Die enttäuschendsten Storylines 2009/2010
Platz 9: Prinzessin Valhalla (Taras Welten)

Foto:

Zu Beginn der zweiten Staffel von "Taras Welten" sah die kommende Storyline um Kate eigentlich sehr vielversprechend aus. Sie machte frühzeitig ihren High School-Abschluss, suchte sich daraufhin voller Eifer einen Job und schmiedete College-Pläne. Den Job hat sie auch bald in der Tasche und vermutet, dass es sich dabei um eine Anstellung als Spionin handelt. Mit viel Liebe und vor allem Humor wird sich um die Grundsteine dieser Geschichte gekümmert und Brie Larson zeigt uns, dass sie ihr Handwerk aus der ersten Staffel noch beherrscht. Scheinbar. Denn die Entwicklung ihres Charakters wird ruck zuck gegen die Wand gefahren, dass man so schnell gar nicht schauen kann. Schon in der zweiten Episode trifft Kate auf die Comiczeichnerin Lynda P. Frazier und das Unheil nimmt seinen Lauf. Was zu nächst nur schlichte Bewunderung für das Talent von Lynda ist, wird bald fast zu einer krankhaften Obsession.

Die Rebellion, die keine war.

Da Kate durch ihren Job auf Lynda trifft, bemerkt man schnell, dass dieser aussichtsreiche Schnipsel nur Mittel zum Zweck war. Natürlich arbeitet Kate gerade in dem Inkassounternehmen, das die ausstehenden Forderungen von der guten Frau Frazier einzutreiben hat. Und natürlich kommt Kate auch gerade dann bei ihr vorbei, wenn diese ihre Freunde da hat und illegale Substanzen zu sich nimmt. Natürlich. Denn schließlich muss man ja Kate unbedingt ein wenig rebellieren lassen, weil… ja, wieso eigentlich? Die Alternativpersönlichkeiten ihrer Mutter ist sie schon ihr ganzes Leben lang gewöhnt und von daher auch, dass diese Dinge tun, die Tara normalerweise nicht machen würde. So sollte Kate eigentlich nicht allzu sehr überrascht sein, als herauskommt, dass Buck eine Beziehung mit der Bardame Pammy angefangen hat. Ist sie aber. Und das lässt sie ihre Eltern auch gewaltig spüren.

Kate wurde in der ersten Staffel immer als die Reife und Verständnisvolle dargestellt, die versucht hat, ihre Mutter soweit es geht zu unterstützen und die Fehltritte ihrer Spaltpersönlichkeiten zu verzeihen. Wo ist das nun hin? Kate entwickelt hier Charakterzüge, die so nicht zu ihr passen wollen und so sieht man sie sich zu Lynda setzen und "einfach so" Gras rauchen. Bei dieser entdeckt sie auch deren Comicfigur Prinzessin Valhalla Hawkwind für sich, der sie sofort verfällt und natürlich passt ihr auch das Kostüm der Figur wie angegossen. Von nun an verbringt sie für den Zuschauer quälend viel Zeit bei Frau Frazier, um die Prinzessin zu einer bekannten Figur zu pushen. Da taucht ein eigens erstelltes Video im Internet auf und sogar von einem Film ist die Rede. In dieser Comicfigur lebt Kate also ihren ganzen Willen zur Rebellion aus, die sie eigentlich gar nicht nötig hat. Das geduldige Publikum fragt sich da natürlich, wo das ganze eigentlich hinführen soll. Die Lösung auf das Rätsel wird in Folge #2.07 Dept. of Fucked Up Family Services präsentiert, als Kate und Lynda in einem Comicbuchladen sitzen und wieder einmal verzweifelt versuchen, Prinzessin Valhalla bekannt zu machen. Genau dort treffen nämlich endlich Tara und die Comiczeichnerin zusammen und sie entdecken ihr gemeinsames Interesse für, na was wohl, Kunst. Dann geht alles recht fix und in der darauf folgenden Episode haben die zwei Frauen eine Kunstaustellung aus dem Boden gestampft, während Kate schmollt und weiterhin versucht, die Lehren der Prinzessin über das Internet zu verbreiten.

Letztendlich sieht man als Ziel des ganzen Wahnsinns, dass Tara wieder kreativ schaffen sollte und Kate… weiß der Geier, was man sich für sie versprochen hat. Aber um ehrlich zu sein, will ich das eigentlich auch gar nicht so genau wissen. Ich lasse meinen Blick in Richtung Amerika schweifen und schicke dort ein Stoßgebet hin, nie wieder in dieser sonst so starken Serie mit so einem unergründlichen Charakterverlauf gequält zu werden.

Luisa Schmidt - myFanbase

Zurück zu Platz 10 | Zur Hauptübersicht | Weiter zu Platz 8