Favoriten in Serien, Teil 4

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Als Serienfan tut man vor allem eines: Mit der Handlung seiner Lieblingssendung mitfiebern. Dabei bleibt es natürlich nicht aus, dass man manche Personen oder Geschichten besonders ins Herz schließt. In diesem Teil der Kolumne schreiben unsere Autoren, welche Serienfreundschaft ihnen am besten gefiel.

Die Texte können Spoiler zu Handlungsverläufen enthalten!

Natürlich könnt ihr dazu auch wieder in unserem Forum diskutieren.

Lieblingsfreundschaft

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© NBC Entertainment/Justin Lubin

Turk und J.D. ("Scrubs")
Turk und J.D. haben für mich die Maßstäbe für eine echte Freundschaft gesetzt. In ihrer unbändigen Verrücktheit haben sie nicht nur Freude bereitet, sondern auch viele emotionale Momente kreieren können. Sie sind abgedreht, kindisch, haben die seltsamsten Ideen, Spiele, Codes etc. Aber egal, was passiert, sie sind immer füreinander da. Und die unglaubliche Anzahl an Ideen und Varianten, diese Freundschaft so ungemein perfekt darzustellen, war eine große Stärke der Serie. Schon der Gedanke an das Duo macht sofort wieder Lust auf Highlightfolgen wie beispielsweise #6.06 Mein Musical. Ich glaube nicht, dass mich irgendeine TV-Freundschaft annähernd wieder so begeistern kann. | Emil Groth

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Turk und J.D. ("Scrubs")
Sie gehen gemeinsam durch Dick und Dünn, können die Sätze des anderen komplettieren, halten keinen Tag ohne den anderen aus, und selbst Turks Frau Carla seufzte einmal: "Maybe someday [Turk] will love me like that." Was J.D. und Turk haben, ist noch viel mehr als Freundschaft was sie haben, ist wahre "Guy Love" (aber natürlich in "a totally manly way"). J.D. und Turk konnten in "Scrubs" fast ein Jahrzehnt lang die Zuschauer mit ihren Verrücktheiten und Liebenswürdigkeiten begeistern, standen immer füreinander ein und zeigten auf eine meist herrlich amüsante Weise, was wahre Freundschaft wirklich bedeutet. Zach Braff und Donald Faison haben in dieser Bromance eine wirklich unglaubliche Chemie und tragen einen zentralen Teil dazu bei, dass man J.D. und Turk im Doppelpack einfach lieben muss. So ein eingespieltes Duo hat man im TV selten gesehen. | Maria Gruber

Bill Adama und Saul Tigh ("Battlestar Galactica")
Mit Freundschaften in Serien ist das immer so eine Sache, da sie einfach oftmals nicht bei mir ankommen und mein Herz berühren. Teilweise wirken die Verbindungen aufgesetzt und konzipiert, was durch langatmige Dialoge noch unterstrichen wird. Denn wahre Freundschaft zeichnet sich nicht durch schöne Worte, sondern schlicht und einfach durch Taten aus. Und eben diese Taten machen die Freundschaft des Admirals Bill Adama und seines XOs Saul Tigh aus "Battlestar Galactica" so glaubhaft und nachvollziehbar. Denn was kann eine Freundschaft mehr auf die Probe stellen, als wenn du erfährst dass dein bester Freund plötzlich der verhasste und durch Kriege bekämpfte Feind ist? Und trotz all dieser Umstände hält Bill Adama an seiner Freundschaft zu Saul Tigh fest und das ohne schwülstige Erklärungen und verbitterte Geständnisse, sondern einfach nur durch für alle sichtbare Loyalität. | Nina V.

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Ryan und Seth ("O.C., California")
Als krimineller Jugendlicher ohne Perspektive kam Ryan Atwood zu den Cohens und fand nicht nur Hilfe bei ihnen, sondern eine echte Familie und besonders in Seth den Bruder, den Ryan sich immer wünschte. Zwei Welten prallten aufeinander, doch Ryan und Seth haben sie mit einer Selbstverständlichkeit überwunden. Egal ob Frauen- oder Familienprobleme, reiche Snobkids oder Identitätskrisen, Ryan und Seth waren immer füreinander da. Die lockere Art, miteinander umzugehen und die lustigen Dialoge haben diese Freundschaft und beide Charaktere so authentisch gemacht. Auch wenn "O.C., California" seine Tiefpunkte hatte, war auf Ryan und Seth stets Verlass. Besonders schön anzusehen war, dass Ryan durch seine natürliche Art Seths Leben grundlegend verändert hat. Durch Ryan hat Seth nicht nur seinen einzigen und besten Freund gewonnen, sondern ihn aus seiner Einsamkeit geholt. Ryan und Seth im Doppelpack hat mir vier Jahre lang eine wahre Freundschaft gezeigt, auf die ich heute noch gern zurückblicke. | Tanya Sarikaya

Foto: Sandra Oh & Ellen Pompeo, Grey's Anatomy - Copyright: ABC/Craig Sjodin
Sandra Oh & Ellen Pompeo, Grey's Anatomy
© ABC/Craig Sjodin

