten) Sterblichkeit führt, weist ein gewisses Kitschpotential auf. Es wird sich zeigen, wie die Autoren dies lösen und wie es mit der Chemie zwischen John und Sarah aussieht, denn das lässt sich nach ihrer ersten flüchtigen Begegnung im Piloten noch nicht beurteilen.

Fazit

Der Pilot zu "New Amsterdam" bietet solide Unterhaltung mit einigen guten Ideen, wobei sich die Serientauglichkeit erst noch zeigen muss.

Maret Hosemann myFanbase

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