Die enttäuschendsten Storylines 2014/2015
Auflösung von Castles Verschwinden (Castle, Staffel 7)

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Die sechste Staffel von "Castle" hat mich fast durchwegs enttäuscht, der Cliffhanger am Schluss gab aber teilweise Hoffnung darauf, dass die Macher der Serie es in der siebten Staffel wieder etwas besser hinkriegen würden. Am Anfang sah es wirklich auch danach aus und Castles Verschwinden wurde mysteriös und spannend dargestellt. Nach den zwei ersten Folgen in denen eigentlich nur dieser Handlungsstrang um Castle thematisiert wurde, wartete man gespannt auf die Auflösung dieser Geschichte und man wartete lange. Doch dann in der Folge #7.20 Sleeper wurde das Geheimnis endlich gelüftet, aber eigentlich blieb man genauso verwirrt zurück und man fragte sich zu Recht, was genau haben sich die Autoren hier kurioses zusammengereimt.

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"On the bright side, at least I'm not crazy."

Foto: Nathan Fillion, Castle - Copyright: 2013 ABC Studios; ABC/Ron Tom
Nathan Fillion, Castle
© 2013 ABC Studios; ABC/Ron Tom

Alles begann sehr vielversprechend. Nachdem Beckett, Esposito, Ryan und sogar Gates alles unternommen haben, um Castles mysteriöses Verschwinden aufzuklären, taucht dieser plötzlich wieder auf, weiß aber nicht mehr wo oder wie er die letzten Monate verbracht hat. Zusammen mit Beckett, deren Beziehung zu ihrem Verlobten aufgrund der Ereignisse verständlicherweise angespannt wirkt, versucht Castle seine letzten Monate zu rekonstruieren, was jedoch bei den Beteiligten wie auch beim Zuschauer noch zu mehr Verwirrung und Mysterien führt. Doch mit diesen ersten zwei Folgen der siebten Staffel ist das Positive dieses Handlungsstranges leider auch schon gesagt. Denn auch wenn in den nächsten zwei/drei Folgen ab und zu noch ein Wort über das Verschwinden von Castle verloren wird und die Beziehung von ihm zu Beckett noch ein paar kleine Risse aufweist, ist das ganze spätestens nach der Hochzeit in der Episode #7.06 Parallelwelt völlig vergessen und das Leben von Castle und Beckett geht seinen gewohnten Gang, indem er zusammen mit Beckett und dem Team Verbrechen aufklärt und sich nebenbei auch der Schriftstellerei widmet, obwohl letzteres auch kaum mehr Thema der Serie ist.

Dann geschlagene 14 Folgen später kommt die Auflösung, die in eine Episode gepackt wird und absolut zusammenhangslos und nicht durchdacht erscheint. Zu Anfang der Folge wird thematisiert, dass Castle seit Monaten, ja wahrscheinlich seit seinem Verschwinden, an Albträumen leidet, die wohl aus Fetzen seiner Zeit, an die er sich nicht mehr erinnert, bestehen. Bereits hier habe ich mich gefragt, wieso dies bis jetzt nie erwähnt wurde. Man hätte daraus ja keine große Sache zu machen brauchen, aber man hätte doch dem Zuschauer das Gefühl vermitteln dürfen, dass die Macher sowie auch die Charaktere der Serie noch nicht vergessen haben, dass der Hauptcharakter ein traumatisches Erlebnis hinter sich hat. Soweit so gut, was danach folgte, war jedoch dann kaum zu übertreffen. Ein Schulkamerad von Castle, der später für die CIA gearbeitet hat, dann zu Al-Kaida gewechselt hat und wieder zurück zur CIA wollte und denen dafür geheime Informationen über die Terrorgruppe angeboten hat, ist verantwortlich für das ganze Debakel. Um mit der CIA ein sicheres Gespräch zu führen, brauchte dieser Schulfreund eine prominente Persönlichkeit, die man nicht einfach umbringen kann und da ist ihm Castle eingefallen. Daraufhin wurde dieser entführt, da alles sehr schnell gehen musste und Castle hat damit zwar seine Hochzeit verpasst, aber dafür tausende von Menschenleben gerettet. Und das ganze ist natürlich top secret, so dass danach auch Castles Erinnerungen gelöscht werden mussten.

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Ja genau, Castle blieb etwa so verständnislos zurück wie ich, denn wenn man die "Aufklärungsfolge" mit den zwei Folgen am Anfang der Staffel in Verbindung stellt, fragt man sich, wieso Castle eine Weile in einem Zelt gelebt hat, was er auf einem Holzboot zu suchen hatte, was mit der Schussverletzung und dem Dengue-Fieber war, wieso war auf dem Video in der Folge #7.02 Puppenmord eine Geldübergabe zu sehen, wieso gab es Videobotschaften von Castle an seine Lieben, in denen er erwähnt, dass er vielleicht nicht überleben werde, und was hat das ganze mit Montreal zu tun, wenn Castle doch die ganze Zeit in Thailand war. Fragen über Fragen, wovon sicherlich die größte Frage ist, weswegen Castle überhaupt so lange weggeblieben ist, wenn das ganze doch so schnell vonstatten gehen musste. Aber scheinbar interessieren diese Ungereimtheiten die Charaktere wenig, denn nach dieser Folge scheint dieser Handlungsstrang abgeschlossen zu sein und Castle und Beckett sind glücklich, obwohl sie nicht alle Details kennen, wobei ich hier anmerken muss, dass es sich nicht um Details, sondern grundsätzlich um den größten Teil der Storyline geht, die wir nicht kennen beziehungsweise die einfach keinen Sinn ergibt.

Mir ist es bis heute ein Rätsel was sich die Autoren bei diesem Handlungsstrang genau überlegt haben, denn ich kann mir kaum vorstellen, dass man sich, wenn man sich zu Anfang einer Staffel so eine Storyline ausdenkt und diese innerhalb der gleichen Staffel beenden will, das Ende nicht mit ausdenkt. Scheinbar war aber genau dies der Fall und daraus ist ein Durcheinander entstanden, wie es schlimmer nicht sein könnte. Und das größte Desaster ist, dass man uns nur drei Folgen später eine grandios Episode präsentiert, deren Handlung durchaus Potential für die Storyline um Castles Verschwinden gehabt hätte. Na ja man kann nur hoffen, dass die Autoren in der nächsten Staffel nicht noch einmal so einen Fehler unterläuft oder diese Handlungsstrang noch einmal aufgegriffen wird und man wenigstens ein paar Fehler so ausbügeln kann.

Maria Schoch – myFanbase

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