Meredith und Cristina ("Grey's Anatomy")
Wenn eine Serie so viele Staffeln hat wie "Grey's Anatomy", ist es kein Wunder, dass die ein oder andere Beziehung, egal ob Freundschaft oder Liebe, zerbricht. Nichtsdestotrotz ist immer Verlass darauf, dass Meredith Grey und Cristina Yang zueinander halten. Meredith sagte selbst einmal, dass Derek zwar die Liebe ihres Lebens ist, doch Cristina ist ihre Seelenverwandte. "Grey's Anatomy" erzählt die Geschichte einer wunderbar funktionierenden Freundschaft. Immer, wenn die beste Freundin gebraucht wird, ist sie da und egal wie viel Dramatik und Schicksalsschläge ihnen widerfährt, auf die Freundschaft zueinander können sie sich verlassen. | Laura Krebs

Rachel, Ross, Phoebe, Joey, Monica und Chandler ("Friends")
Lange habe ich mir überlegt, welche zwei Charaktere mich mit ihrer Freundschaft in den all den Jahren am meisten begeistern konnten. Doch dann viel es mir wie Schuppen von den Augen, denn es ist nicht die Freundschaft zwischen zwei Menschen, die mich jahrelang aufs Neue mitfiebern hat lassen. Nein, es ist die Freundschaft zwischen sechs ganz bestimmten Personen, die durchgehend in zehn Staffeln überzeugen konnte. Allein der Titel der Serie, "Friends", lässt darauf schließen, was hier im Vordergrund steht. Sechs Charaktere, wie sie nicht unterschiedlicher sein können, erleben ein Hoch und ein Tief nach dem anderen, gehen von einer Beziehung zur nächsten, streiten sich und versöhnen sich dann wieder und bleiben doch am Ende unzertrennlich. Ich habe mit diesen Menschen mitgefiebert, sie liebgewonnen, tief ins Herz geschlossen und mir am Ende immer gewünscht, dass ich ebenfalls mit solchen Freunden gesegnet werde. "Friends" hat es richtig gemacht und diese Freundschaft wird für mich immer etwas Besonderes bleiben. | Alex Olejnik

Joey und Chandler ("Friends")
Eigentlich müsste ich bei der Lieblingsserienfreundschaft die Freundschaft aller sechs "Friends" wählen, doch ich habe mich dafür entschieden aus den sechs Charakteren, die alle eine unglaubliche tiefe Freundschaft verbindet, die zwei herauszupicken, die für mich das Wort Freundschaft in dieser großartigen Serie am meisten ausleben. Chandler und Joey, so verschieden sie auch sind, zeigen doch immer wieder, dass ihre Freundschaft alle Hindernisse, Veränderungen und Streitigkeiten überlebt und somit unzerstörbar ist. Und so denke ich jedes Mal, wenn ich mir die Serie, beziehungsweise die Szenen zwischen Chandler und Joey, ansehe, dass sich jeder unglaublich glücklich schätzen kann, der weiß, dass es jemanden gibt, der einem auch so ein guter Freund ist wie Chandler Joey und umgekehrt. | Maria Schoch

Foto: Dylan O'Brien & Tyler Posey, Teen Wolf - Copyright: MTV/Bob Mahoney
Dylan O'Brien & Tyler Posey, Teen Wolf
© MTV/Bob Mahoney

Stiles und Scott ("Teen Wolf")
Das Besondere an der Freundschaft zwischen Scott und Stiles ist die Tatsache, dass beide jederzeit und ohne zu Zögern füreinander einstehen würden egal was kommt. Stiles kümmert es nicht, dass sich sein bester Freund in einen gefährlichen Werwolf verwandelt und ihn dadurch töten könnte. Ganz im Gegenteil. Er steht trotzdem hinter Scott, unterstützt ihn wo er kann und hält ihm den Rücken frei. Für mich persönlich ist es sehr wichtig Freunde zu haben, auf die man sich hundertprozentig verlassen kann, und im Falle von Stiles und Scott ist dies eindeutig der Fall. Und auch wenn es hier um eine Freundschaft zwischen einem Mensch und einem übernatürlichen Wesen geht, lässt sich dies auch sehr gut in die Realität umsetzen, wo es oft heißt: "Gegensätze ziehen sich an." Beide harmonieren sehr gut miteinander; Stiles, der Scherzkeks, der permanent dabei ist Sprüche zu klopfen und der ein Stück weit introvertierte Scott. Für mich die perfekten Zutaten für ein klassisches Dream-Team. | Sigrid G.

Edward und Alphonse ("Fullmetal Alchemist: Brotherhood")
Die beiden Brüder Edward und Alphonse sind das Paradebeispiel für wohl eine der komplexesten Beziehungen, die man in einer Anime-Serie je gesehen hat. Obwohl beide komplett unterschiedliche Persönlichkeiten sind und regelmäßig darüber streiten, was als nächstes zu tun ist, so ergänzen sich die beiden doch perfekt: Auf der einen Seite Edward, der etwas vorlaute, der durch seine Taten maßgeblich die Handlung vorantreibt, auf der anderen Seite Alphonse, der herzensgute, in einer riesigen Rüstung gefangene jüngere Bruder, der insbesondere zur emotionalen Komplexität beiträgt. Beide versuchen, unter widrigen Umständen ihr ursprüngliches Leben wieder zurück zu bekommen und müssen dafür deutlich früher als gewünscht erwachsen werden. Edward agiert hierbei mehr als nur einmal als Ersatzvater für Alphonse. So etwas schweißt natürlich zusammen - und das sieht man auch. Egal, welche Knüppel ihnen zwischen die Beine geschmissen werden, ihre Beziehung ist von größter Fürsorge und Liebe füreinander geprägt. | Andreas K.

Foto: Lauren Graham & Alexis Bledel, Gilmore Girls - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Lauren Graham & Alexis Bledel, Gilmore Girls
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Rory und Lorelai ("Gilmore Girls")
Während viele Teenager in Serien mit ihren Eltern Probleme haben, sind Rory und ihre nur 16 Jahre ältere Mutter Lorelai beste Freunde. Und das nicht nur auf einer Mutter-Tochter Ebene, sondern viel mehr durch eine wirklich enge freundschaftliche Verbundenheit, die die beiden jedes Problem bewältigen lässt. Schaut man sich das Treiben in ihrem Haus an, fühlt man ich eher an eine Junggesellen-WG erinnert, als an den Haushalt einer alleinerziehenden Mutter und ihrer jugendlichen Tochter. Nur wenige (Zuschauer und Charaktere) verstehen, was die beiden unter höchstem Kaffee und Zucker Einfluss uns eigentlich sagen wollen, aber die Tatsache, dass nur sie sich gegenseitig verstehen, macht sie für mich zu besten Serienfreundschaft. | Laura Kulik

Harry Kim und Tom Paris ("Star Trek: Raumschiff Voyager")
Für die beste Freundschaft fasse ich ganz weit in mein Serienrepertoire zurück, zurück auf die Freundschaft zwischen Harry Kim und Tom Paris in "Star Trek: Raumschiff Voyager". Man mag über die Serie meinen und denken, was man will, aber als ich viel, viel jünger war, habe ich mir immer einen Freund gewünscht, auf den ich mich ebenso verlassen konnte, wie die beiden aufeinander. Okay, "Voyager" war die erste Serie, die ich von mir aus guckte und mich dafür jedes Mal vor den Fernseher schlich, um sie sehen zu können, obwohl ich eigentlich im Bett hätte sein müssen. Trotzdem starb die Hoffnung nie. Bis ich eines Tages mit meiner damals besten Freundin bei Zappen durch das Fernsehprogramm über eine Wiederholung der Serie stolperte und wie beide gleichzeitig sagten: "Tom Paris ist der Beste". Bis Heute ist mit die Freundschaft zwischen den beiden in Erinnerung geblieben und immer wenn ich mal wieder über eine Episode im Nachmittagsprogramm stolpere, muss ich daran denken. | Jamie Lisa Hebisch

Foto: Copyright: Twentieth Century Fox Home Entertainment
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Scoobies ("Buffy")
Neben all den Vampiren, Dämonen und Weltuntergängen ging es bei "Buffy" im Kern doch eigentlich zentral um eines: Die Macht der Freundschaft. Kaum einer Serie gelang es die Besonderheiten und Kräften von einer einzigartigen Verbindung zwischen Menschen verschiedenster Art so stark herauszuarbeiten wie dem seriellen Ausnahmewerk von Joss Whedon. Wenn im großen Serienfinale die vier Freunde Xander, Willow, Giles und Buffy noch einmal kurz zusammenkommen um inne zu halten und ihrer Freundschaft zu gedenken, dann wird ganz deutlich, dass Freundschaft eine ungeheure Kraft und Macht hat, die Menschen in die Lage versetzt unglaubliches zu schaffen. Der Zusammenhalt der zentralen vier Scoobies ist beeindruckend und verspricht Hoffnung, Sicherheit und die Möglichkeit eines sicheren Zufluchtsortes in einer Welt, die ständig vor dem alles vernichtenden Ende steht. | Moritz Stock

Will und Grace ("Will & Grace")
Die Wahl als liebste Freundschaftsgruppe fiel mir recht schwer, da vor allem meine Lieblings-WG aus "Being Human" in meiner Rangliste ganz weit vorn stand - letztendlich konnte ich mich aber doch ohne schlechtes Gewissen auf Will und Grace aus der gleichnamigen Serie festlegen. Den beiden kann man ganze acht Staffeln lang dabei zusehen, wie sie ihr Leben meistern und dabei manchmal mehr, manchmal weniger die Hilfe der anderen Person benötigen. Streitereien sind dabei zwar nicht ausgeschlossen und auch der Beginn ihrer gemeinsamen Laufbahn verlief recht holprig, aber dennoch raufen sich die zwei Hübschen am Ende immer wieder zusammen. Das ist einfach schön mit anzusehen und ich erfreue mich jede Folge wieder an ihren Kabbeleien und Spleens und an dem schlichten Fakt, dass Will und Grace eben nicht ohne einander können. Und wenn ihr mich fragt, muss das genau so sein. | Luisa Schmidt

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